
Wind treibt Feuer auf ehemaligem Sowjet-Munitionsplatz auf Stromleitung und ICE-Strecke bei Neustrelitz zu
Ein großflächiger Waldbrand auf einem ehemaligen sowjetischen Panzerschießplatz bei Neustrelitz wurde durch eine Winddrehung nach Norden getrieben und bedroht nun eine Hochspannungsleitung und eine ICE-Strecke. Feuerwehrkräfte können das mit Munition durchsetzte Gelände nicht betreten.
Brand auf munitionsbelastetem Gelände ausgebrochen
Der Brand brach am Mittwochmittag auf einem ehemaligen sowjetischen Panzerschießplatz bei Neustrelitz im Müritz-Nationalpark aus. Das Gebiet ist stark mit Blindgängern, darunter panzerbrechende Granaten, übersät und kann von der Feuerwehr nicht betreten werden. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Jörg Westphal erklärte, zunächst hätten nur drei bis vier Hektar gebrannt, doch das Feuer habe sich schnell ausgebreitet. Die Feuerwehr war gezwungen, sich zurückzuhalten und das Feuer kontrolliert brennen zu lassen, während sie den Randbereich zur Brandausbreitung hin bewässerte.
Feuerwehr sieht sich mit Sprengstoffgefahr konfrontiert
Die extreme Gefahr durch alte Munition macht einen direkten Angriff unmöglich. Landrat Thomas Müller der Mecklenburgischen Seenplatte teilte NDR mit, dass selbst spezialisierte Löschpanzer den Explosionen nicht standhalten würden.
Der Name sagt es schon: Dieser Panzer ist gegenüber dieser Art von Munition nicht unverwundbar.
Alte Munition kann durch Hitze detonieren, und das Feuer löst wiederum weitere Explosionen aus. Diese Kaskade macht den Brand in Verbindung mit wechselnden Winden unberechenbar. Die Feuerwehrkräfte halten einen Sicherheitsabstand von 1.000 Metern ein und setzen auf Wassersperren und Kreisberegner, um den Brand einzudämmen.
Nächtliche Erfolge zunichte gemacht – Flammen entfachen neu
Nachdem das Feuer in der Nacht zum Donnerstag abgeschwächt war und Wassersperren die Westfront gestoppt hatten, gab eine morgendliche Drohnenbefliegung zunächst Anlass zur Hoffnung. Doch eine Winddrehung auf Süd am Freitagmorgen belebte das Feuer neu und trieb es nach Norden. Ein Kreissprecher berichtete, dass zahlreiche kleine Hotspots wieder aufgeflammt seien, was die Gesamtlage schwer überschaubar mache. Die betroffene Fläche ist auf rund 130 Hektar angewachsen, 160 Einsatzkräfte sind im Einsatz.
- Brand bricht auf ehemaligem Panzerschießplatz aus, 3-4 Hektar brennen.
- Brand breitet sich aus; Wassersperren stoppen Westfront über Nacht.
- Wind dreht auf Süd, Feuer entfacht neu und zieht nach Norden.
- Feuer nähert sich auf 200 m der Hochspannungsleitung; Edis schaltet sie ab.
- Brand dauert an, 130 Hektar betroffen, Verteidigungslinien ausgedehnt.
Winddrehung bedroht Strom- und Bahnstrecken
Am Freitagnachmittag war das Feuer weniger als 200 Meter von einer Hochspannungsleitung entfernt und näherte sich einer ICE-Strecke im Norden. Der Versorger Edis bestätigte, die Leitung vorsorglich abgeschaltet zu haben, obwohl keine Verbraucher betroffen waren. Eine Verteidigungslinie aus Beregnern wurde in schwierigem Gelände erweitert, wobei die Ausrüstung von Hand getragen werden musste. Westphal warnte, dass die Chancen, den Brand zu stoppen, gering seien, wenn er die Baumkronen eines bewaldeten nördlichen Abschnitts erreiche. Entlang der Bahnstrecke wird eine Schutzbarriere errichtet.
Die Leitung wurde von Edis abgeschaltet.
- 2026-06-24
- 4 ha
- 2026-06-25
- 120 ha
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- 130 ha
Was als Nächstes passiert
Die Ursache ist weiterhin unbekannt, und die Ermittler können das Gelände nicht betreten. Bei weiterhin heißem Wetter hoffen die Behörden auf Regen, vielleicht ein sommerliches Gewitter. Der Brand zählt zu den größten in der Region der letzten Jahre. Die Lage bleibt dynamisch; der Brand wird erst für gelöscht erklärt, wenn Drohnenaufnahmen keine weiteren Hotspots mehr zeigen.


