
Fincantieri übernimmt vier Unterwasserfirmen für 600 Mio. Euro, Aktie springt an
Der italienische Schiffbauer Fincantieri gab am Montag die Übernahme von vier Unternehmen im Unterwassersektor bekannt, um einen integrierten internationalen Champion aufzubauen. Der anfängliche Kaufpreis liegt bei rund 600 Millionen Euro, die Aktie stieg um bis zu 13 %.
Die Übernahmen
Fincantieri gab am Montag die Übernahme von vier italienischen Unternehmen im Unterwassersektor bekannt: Next Geosolutions, WSense, Graal Tech und Defcomm. Der anfängliche Kaufpreis beträgt rund 600 Millionen Euro, finanziert hauptsächlich aus der im Februar 2026 abgeschlossenen Kapitalerhöhung von 500 Millionen Euro. Next Geosolutions, das größte Übernahmeziel, ist an der Börse Euronext Growth Mailand notiert und in den Bereichen Meeresvermessung und Unterstützung von Offshore-Bauvorhaben tätig. Fincantieri wird von Marnavi einen Anteil von 52,60 % zu 16,25 Euro pro Aktie erwerben, was das Unternehmen mit 780 Millionen Euro bewertet, und anschließend ein Pflichtangebot für die restlichen Aktien starten. Die anderen drei sind technologieorientierte Scale-ups, die auf Unterwasserkommunikation, autonome Unterwasser-Drohnen und Oberflächen-Drohnen spezialisiert sind.
Die heutige Operation stellt eine historische industrielle Transformation für Fincantieri dar und schafft einen internationalen Unterwasser-Champion durch die vollständige Integration von Technologien, Fähigkeiten und operativen Kapazitäten entlang der Wertschöpfungskette.
- Fincantieri übernimmt Remazel Engineering.
- Fincantieri übernimmt und integriert WASS Submarine Systems.
- Fincantieri schließt eine Kapitalerhöhung von 500 Millionen Euro ab.
- Fincantieri kündigt vier Übernahmen an: Next Geosolutions, WSense, Graal Tech, Defcomm.
- Pro-forma-Umsätze des Unterwassersegments erreichen 1,1 Milliarden Euro und übertreffen das Ziel für 2030 um vier Jahre.
Finanzielle Details
Der Unterwassersektor, der 2025 einen Umsatz von 667 Millionen Euro erwirtschaftete (6,7 % des Gruppenportfolios), soll 2026 Pro-forma-Umsätze von 1,1 Milliarden Euro bei einem EBITDA von 220 Millionen Euro erreichen. Die Übernahmen werden voraussichtlich 2026 über 60 Millionen Euro zum Pro-forma-Nettogewinn der Gruppe beitragen und den Gewinn pro Aktie bis 2028 um 30 % und bis 2030 um 20 % steigern. Die EBITDA-Marge der Gruppe für die Unterwassersparte soll von 19,2 % im Jahr 2026 auf 21 % im Jahr 2028 und 23 % im Jahr 2030 steigen. Fincantieri erklärte, dass die Deals die Unterwasser-Wachstumsziele für 2030 vier Jahre früher als geplant erreichen.
- 2025
- 0.667 Mrd. €
- 2026 (Pro-forma)
- 1.1 Mrd. €
- 2028 (Prognose)
- 1.4 Mrd. €
- 2030 (Prognose)
- 1.8 Mrd. €
Marktreaktion
Die Aktien von Fincantieri sprangen nach der Ankündigung an der Mailänder Börse an. Die Aktie stieg bis zum Mittag um 11 %, wie die Frankfurter Allgemeine berichtete, während La Stampa um 10:30 Uhr einen Anstieg von 13,12 % und Il Messaggero einen Sprung von 8 % meldete. Der Aktienkurs hatte seit Jahresbeginn fast ein Drittel verloren, belastet durch die Kapitalerhöhung im Februar und einen Rückgang der Umsätze im ersten Quartal. Analysten von Intermonte bewerteten die Übernahmen positiv, bezeichneten sie als im Einklang mit der erwarteten Verwendung der ABB-Erlöse und industriell sinnvoll, da sie Fincantieri von einem Technologieanbieter zu einem integrierten Dienstleister transformieren.
Strategische Begründung
Die Übernahmen schaffen eine Unterwassersparte mit acht Unternehmen, 1.500 Spezialisten und einer Präsenz in Italien, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Norwegen und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Gruppe strebt an, End-to-End-Lösungen von Hardware über Software, Telekommunikation bis hin zu Dienstleistungen anzubieten. Der Schritt beschleunigt den Industrieplan 2026–2030 und nutzt einen Markt, der im Zeitraum 2026–2030 voraussichtlich einen kumulierten Wert von 155 Milliarden Euro erreichen wird, wobei der unkonventionelle Unterwassersektor aufgrund von Verteidigung und Schutz kritischer Infrastruktur mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von 30 % wächst.
Diese Übernahmen ermöglichen es uns, die Umsetzung des Industrieplans zu beschleunigen, die Rentabilität deutlich zu steigern und einen sich schnell ausweitenden Markt zu erschließen, in dem die Dual-Use-Komponente zunehmend an Bedeutung gewinnen wird.
Ausblick
Fincantieri erwartet, dass die Unterwasserumsätze bis 2028 1,4 Milliarden Euro und bis 2030 1,8 Milliarden Euro erreichen werden. Die Übernahmen sind stark gewinnsteigernd, wobei der Beitrag zum Nettogewinn der Gruppe bis 2030 rund 130 Millionen Euro betragen wird. Die Gruppe betonte, dass die Deals die Leverage-Prognose für 2026 nicht beeinträchtigen und die Ziele für das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA für 2028 und 2030 verbessern werden.
- 2026
- 19.2 %
- 2028
- 21 %
- 2030
- 23 %

