
FIFA schiebt leere Plätze bei WM-Spiel auf Fans in den Gängen – Kritik an Ticketpreisen wächst
FIFA meldete 44.985 Zuschauer für Südkorea gegen Tschechien in Guadalajara, nur 679 unter der Kapazität, aber weite leere Sitzreihen veranlassten den Verband zu argumentieren, die Fans hätten in den Gängen gestanden statt zu sitzen.
Das zweite Spiel der FIFA-Weltmeisterschaft 2026, ein 2:1-Sieg Südkoreas gegen Tschechien in Guadalajara, Mexiko, lockte offiziell 44.985 Zuschauer in ein Stadion mit 45.664 Plätzen. Doch Fernsehbilder zeigten ganze Reihen leerer roter Sitze, besonders entlang der Mittellinie und in den VIP-Bereichen des Osttribüne. Die Diskrepanz zwischen der offiziellen Zahl und der sichtbaren Besucherzahl warf sofort Fragen zu FIFAs Ticketpolitik und Preisgestaltung auf.
Offizielle Zahlen vs. Beweise
FIFA bestand darauf, dass die Zahl korrekt sei.
Die Zahlen bedeuten, dass nur 679 Plätze unbesetzt waren. Ähnliche Diskrepanzen traten einen Tag später in Toronto auf, wo Kanadas 1:1-Unentschieden gegen Bosnien-Herzegowina 43.002 Fans in einem Stadion mit 43.036 Plätzen verzeichnete.Die offiziellen Besucherzahlen spiegeln die Anzahl der gescannten Tickets und der im Stadion anwesenden Zuschauer wider, nicht visuelle Schätzungen der Sitzplatzbelegung zu einem bestimmten Zeitpunkt während des Spiels.
- Südkorea gegen Tschechien
- 679 Plätze
- Kanada gegen Bosnien-Herzegowina
- 34 Plätze
Die Gang-Verteidigung
Auf die Frage, warum Zehntausende Ticketinhaber ihre Plätze verlassen hätten, bot der Verband eine einzige Erklärung.
Kritiker nannten die Begründung absurd. Das Schweizer Portal watson.ch berichtete, dass leere Plätze weit verbreitet waren, mit besonders geringer Nutzung in der VIP-Zone, wo Tickets zwischen 400 und 5.000 Dollar kosteten.Bitte beachten Sie, dass während des gestrigen Abendspiels in Guadalajara Fans mit gültigen Tickets dabei beobachtet wurden, dass sie in den Gängen und Hospitality-Bereichen standen, anstatt während des gesamten Spiels auf ihren zugewiesenen Plätzen zu bleiben.
Gegenwind wegen Ticketpreisen
Mehrere Artikel brachten die leeren Plätze mit den Kosten in Verbindung. Die günstigsten Plätze auf FIFAs eigener Weiterverkaufsplattform waren für 382 Euro gelistet, während einige Second-Hand-Tickets in die Tausende Euro gingen. Blick.ch nannte eine Zahl von mehr als 180.000 Tickets, die noch auf offiziellen Weiterverkaufskanälen verfügbar waren. La Repubblica merkte an, dass viele Tickets im Voraus an Sponsoren und Offizielle vergeben werden, die oft weniger attraktive Spiele nicht besuchen, was bedeutet, dass Plätze verkauft, aber nicht gefüllt werden können.
Infantinos Haltung
FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte vor dem Turnier behauptet, dass 500 Millionen Ticketanträge eingegangen seien und jedes Spiel ausverkauft sei. Er verteidigte die Preisgestaltung.
In einem separaten Medienauftritt sagte er:Unsere Ticketpreise sind angemessen. Es ist nicht so, dass jemand eines Morgens aufwacht und die Preise festlegt. Sie wurden von vielen Experten analysiert und bestimmt.
Jeder Dollar, den wir einnehmen, fließt zurück in den Fußball.
Breitere Turnierbedenken
Die Bilder aus Guadalajara zeigten auch eine Grashecke, die die Fans vom Spielfeld trennt, eine Sicherheitsmaßnahme, die Zäune ersetzen und das von den französischen Architekten Jean-Marie Massaud und Daniel Pouzet entworfene, von Vulkanen inspirierte Stadiondesign ergänzen soll. Ob die leeren Plätze ein isolierter Ausrutscher oder ein Zeichen für tiefere Probleme bei der Ticketverteilung sind, bleibt eine offene Frage. Die spärlichen Stellen beim Eröffnungsspiel in Toronto deuten darauf hin, dass das Problem möglicherweise nicht auf eine Gastgeberstadt beschränkt ist.


