
Verdächtige Huthi-Rakete trifft Flughafen Riad, fünf Menschen auf Intensivstation
Eine am Samstag gegen Mittag zu hörende Explosion führte zur Evakuierung des internationalen Flughafens König Khalid; fünf Menschen sollen auf der Intensivstation liegen. Etihad Airways und Qatar Airways haben Flüge in die saudische Hauptstadt gestrichen.
Explosion und Evakuierung in Riad
Am Samstag waren am internationalen Flughafen König Khalid in Riad laute Explosionen zu hören, und das Gelände wurde evakuiert, wie von Reuters zitierte Augenzeugen berichteten. Eine diplomatische Quelle sagte gegenüber AFP, eine von den Huthis abgefeuerte Rakete habe den Flughafen gegen 15 Uhr getroffen, und die Quelle bezeichnete den Flughafen als ziviles Ziel. Ein Augenzeuge gab an, beim Warten auf das Boarding eine Explosion gehört zu haben, während zwei weitere Augenzeugen nicht bestätigen konnten, welcher Vorfall die Evakuierung ausgelöst hatte. Reuters berichtete unter Berufung auf einen Augenzeugen, dass mehr als ein Dutzend Krankenwagen zum Flughafen eilten. Eine medizinische Quelle sagte gegenüber AFP, fünf Menschen lägen nach erlittenen Verletzungen auf der Intensivstation, während die saudischen Behörden die Evakuierung offiziell nicht bestätigt hatten.
Frühere Angriffe mit getöteten Saudis
Der Vorfall vom Samstag ereignete sich zwei Tage nach Angriffen am Donnerstag, bei denen nach Angaben der saudischen Behörden drei saudische Staatsangehörige, darunter ein Pilot, bei zwei Attacken der vom Iran unterstützten Huthis getötet wurden. Die BBC berichtete, dass bei Huthi-Angriffen auf zwei saudische Flughäfen am 6. und 7. Oktober drei weitere Menschen getötet wurden, während La Vanguardia über die Woche hinweg vier Todesopfer zählte, darunter den Piloten. Bereits am Mittwoch war der Flughafen Ziel eines Angriffs gewesen, was zu Störungen im Luftverkehr führte, und die Angriffe am Donnerstag beschädigten ein Flugzeug. Nach den Angriffen am Donnerstag hatte der Flughafen Reisende aufgefordert, sich vor der Anreise bei ihren Fluggesellschaften zu erkundigen, und diese Botschaft am Samstag wiederholt.
- Huthi-Angriffe auf zwei saudische Flughäfen beginnen, am 6. und 7. Oktober werden drei Menschen getötet
- Flughafen erneut Ziel eines Angriffs, was zu Störungen im Luftverkehr führt
- Von den Huthis reklamierte Angriffe töten drei saudische Staatsangehörige, darunter einen Piloten, und beschädigen ein Flugzeug
- Eine Rakete trifft laut Berichten den Flughafen Riad, löst eine Evakuierung aus, fünf Menschen liegen auf der Intensivstation
Fluggesellschaften und saudisches Schweigen
Etihad Airways und Qatar Airways strichen laut Reuters mehrere Flüge zwischen ihren Drehkreuzen und Riad, und einige dieser Streichungen reichten bis Montag. Mehrere Fluggesellschaften hatten bereits früher in der Woche Verbindungen in die saudische Hauptstadt ausgesetzt oder gestrichen, kurz bevor Riad Konferenzen zu Energie und Investitionen ausrichten soll. Der Flughafen bat Passagiere auf X, sich direkt an ihre Fluggesellschaften zu wenden und den Flugstatus zu prüfen, bevor sie dorthin reisen. Die saudischen Behörden haben sich zu der Explosion vom Samstag nicht geäußert, und das Presseamt der Regierung sowie die Zivilluftfahrtbehörde reagierten nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme. Le Soir merkte an, dass saudische Vertreter sich in den vergangenen Wochen kaum zu den Folgen der Huthi-Angriffe geäußert hätten.
Huthi-Kampagne und das Ende der Waffenruhe
Die Huthis erklären, sie griffen Saudi-Arabien wegen dessen Unterstützung der Regierungstruppen im Bürgerkrieg im Jemen an. Eine von Saudi-Arabien geführte Koalition wurde 2015 gebildet, um zu verhindern, dass die Huthis den Jemen von der international anerkannten Regierung übernehmen, und eine 2022 vermittelte vorübergehende Waffenruhe folgte auf Jahre von Luftangriffen und Bodenkämpfen, bei denen Hunderttausende Menschen getötet wurden. Die informelle Waffenruhe begann im Juli zu bröckeln, als die Huthis ein Seeblockade gegen Saudi-Arabien ankündigten und mit Raketen- und Drohnenangriffen auf saudische Flughäfen, Ölanlagen und Tanker im Roten Meer begannen. Die Gruppe erklärt, sie reagiere damit auf eine nach ihrer Darstellung jahrelange saudische Blockade und einen Luftangriff auf den Flughafen Sanaa. Die Huthis eroberten zudem strategisch wichtige Abschnitte der Küste des Roten Meeres, darunter den Hafen von Mocha an der Meerenge Bab al-Mandab, und jemenitische regierungstreue Kräfte erklärten seither, sie hätten die Meerenge gesichert. Le Soir bezeichnet Saudi-Arabien als weltgrößten Rohölexporteur und merkt an, dass das Land Angriffe auf zivile Ziele selten einräumt.

