
Russland tötet bei massivem Raketen- und Drohnenangriff auf Kiew mindestens 30 Menschen, tödlichster Angriff auf die Hauptstadt in diesem Jahr
Russland hat über Nacht 74 Raketen und 496 Drohnen auf Kiew abgefeuert, dabei mindestens 30 Zivilisten getötet und fast 100 verletzt – nach Angaben des Bürgermeisters der massivste Angriff auf die Hauptstadt. Moskau erklärte, der Beschuss sei Vergeltung für ukrainische Angriffe auf russische Ölinfrastruktur gewesen.
Der Angriff
Russische Streitkräfte haben Kiew 11 Stunden lang von Mittwochnacht bis Donnerstagmorgen mit Raketen und Drohnen bombardiert und dabei Wohnhäuser und zivile Infrastruktur getroffen. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe 74 Raketen abgefeuert, darunter 24 Iskander-Ballistikraketen und 4 Zirkon-Antischiffsraketen, sowie 496 Drohnen. Mehr als 50.000 Menschen suchten in U-Bahn-Stationen Schutz, während Luftalarm ertönte.
Dies ist der massivste Angriff des Feindes auf die Hauptstadt.
Opfer und Rettung
Mindestens 30 Menschen wurden getötet und fast 100 verletzt, so Präsident Wolodymyr Selenskyj. Der Leiter der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkachenko, bezifferte die Verletzten auf 91, zehn Menschen werden noch vermisst. Rettungskräfte arbeiteten den ganzen Tag über, um eingestürzte und ausgebrannte Wohnblocks zu durchsuchen, darunter ein teilweise eingestürztes Mehrfamilienhaus im Bezirk Darnyzkyj. Das Ukrainische Rote Kreuz teilte mit, sein humanitäres Lager sei beschädigt worden, wodurch 320.000 Hilfsgüter zerstört wurden und die Notfallhilfe im ganzen Land beeinträchtigt sei.
- Russland startet massiven Raketen- und Drohnenangriff auf Kiew über Nacht, der 11 Stunden dauert.
- Erste Berichte bestätigen mindestens 21 Tote; Rettungsarbeiten beginnen in eingestürzten Gebäuden.
- Die Zahl der Toten steigt auf 30, fast 100 Verletzte und 10 Vermisste.
- Kiew ruft einen Trauertag aus; Selenskyj bricht Irland-Besuch ab.
- Rettungsarbeiten dauern an; Rotkreuz-Lager zerstört, 320.000 Hilfsgüter verloren.
Vergeltung und Hintergrund
Das russische Verteidigungsministerium bezeichnete den Angriff als Reaktion auf ukrainische Langstreckenangriffe auf seine Ölraffinerien und Versorgungswege. Die Ukraine hat in einer 40-tägigen Blitzoffensive die russische Energieinfrastruktur angegriffen, was zu Treibstoffknappheit und Unmut in Russland, insbesondere im annektierten Krim, geführt hat. Moskau erklärte, seine Angriffe hätten militärische und Energieeinrichtungen getroffen, doch die Schäden an Wohngebieten und einem Schwimmbad in Saporischschja, die von Überwachungskameras aufgezeichnet wurden, unterstrichen die zivilen Opfer.
Wenn unsere Partner ihre Versprechen rechtzeitig eingehalten hätten, glaube ich, hätten wir heute mehr Häuser und Leben retten können.
Diplomatische und militärische Folgen
Selenskyj brach nach dem Angriff einen Besuch in Irland ab. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte, sie werde neue Sanktionen gegen Einrichtungen vorschlagen, die den militärisch-industriellen Komplex Russlands unterstützen. Diplomatische Bemühungen, auch die der Trump-Administration, sind ins Stocken geraten; sowohl Trump als auch Selenskyj werden nächste Woche zu einem NATO-Gipfel in der Türkei erwartet.
Je mehr Moskau Zivilisten angreift, desto mehr Sanktionen müssen verhängt werden.
Weitere Angriffe
In der Nacht zum Freitag töteten russische Angriffe vier Menschen in der Region Sumy, darunter ein Kind unter zwei Jahren, und verletzten sieben in Krywyj Rih, Selenskyjs Heimatstadt. Unterdessen töteten ukrainische Raketenangriffe auf die russische Grenzstadt Belgorod eine Frau und verursachten Wasser- und Stromausfälle, so der Bürgermeister.


