
Waldbrand in der Gohrischheide wächst auf 19 Hektar – Blindgänger halten Feuerwehr auf Distanz
Zum zweiten Mal in Folge breitet sich ein Waldbrand über das ehemalige Militärübungsgelände zwischen Sachsen und Brandenburg aus, wo alte Munition die Feuerwehr zwingt, von sicheren Wegen aus zuzusehen.
Feuer entzündet sich erneut in ehemaligem Militärgebiet
Gegen 15:00 Uhr am 27. Juni 2026 brach im Naturschutzgebiet Gohrischheide an der Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg ein Waldbrand aus. Das Feuer entstand im Bereich des ehemaligen Flugplatzes und nördlich des alten Bunkers, einer Zone, die bereits 2022 von einem Großbrand heimgesucht wurde. Innerhalb kurzer Zeit wuchs es von zunächst drei Hektar auf 19 Hektar an. Rund 100 Einsatzkräfte sind im Einsatz, Hubschrauber und ein geschütztes Feuerwehrfahrzeug wurden angefordert.
Blindgänger-Erbe blockiert Feuerwehr
Das Schutzgebiet diente von der Kaiserzeit über beide Weltkriege bis hin zur Sowjetarmee als militärisches Übungsgelände und ist daher mit Blindgängern (UXO) übersät. Aufgrund der Explosionsgefahr können sich die Einsatzkräfte nur auf offiziell freigegebenen Wegen bewegen.
Der Bürgermeister von Zeithain, Mirko Pollmer, bezeichnete die Lage als „sehr unbefriedigend“ und sagte, die Feuerwehr könne sich den Flammen nicht direkt nähern, „weil wir keine geschützte Ausrüstung haben“. Stattdessen stehen die Einsatzkräfte auf sicheren Wegen und beobachten die Ausbreitung des Feuers.Ein aktives Löschen durch unsere Kollegen ist aufgrund der Munitionsbelastung erneut nicht möglich.
Die verheerende Brandkatastrophe des Vorjahres
Fast auf den Tag genau ein Jahr zuvor, am 1. Juli 2025, brach im selben Schutzgebiet ein massiver Brand aus. Das Feuer wütete fast zwei Wochen lang, bevor die Feuerwehr Entwarnung gab. Die Landesforstverwaltung bewertete ihn als den größten Waldbrand in Sachsen seit Jahrzehnten. Rund 2.400 Hektar (mehr als drei Viertel des rund 2.000 Hektar großen Schutzgebiets) waren betroffen. Eine Untersuchung ergab, dass das Feuer durch hitzebedingte Selbstentzündung alter Munition im Boden ausgelöst worden war.
Größenvergleich
Ein Vergleich der verbrannten Flächen zeigt den dramatischen Unterschied in der Brandgröße zwischen den beiden Ereignissen.
- Juli 2025
- 2400 Hektar
- Juni 2026
- 19 Hektar
Politischer Stillstand bei der Munitionsräumung
Nach der Katastrophe von 2025 gab es erneute politische Forderungen, das Naturschutzgebiet von Blindgängern zu befreien. Das Umweltministerium erklärte, einzelne Abschnitte zu räumen, eine vollständige Räumung des gesamten 2.000 Hektar großen Geländes wurde jedoch ausgeschlossen. Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch verwies auf die Kosten: Die Beseitigung von Munition auf einem Hektar koste etwa eine Million Euro. Die hohe Brandlast des Gebiets (trockene Kiefernnadeln, Totholz und hohes Gras auf früheren Brandnarben) erhöht das wiederkehrende Risiko.


