
Deutsche Flugpreise steigen im ersten Halbjahr 2026 um 8,5 % – Kerosinkosten belasten
Internationale Flüge ab Deutschland kosteten im ersten Halbjahr 2026 8,5 % mehr, angetrieben durch teures Kerosin nach der Blockade der Straße von Hormus. Pauschalreisen stiegen mit 3 % moderater.
Deutsche Flugreisekosten im ersten Halbjahr 2026 um 8,5 Prozent gestiegen
Internationale Flüge ab Deutschland kosteten Reisende in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 durchschnittlich 8,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am 13. Juli mitteilte. Inlandsflüge innerhalb Deutschlands stiegen um 9,5 Prozent. Der Anstieg setzt einen Trend fort, bei dem Flugpreise und Pauschalreisen die allgemeinen Verbraucherpreissteigerungen bereits mehrere Jahre in Folge übertroffen haben.
Flugpreise nach Region
Tickets der Economy-Klasse nach Mittelamerika verzeichneten mit 12,5 Prozent den größten Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Europäische Flüge folgten mit einem Anstieg von 11,5 Prozent. Flüge nach Asien und Australien stiegen um 4,9 Prozent, während Nordamerika-Routen um 3,7 Prozent zulegten. Südamerika-Ziele blieben mit plus 0,3 Prozent nahezu unverändert. Die einzige Region, in der die Preise fielen, war Afrika mit einem Rückgang von 12,0 Prozent.
- Mittelamerika
- 12.5 %
- Europa
- 11.5 %
- Inland (Deutschland)
- 9.5 %
- Asien/Australien
- 4.9 %
- Nordamerika
- 3.7 %
- Südamerika
- 0.3 %
- Afrika
- -12 %
Pauschalreisen steigen moderater
Pauschalreisen ins Ausland kosteten im Durchschnitt 3,0 Prozent mehr, Inlandspauschalreisen stiegen um 2,8 Prozent. Ägypten verzeichnete den größten Anstieg mit 5,2 Prozent, gefolgt von den Kanarischen Inseln mit 4,6 Prozent und den Balearen mit 3,6 Prozent. Die Türkei stieg um 1,3 Prozent, während die Preise für Griechenland mit 0,2 Prozent nahezu stabil blieben, was den Urlaubern im Mittelmeerraum eine gewisse Stabilität bot.
- Ägypten
- 5.2 %
- Kanarische Inseln
- 4.6 %
- Balearen
- 3.6 %
- Türkei
- 1.3 %
- Griechenland
- 0.2 %
Kerosinpreissprung durch Hormus-Blockade
Der Haupttreiber der höheren Ticketpreise war ein starker Anstieg der Kerosinkosten. Die vorübergehende Blockade der Straße von Hormus während des Iran-Konflikts ließ die Kerosinpreise in die Höhe schießen. Fluggesellschaften auf allen Kontinenten reagierten mit Tariferhöhungen und Streichungen von Routen, bei denen Sicherheit oder Rentabilität untragbar wurden. Destatis und Nachrichtenagenturberichte identifizierten den Kerosinanstieg als Hauptfaktor.
Deutsche Gebühren und Steuerzeitpunkt
Deutsche Flughäfen sahen sich zudem einem eingeschränkten Flugangebot aufgrund hoher staatlicher Gebühren und Steuern gegenüber. Die geplante Senkung der Luftverkehrssteuer durch die Regierung trat erst Anfang Juli 2026 in Kraft, so dass die volle Belastung auf den Zeitraum Januar bis Juni fiel. Diese Kombination aus höheren Kerosinpreisen und gestiegenen Betriebskosten trieb die Preise in den meisten Segmenten in die Höhe.
Ausblick für den Rest des Jahres 2026
Die niedrigere Luftverkehrssteuer könnte den Kostendruck im zweiten Halbjahr etwas verringern, aber die Treibstoffvolatilität im Zusammenhang mit den Spannungen im Nahen Osten bleibt ein Risiko. Pauschalreise-Preise, die weniger stark gestiegen sind als Einzeltickets, könnten preisbewusste Reisende anziehen, die vorhersehbarere Kosten suchen. Ob die Fluggesellschaften die Steuerersparnisse weitergeben, bleibt ungewiss, da die Carrier ihre Netzwerke in einem Hochkostenumfeld weiter anpassen.


