
FIFA warnt vor ‚gezielter Kampagne‘ gegen Infantino, während Abfindungsvorwürfe auftauchen
FIFA veröffentlichte am späten Samstag eine kämpferische Stellungnahme, in der sie Präsident Gianni Infantino gegen eine sogenannte ‚gezielte und anhaltende‘ Kampagne verteidigte, während neue Vorwürfe über eine UEFA-Abfindungszahlung von 2011 an eine Frau auftauchten, die der Telegraph als seine Geliebte beschrieb.
FIFAs Gegenangriff
FIFA veröffentlichte in der Nacht vom 8. auf den 9. August 2026 eine scharf formulierte Erklärung, die vor „gezielten und anhaltenden Bemühungen einiger Akteure, die FIFA und ihren Präsidenten zu untergraben“ warnte. Die auf der Plattform X veröffentlichte Erklärung nannte keine konkreten Kritiker oder Berichte, sondern erklärte, dass die jüngste Berichterstattung „unbegründete Behauptungen und nachweislich falsche Darstellungen“ enthalte. FIFA erklärte, sie werde „sofort und energisch“ gegen ungenaue oder irreführende Berichterstattung vorgehen. Die Organisation bestand darauf, dass Infantino, 56, von 211 Mitgliedsverbänden demokratisch gewählt worden sei und weiterhin auf deren Mandat diene.
Diejenigen, die nicht die Unterstützung der FIFA-Mitgliedsverbände haben, sollten nicht versuchen, durch Anschuldigungen, Andeutungen oder Fehlinformationen zu erreichen, was sie durch die etablierten demokratischen Prozesse der FIFA nicht erreichen können.
Die Abfindungsvorwürfe
Der unmittelbare Auslöser für die Stellungnahme der FIFA war ein Bericht der britischen Zeitung Telegraph. Er behauptete, dass während Infantinos Amtszeit als UEFA-Generalsekretär (2009–2016) eine hohe Abfindungszahlung für eine enge weibliche Mitarbeiterin arrangiert wurde. Der Telegraph beschrieb die Frau als Infantinos „Geliebte“, die schnell in der Organisation aufgestiegen sei. Die UEFA bestätigte dem SID (Sport-Informations-Dienst), dass eine Zahlung erfolgt sei, machte jedoch keine näheren Angaben zu den Umständen. Die FIFA wies die Berichte als „verzerrte Fakten“ und „unbegründete Anschuldigungen“ zurück, die darauf abzielten, dem Präsidenten zu schaden.
Der gescheiterte Investorenplan
Die Abfindungsvorwürfe verschärfen eine Krise, die in der Vorwoche ausgelöst wurde, als Infantino einen Plan vorantrieb, etwa 20 Prozent der Anteile an einer neu gegründeten Tochtergesellschaft, FIFA Forward Enterprise (FFE), an private Investoren zu verkaufen. FFE wurde mit insgesamt 20 Milliarden Dollar bewertet und hätte die kommerziellen Rechte an den Männer- und Frauen-Weltmeisterschaften sowie der Klub-Weltmeisterschaft gebündelt. Der Plan wurde nach wenigen Tagen unter starkem Druck zurückgezogen, hauptsächlich von der UEFA, die ihn scharf kritisiert hatte. Die Episode wird als die intensivste Kritik beschrieben, der Infantino in seinen rund zehn Jahren als Präsident ausgesetzt war.
- Infantino präsentiert Plan, circa 20 % der FIFA Forward Enterprise, bewertet mit 20 Mrd. USD, an private Investoren zu verkaufen
- Investorenplan unter starkem Druck der UEFA zurückgezogen
- Telegraph berichtet über UEFA-Abfindungszahlung von 2011 an Frau, die als Infantinos Geliebte beschrieben wird; UEFA bestätigt Zahlung
- Norwegischer Fußballverbandspräsidentin Lise Klaveness fordert Infantinos sofortigen Rücktritt
- FIFA gibt kämpferische Stellungnahme ab, die vor ‚gezielter Kampagne‘ gegen Infantino warnt
- FIFA-Präsidentschaftswahl angesetzt; Infantino einziger erklärter Kandidat
Europäischer Aufstand und globale Spaltung
Der europäische Widerstand hat sich zu offener Revolte verhärtet. Der Norwegische Fußballverband unter Präsidentin Lise Klaveness forderte Infantinos sofortigen Rücktritt und erklärte, er habe jedes Vertrauen verloren. Die Nationalverbände von England, Schweden, Wales und Serbien haben ihre Unterstützung öffentlich zurückgezogen. Die UEFA hält weiterhin an der Möglichkeit eines Boykotts von FIFA-Wettbewerben fest. Auf der anderen Seite haben der Afrikanische Fußballverband CAF und mehrere Mitglieder des Südamerikanischen Fußballverbands CONMEBOL demonstrativ hinter Infantino zusammengeschlossen, was eine vertraute geopolitische Spaltung innerhalb des Weltfußballverbandes schafft.
Weg zum März 2027
Infantino bleibt der einzige erklärte Kandidat für die für März 2027 angesetzte FIFA-Präsidentschaftswahl. Die Stellungnahme der FIFA stellte die Kritik als Versuch dar, den demokratischen Prozess zu untergraben, statt als legitime Prüfung. Die Organisation erklärte, sie begrüße „berechtigte kritische Überprüfung“, aber dies sei „keine Lizenz, Fakten zu verzerren, unbegründete Anschuldigungen aufzublähen oder Ablenkungsmanöver zu inszenieren.“ Während sich europäische Verbände gegen ihn mobilisieren und afrikanische und südamerikanische Gremien standhaft bleiben, zeichnet sich der Wettbewerb entlang kontinentaler Linien ab, die die FIFA-Politik seit Jahrzehnten prägen.


