
Moguer leitet Untersuchung zu viralem Angriff auf Minderjährige ein, während die Mutter des Angreifers um ein Ende der Online-Drohungen und Belästigungen bittet
Andalusiens Medienaufsicht hat TikTok aufgefordert, ein gewalttätiges Video zu entfernen, das vier Minderjährige zeigt, die ein Mädchen in Moguer (Huelva) angreifen, während die Mutter eines der Angreifer sagt, ihre Familie sei nach der Verbreitung des Videos geschlagen und bedroht worden.
Der Angriff und seine virale Verbreitung
Vier Minderjährige haben ein anderes Mädchen in der Huelva-Stadt Moguer körperlich und verbal angegriffen, während einer von ihnen die Szene filmte. Das Video wurde auf TikTok hochgeladen und verbreitete sich schnell in den sozialen Medien, was weitreichende Verurteilung auslöste. Das Filmmaterial zeigt die Jugendlichen, wie sie das Opfer wiederholt beleidigen und schlagen.
Institutionelle und polizeiliche Reaktion
Die Guardia Civil identifizierte alle beteiligten Minderjährigen und leitete den Fall an die Staatsanwaltschaft für Jugendliche in Huelva weiter. Eine formelle Anzeige wurde sowohl wegen des Angriffs als auch wegen der unbefugten Verbreitung der Bilder erstattet. Die Staatsanwältin wartet auf den vollständigen Polizeibericht, bevor sie über die weiteren Maßnahmen entscheidet, und wird feststellen, ob einer der mutmaßlichen Täter unter der Altersgrenze für die strafrechtliche Verantwortlichkeit (unter 14 Jahren) liegt.
Der Stadtrat von Moguer eröffnete ein eigenes Verfahren zu dem Vorfall und aktivierte städtische psychologische und soziale Unterstützungsteams. In einer Erklärung sprach der Rat seine „entschiedenste Verurteilung und absolute Ablehnung jeder Form von Gewalt, Einschüchterung oder Belästigung, sei es körperlich, verbal oder psychologisch“ aus und fügte hinzu, dass „kein Verhalten, das die Würde, Integrität oder das Wohlergehen einer Person angreift, in unserer Gesellschaft einen Platz hat, insbesondere wenn es Minderjährige betrifft.“
Kein Verhalten, das die Würde, Integrität oder das Wohlergehen einer Person angreift, hat in unserer Gesellschaft einen Platz, und insbesondere nicht, wenn es Minderjährige betrifft.
Der Appell einer Mutter und die Tortur der Familie
Die Mutter eines der Angreifer, die unter dem Pseudonym Sonia in der Antena-3-Sendung Y ahora Sonsoles sprach, sagte, sie habe gehandelt, sobald sie von dem Vorfall erfuhr. „Ich hätte nie gedacht, dass meine Tochter so etwas tun könnte, denn ich habe ihr diese Erziehung nicht gegeben. Ich fragte sie, in welchem Moment ihr das eingefallen sei“, sagte sie. Sie gab an, dass ihre Tochter für einen Monat Hausarrest habe, ohne das Haus verlassen oder ihr Telefon benutzen zu dürfen.
Sonia erklärte, dass sie, bevor das Video öffentlich wurde, die Mutter des Opfers kontaktiert habe, um sich zu entschuldigen, und dass die beiden Familien die Angelegenheit untereinander geregelt hätten. Der Online-Gegenwind schlug jedoch ins reale Leben um. Sie berichtete, dass drei 17-jährige Mädchen sie an der Haustür geschlagen hätten und ihre Familie täglich belästigt und mit dem Tod bedroht werde, was sie gezwungen habe, die Stadt vorübergehend zu verlassen.
Ich weiß, dass das, was meine Tochter getan hat, nicht zu rechtfertigen ist, aber Gewalt wird nicht mit noch mehr Gewalt bekämpft.
Regulierung sozialer Medien und der Aufruf, das Teilen zu unterlassen
Der Andalusische Audiovisuelle Rat (CAA) meldete die „massive“ Verbreitung des Videos der Staatsanwaltschaft für Cyberkriminalität und argumentierte, dass die Bilder die Rechte der Beteiligten ernsthaft schädigen könnten. Er reichte außerdem eine formelle Beschwerde bei TikTok ein und bestand darauf, dass die Plattform den Inhalt entferne, da seine fortgesetzte Verfügbarkeit „den dem Opfer zugefügten Schaden verstärkt und die Verbreitung extrem gewalttätiger Inhalte begünstigt.“ Der CAA erinnerte die Öffentlichkeit daran, dass die Verbreitung solchen Materials das Opfer erneut viktimisieren und rechtliche Konsequenzen nach Datenschutz- und Privatsphärengesetzen haben kann.
Sowohl der Rat als auch die Guardia Civil betonten, dass die Weitergabe von Bildern oder personenbezogenen Daten Minderjähriger ohne Genehmigung verboten ist und eine Straftat darstellen kann. Der CAA unterstrich, dass das EU-Gesetz über digitale Dienste die Verpflichtung großer Plattformen verstärkt, schnell zu handeln, wenn potenziell illegale Inhalte Minderjährige betreffen.

