
Hamburger Fischmarkt trotzt Tropennacht und öffnet wie gewohnt am Sonntag
Der historische Hamburger Fischmarkt öffnet an diesem Sonntag trotz einer Tropennacht mit Temperaturen über 20 °C wie gewohnt – moderne Kühlung schützt die Ware.
Hitze kein Hindernis für den Sonntagshandel
Der Altonaer Fischmarkt, eine Hamburger Institution seit 1703, öffnet am Sonntag wie geplant von 5:00 bis 9:30 Uhr, bestätigte ein Sprecher des Bezirksamts Hamburg-Altona. Die Nachttemperaturen sollen über 20 Grad Celsius bleiben, doch die Hitze wird den Markt nicht beeinträchtigen. Rund 120 bis 140 Händler werden nahe der Großen Elbgaustraße erwartet, die frischen Fisch, Fischprodukte, Gemüse, Pflanzen und andere Waren anbieten.
Wenn der Fischmarkt jetzt nicht voll ist, wann dann?
Klaus Moritz, stellvertretender Vorsitzender des Landesverbands des ambulanten Gewerbes und der Schausteller, sagte, dass fast alle Händler kommen würden. Er wies darauf hin, dass viele Obst- und Gemüseverkäufer aus den Regionen Altes Land und Marsch- und Vierlande den Markt im Sommer bereichern.
Moderne Kühlung hält Produkte sicher
Die Händler sind zuversichtlich, dass ihre Waren der Wärme standhalten, da Fahrzeuge und Kühltechnik erheblich verbessert wurden. „Wer kommt, hat eine perfekte Kühlung“, sagte Moritz und fügte hinzu, dass die Produkte auch bei höheren Temperaturen gut geschützt seien. Die Kunden müssten jedoch vorsichtiger sein: Die Hitze könnte einige vom Kauf abhalten, und einige Händler könnten infolgedessen eine Woche aussetzen.
Räucherlachs und Räucheraal sind wahrscheinlich in Ordnung, Heilbutt ist empfindlich. Als Händler habe ich eine Verantwortung gegenüber meinen Kunden.
Die Standbetreiber beraten die Käufer in der Regel, welche Artikel schnell in den Kühlschrank sollten und welche die Wärme besser vertragen.
Drei Jahrhunderte Tradition
Der Markt gegenüber der Fischauktionshalle ist seit 1703 in Betrieb. Ursprünglich wurden dort neben Fisch auch Obst, Gemüse und Pflanzen verkauft, und die frühe Öffnung am Sonntag sollte frischen Fisch vor dem Gottesdienst in die Küchen des Adels liefern. Heute besuchen bis zu 50.000 Menschen jeden Sonntag den Markt. Der Markt ist berühmt für seine lauten Marktschreier, allen voran Aale-Dieter, der dort im Juni 1959 mit dem Verkauf von Aal und Lachs begann und bundesweit bekannt wurde. Der Markt war lange ein beliebter After-Party-Treffpunkt für Clubgänger von der nahe gelegenen Reeperbahn, doch diese Menge ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Aktuelle Pläne zielen darauf ab, die Öffnungszeiten anzupassen, um neue Kunden anzulocken.


