- 30.09.Co-Pilot greift Kapitän auf Flug FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv mit einer Nothacke an
- 1.10.Die Staatsanwaltschaft der Vereinigten Arabischen Emirate eröffnet ein Strafverfahren
- Mitte Oktober 2026Kapitän Smit Machchhar schildert den Angriff in einem Interview mit The National
Der Angriff auf Flug FZ1073
Am 30. September befand sich ein Flug der Fluggesellschaft flydubai von Dubai nach Tel Aviv über saudischem Luftraum, als sein Co-Pilot, ein 29-jähriger Staatsangehöriger Omans, Kapitän Smit Machchhar im Cockpit mit einer Nothacke angriff – einem Gegenstand, der normalerweise für Notfälle an Bord mitgeführt wird. Nach der Schilderung des Kapitäns in The National hatte der Co-Pilot etwa zwei Stunden nach dem Start das Cockpit in Richtung Toilette verlassen und war mit der Bemerkung zurückgekehrt, er wolle beten. Kurz darauf prüfte Machchhar am Bordcomputer die geschätzte Landezeit, dann kam der erste Schlag. Die Boeing 737 hatte 172 Passagiere an Bord. Die Berichte über den Höhenverlust weichen voneinander ab: The Guardian nennt 16.000 Fuß (4.900 Meter) in 30 Sekunden, The Independent mehr als 14.000 Fuß in weniger als 30 Sekunden. Zwei weitere Piloten an Bord landeten die Maschine in Saudi-Arabien, nachdem Passagiere und Besatzung den Angreifer überwältigt hatten. Der Kapitän überlebte mit schweren Verletzungen.
Die Schilderung des Kapitäns
Vom Krankenbett in einem Krankenhaus in Abu Dhabi aus, mit verbundenem Kopf und verbundenem linken Arm, sagte Machchhar, beim ersten Schlag habe er geglaubt, mit der Struktur des Flugzeugs sei etwas schwer schiefgegangen. Erst Momente später habe er begriffen, dass er angegriffen werde, und versucht, sich aus dem Sicherheitsgurt zu befreien und die Schläge abzuwehren. Er habe nach der Cockpittür gegriffen und dabei seine Kollegen namentlich gerufen und glaube, dass er in diesem Moment zum ersten Mal das Bewusstsein verloren habe. Sein Denken in diesem Augenblick beschrieb er so:
„Der nächste Gedanke war: Ich muss hier Hilfe reinholen.“
Am erschreckendsten sei gewesen, dass die Nase des Flugzeugs steil nach unten ging. Auf die Frage, ob er damit gerechnet habe zu überleben, sagte er:
„Ich war mir nicht sehr sicher, dass ich hier lebend rauskomme. Habe ich aufgegeben? Nein.“
Ein umstrittener Rettungsbericht
Ein israelischer Klempner hat behauptet, er habe sich gewaltsam Zutritt zum Cockpit verschafft, den Co-Piloten überwältigt und sogar mitgeholfen, das Flugzeug zu fliegen. Er erzählte dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu, er habe den Angreifer gepackt, in einen Würgegriff genommen und als Erster hinausgeschleift. Machchhar sagte, ihm sei diese Rolle nicht bekannt und er könne sie nicht bestätigen.
„Von der Geschichte mit dem Klempner weiß ich ehrlich gesagt nichts.“
Der Kapitän sagte, sein Fokus habe ganz auf dem Überleben gelegen, und er erinnere sich, dass ein ranghohes Besatzungsmitglied gesagt habe, der Kapitän sitze noch an den Steuerorganen. Er dankte der Besatzung und den Passagieren, die geholfen hätten, sein Leben zu retten und den Angreifer zu überwältigen; alle Beteiligten hätten in dieser Situation ihr Bestes gegeben.
Ermittlungen und mutmaßlicher Plan
Der Generalstaatsanwalt der Vereinigten Arabischen Emirate, Hamad al-Shamsi, sagte, der Co-Pilot habe geplant, die Kontrolle über das Flugzeug zu übernehmen und es in das Passagierterminal des Flughafens Ben Gurion bei Tel Aviv zu stürzen; er bezeichnete den Plan als Selbstmordanschlag. Die staatliche Nachrichtenagentur WAM berichtete über seine Erklärung. Der 29-jährige Tatverdächtige nutzte offenbar zwei frühere Flüge nach Tel Aviv, um sich mit der Route vertraut zu machen. Die Staatsanwaltschaft der Vereinigten Arabischen Emirate erklärte, ihre am 1. Oktober eröffnete Strafuntersuchung habe ergeben, dass der Plan von den Anschlägen vom 11. September 2001 auf die Vereinigten Staaten inspiriert gewesen sei. Der Tatverdächtige wurde in die Vereinigten Arabischen Emirate überstellt, das Heimatland von flydubai. Die meisten Passagiere an Bord stammten aus Israel.