
Mann festgenommen, weil er auf Social Media gedroht hatte, Nigel Farage zu erschießen – Polizei wechselt zu proaktiver Haltung bei Sicherheit von Abgeordneten
Ein Mann in seinen Zwanzigern wurde in Süd-London festgenommen, nachdem Parlamentsbehörden einen Beitrag auf X vom Mai gemeldet hatten, in dem er drohte, den Reform-UK-Vorsitzenden zu erschießen, falls er die Kommunalwahlen gewinnen sollte.
Festnahme und Chronologie der Drohung
Ein Mann in seinen Zwanzigern wurde am Dienstag in einem Wohnhaus in Süd-London festgenommen, nachdem ein Social-Media-Beitrag gedroht hatte, Nigel Farage zu erschießen. Der Beitrag, der auf X einen Tag nach den Kommunalwahlen am 7. Mai gepostet wurde, als die Stimmen noch ausgezählt wurden, lautete: „Ich werde dir in den Kopf schießen, wenn du gewinnst.“ Die Parlamentsbehörden meldeten die Nachricht am Freitag, 8. Mai, der Metropolitan Police. Die Ermittler beantragten daraufhin gerichtlich die Kontaktdaten des Nutzers bei der Plattform, und nachdem diese Daten übermittelt worden waren, erfolgte die Festnahme am 14. Juli. Der Verdächtige wurde über Nacht festgehalten und am darauffolgenden Tag gegen Kaution freigelassen, während die Ermittlungen andauern.
- Die Kommunalwahlen im Vereinigten Königreich fanden am 7. Mai statt.
- Ein Beitrag auf X droht, Farage in den Kopf zu schießen, falls er gewinnt, gepostet einen Tag nach den Wahlen.
- Die Parlamentsbehörden melden den Beitrag am 8. Mai der Metropolitan Police.
- Ermittler erhalten nach einem Gerichtsbeschluss die Kontaktdaten von der Social-Media-Plattform.
- Mann in seinen Zwanzigern am 14. Juli in einem Wohnhaus in Süd-London festgenommen.
- Verdächtiger am 15. Juli gegen Kaution freigelassen, weitere Ermittlungen laufen.
Farages Reaktion und Forderung nach Sicherheit
Farage sagte der Telegraph, die Festnahme sei das erste Mal gewesen, dass die Polizei proaktiv gegen eine Social-Media-Drohung gegen ihn vorgegangen sei, und forderte sie auf, die anderen „drei- oder vierhundert ähnlichen Beiträge“ allein aus dem Jahr 2026 zu prüfen. Er sagte, er habe im Laufe der Jahre viele Drohungen gemeldet, darunter Videos von Menschen, die Waffen abfeuern, doch die Polizei habe stets behauptet, die Beiträge erreichten die erforderliche Schwelle nicht.
Dies ist das erste Mal, dass die Polizei jemals proaktiv auf einen Social-Media-Beitrag reagiert hat, und ich hoffe, sie überprüfen die anderen drei- oder vierhundert ähnlichen Beiträge allein aus diesem Jahr.
Der innenpolitische Sprecher von Reform UK, Zia Yusuf, sagte, nach der Tötung der früheren Abgeordneten und Parteisprecherin Ann Widdecombe herrsche unter den Abgeordneten der Partei eine „überwältigende Angst“.
Unter den Reform-Abgeordneten herrscht eine überwältigende Angst.
Tötung von Widdecombe und wechselnde Ermittlungen
Ann Widdecombe, 78, eine ehemalige konservative Ministerin, die später als Sprecherin für Einwanderung und Justiz zu Reform UK stieß, wurde am 8. Juli tot in ihrem ländlichen Haus in Devon aufgefunden. Die Ermittlungen wurden zunächst von der örtlichen Polizei geführt, die erklärte, nichts deute auf ein politisches oder terroristisches Motiv hin. Allerdings übernahmen am Montag die Anti-Terror-Polizei den Fall, nachdem neue Beweise für einen „gezielten Angriff“ aufgetaucht waren. Ein weißer Brite, 28, wurde wegen Mordverdachts und Vorbereitung terroristischer Handlungen festgenommen. Die Polizei von Devon und Cornwall wurde für ihre erste Einschätzung kritisiert.
Wenn die Polizei jetzt beschließt, zu handeln, um das Leben aktiver und ehemaliger Politiker zu schützen, dann wird etwas Gutes aus Anns schrecklichem Tod entstanden sein.
Farages Rücktritt und Nachwahl
Farage trat Anfang des Monats als Abgeordneter für Clacton zurück, nachdem eine parlamentarische Untersuchung zu einer nicht deklarierten Spende von 5 Millionen Pfund (etwa 6,7 Millionen Dollar) eines in Thailand ansässigen Kryptowährungs-Milliardärs eingeleitet worden war. Er hat erklärt, das Geld sei für seine persönliche Sicherheit bestimmt gewesen. Trotz seines Rücktritts plant er, im nächsten Monat erneut für denselben Sitz zu kandidieren, um die anhaltende öffentliche Unterstützung zu demonstrieren. Oppositionsparteien kritisieren den Schritt als Taktik, um eine vollständige parlamentarische Untersuchung der Spende zu umgehen.


