
Infantino: 64 Teams bei der WM 2030 sind „definitiv ein Thema, das geprüft wird“ nach „riesigem Erfolg“ mit 48 Teams
FIFA-Präsident Gianni Infantino erklärte gegenüber dem Schweizer Sender Bluewin, dass ein Vorschlag, das Turnier 2030 von 48 auf 64 Teams zu erweitern, nach Abschluss der aktuellen WM in den Ausschüssen diskutiert werde. Die erste WM mit 48 Teams bezeichnete er als „riesigen Erfolg“.
Das Urteil über die WM mit 48 Teams
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die erste WM mit 48 Teams als „riesigen Erfolg“ bezeichnet und bestätigt, dass eine weitere Ausweitung auf 64 Teams für die Ausgabe 2030 „definitiv ein Thema ist, das nach dieser WM in den zuständigen Ausschüssen geprüft und diskutiert wird“. Gegenüber dem Schweizer Medium Bluewin verwies Infantino auf die Leistungen kleinerer Nationen als Beleg für die Funktionsfähigkeit des Formats. „Jede Mannschaft hat auf hohem Niveau gespielt. Mannschaften von jedem Kontinent haben Tore erzielt und mindestens einen Punkt geholt“, sagte er. Neun der zehn afrikanischen Teams erreichten die K.o.-Runde, im Vergleich zu fünf beim Turnier 2022 in Katar – eine Statistik, die Infantino für eine breitere Teilnahme ins Feld führte. Der aktuelle Spielplan mit 104 Partien neigt sich dem Ende zu: Argentinien, England, Frankreich und Spanien stehen im Halbfinale.
Das ist definitiv ein Thema, das nach dieser WM in den zuständigen Ausschüssen geprüft und diskutiert wird.
Das Teilnehmerfeld war von 1998 bis 2022 auf 32 Teams fixiert, bevor es 2026 auf 48 aufgestockt wurde. Infantino stellte den möglichen nächsten Sprung auf 64 Teams als logische Fortsetzung von FIFAs Mission dar, den Sport zu globalisieren.
Der Vorschlag für 2030 und der Druck aus Südamerika
Die Idee einer WM mit 64 Teams ist nicht neu. Der uruguayische Funktionär Ignacio Alonso brachte sie erstmals im März 2025 bei einer FIFA-Ratssitzung vor, und Alejandro Dominguez, Präsident des südamerikanischen Verbandes CONMEBOL und FIFA-Vizepräsident, erneuerte den Vorstoß im November 2025 und bezeichnete ein überdimensionales Jahrhundertturnier als seinen „Traum“. Nach dem bestehenden Plan für 2030 wird das Turnier mit einzelnen Spielen in Uruguay, Argentinien und Paraguay eröffnet. Die restlichen Partien finden in Marokko, Portugal und Spanien statt. Eine Aufstockung auf 64 Teams könnte jeden der drei südamerikanischen Gastgeber von einem Spiel auf eine komplette Vierergruppe aufwerten – eine Aussicht, die bei Funktionären der Region Berichten zufolge Anklang findet.
Jede Nation sollte davon träumen dürfen, an der Weltmeisterschaft teilzunehmen.
Format und Logistik
Ein 64-Team-Format würde sechzehn weitere Nationen zur Endrunde bringen, was bedeutet, dass etwa ein Viertel der FIFA-Mitgliedsverbände qualifiziert wäre. Berichten zufolge würde die Struktur vier zusätzliche Gruppen mit je vier Teams einführen und die derzeitige Regelung abschaffen, die einigen Gruppendritten den Einzug ins Achtelfinale ermöglicht. Die Änderung würde auch ein Turnier verlängern, das bei 48 Teams bereits 104 Spiele umfasst, verglichen mit 64 bei der Ausgabe 2022 in Katar. Infantino räumte den Zeitplan ein: Die Diskussionen beginnen erst, nachdem das Turnier 2026 mit dem Finale auf US-amerikanischem Boden abgeschlossen ist.
- Der uruguayische Funktionär Ignacio Alonso schlägt bei einer FIFA-Ratssitzung ein 64-Team-Format vor.
- CONMEBOL-Präsident Alejandro Dominguez erneuert den Vorstoß für ein 64-Team-Jahrhundertturnier.
- Infantino sagt gegenüber Bluewin, die 64-Team-Idee werde nach der WM 2026 geprüft und diskutiert.
- Die FIFA-Ausschüsse sollen mit der formellen Prüfung des Vorschlags zur Aufstockung auf 64 Teams beginnen.
Widerstand aus Europa und der CONCACAF
UEFA-Präsident Aleksander Ceferin bezeichnete eine WM mit 64 Teams als „schlechte Idee“ und argumentierte, sie würde sowohl die Endrunde als auch die kontinentalen Qualifikationskämpfe entwerten. Auch CONCACAF-Präsident Victor Montagliani äußerte starke Zweifel am Nutzen einer weiteren Ausweitung. Ihr Widerstand lässt einen potenziellen Konflikt innerhalb der FIFA-Governance-Struktur erwarten, wo das finanzielle und politische Gewicht des europäischen Verbandes häufig Vorschlägen aus anderen Regionen entgegenwirkt. Eine formelle Abstimmung ist noch nicht angesetzt, aber die Kommentare von Ceferin und Montagliani signalisieren, dass das Konzept mit 64 Teams auf erheblichen Gegenwind stößt, bevor es zur Abstimmung kommen kann.
Eine WM mit 64 Teams ist eine schlechte Idee.
Wie es weitergeht
Infantinos Äußerungen gegenüber Bluewin dienen als Startsignal für eine Debatte, die in den kommenden Monaten in den FIFA-Ausschüssen geführt wird. Das Turnier 2030, das bereits beispiellos ist, da es sich über sechs Gastgeberländer auf drei Kontinenten erstreckt, ist unabhängig von der Teilnehmerzahl logistisch komplex. Jede Entscheidung, sechzehn weitere Teams hinzuzufügen, müsste vom FIFA-Rat genehmigt werden, einem Gremium, in dem die Regionalverbände erheblichen Einfluss haben. Während die aktuelle WM zu Ende geht und noch vier Teams auf dem Spielfeld um den Titel kämpfen, hat die parallele Gespräche über die künftige Größe des Turniers nun formell begonnen.


