
Drohnen über deutschem Militärstützpunkt mit Patriot-Systemen nach Fund einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig
Zwei Drohnen wurden über einem Bundeswehr-Stützpunkt in Mechernich gesichtet, der Patriot-Luftabwehrsysteme repariert, Tage nachdem eine Drohne mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig in der Nähe einer ukrainischen Frachtmaschine gefunden wurde.
Zwei Drohnen wurden am Donnerstag, den 6. August, gegen 22:00 Uhr über dem Materiallager Mechernich der Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen entdeckt, wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr am Samstag bestätigte. Der Stützpunkt, etwa 35 Kilometer von der belgischen Grenze und südwestlich von Bonn gelegen, beherbergt ein geschütztes unterirdisches Depot in 130 Metern Tiefe mit einer Fläche von rund 30.000 Quadratmetern zur Lagerung von militärischer Ausrüstung und Ersatzteilen. Laut deutschen Medienberichten von Süddeutscher Zeitung, WDR und NDR beobachteten private Sicherheitsmitarbeiter sechs Überflüge zwischen 22:00 Uhr am Donnerstag und 05:00 Uhr am Freitag. Die Bundeswehr bestätigte zwei Drohnen, eine Zahl, die nicht unbedingt im Widerspruch zu den sechs Überflügen steht, da dasselbe Gerät mehrfach aufgetaucht sein könnte. Feldjäger der Bundeswehr beobachteten eine Drohne aus einer Entfernung von etwa 40 Metern, und einem vertraulichen Bericht zufolge kreiste eine Maschine kurz über bereits anwesenden Offizieren.
Die Patriot-Reparatureinrichtung
Die Einrichtung in Mechernich beherbergt Spezialisten, die für die Wartung und Reparatur von US-amerikanischen Patriot-Luftabwehrsystemen zuständig sind. Die Anlage, innerhalb der Bundeswehr als „Patriot-Werft“ bekannt, ist wahrscheinlich die einzige ihrer Art in Europa. Deutschland gehört zu den NATO-Mitgliedern, die der Ukraine Patriot-Systeme zur Verteidigung gegen russische ballistische Raketenangriffe liefern. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj besuchte in der Vorwoche Washington, um von Donald Trump Patriot-Raketen zu erbitten.
Die Militärpolizei untersuchte den Vorfall in Mechernich und übergab den Fall an die Zivilpolizei in Euskirchen. Mehrere Behörden sind nun beteiligt: das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen, die Bundesicherheitsdienste, der Militärische Abschirmdienst MAD und das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum. Laut Medienberichten könnte es sich bei einer der Drohnen um einen Fly-380 VTOL-Typ handeln, mit einer Spannweite von etwa 3,8 Metern, einer Reichweite von bis zu 400 Kilometern, einer Geschwindigkeit von bis zu 150 km/h und einer Nutzlast von über 10 Kilogramm. Die Identifizierung wurde nicht bestätigt, und es bleibt unbekannt, wer für die Überflüge verantwortlich ist oder welchen Zweck sie hatten.
Drohne am Flughafen Leipzig
Die Sichtung in Mechernich erfolgte zwei Tage, nachdem in der Nacht zum Dienstag, den 4. August, eine Drohne mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig-Halle entdeckt worden war. Das Gerät wurde in der Nähe einer ukrainischen Antonov Airlines An-124 „Ruslan“-Frachtmaschine in einem Sperrbereich gefunden. Ein Busfahrer auf der Start- und Landebahn entdeckte die tief fliegende Drohne und neutralisierte sie mit einem Tritt, ohne zu wissen, dass sie Sprengstoff trug. Die improvisierte Bombe war stark genug, um ein Flugzeug zu zerstören. RFI berichtete, dass die Maschine mit Munition beladen war, während Rzeczpospolita meldete, dass diese Information dementiert wurde.
Aufgrund der Schließung der Startbahn musste eine sich nähernde Frachtmaschine ihre Landung abbrechen und kollidierte mit einem kleineren unbekannten Flugobjekt, möglicherweise einer zweiten Drohne. Die Bundesanwaltschaft übernahm am Donnerstag die Ermittlungen. Leipzig-Halle dient als ziviler Frachtknotenpunkt und NATO-Logistikzentrum für den Transport von Militärhilfe in die Ukraine und beherbergt auch die Strategic Airlift International Solution (SALIS).
Reaktion der Regierung
Innenminister Alexander Dobrindt unterbrach seinen Urlaub und bezeichnete den Vorfall in Leipzig als „hybriden Angriff“ und „neue Dimension der Bedrohung“. Er schloss die Beteiligung „ausländischer Mächte“ nicht aus, nannte aber kein Land. Einige Abgeordnete verwiesen auf Russland, obwohl die deutschen Behörden kein Land öffentlich beschuldigt haben.
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Bundeskanzler Friedrich Merz berief am Freitag, den 7. August, einen nationalen Sicherheitsrat ein. Die russische Botschaft in Berlin bezeichnete den Fund der Drohne mit Sprengstoff in Leipzig als „inszenierte Provokation“ und sprach von „einer neuen Welle antirussischer Hysterie“ und behauptete, die hybriden Angriffe, die Deutschland beschreibe, seien erfunden, um Russland zu provozieren. Deutschland hat seit 2025 konkrete Schritte zur Drohnenabwehr unternommen, darunter neue Gesetze, spezialisierte Einheiten und technische Systeme. Bund und Länder haben das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) eingerichtet, und eine neue Bundespolizeieinheit zur Drohnenabwehr wurde eingeführt.


