Mann aus Illinois wegen mutmaßlich geplantem Anschlag auf Hindu-Tempel beschuldigt
Alexandros Paporakis, 19, wurde am 11. Oktober in Palatine im US-Bundesstaat Illinois festgenommen; die Polizei geht davon aus, dass er einen Anschlag auf einen Hindu-Tempel in Aurora geplant haben könnte. Das indische Außenministerium hat die US-Behörden aufgefordert, den Fall gründlich zu untersuchen.
Die Festnahme in Palatine
Die Polizei von Palatine nahm Alexandros Paporakis, 19, am Sonntag, dem 11. Oktober, fest, nachdem eine Person gemeldet hatte, alarmierende elektronische Nachrichten von ihm erhalten zu haben. Die Festnahme wurde am Mittwoch, dem 14. Oktober, bekannt gegeben. Die Staatsanwaltschaft erklärt, er habe einer Kollegin bei Taco Bell, wo er arbeitete, gesagt, er bekenne sich offen zum White Supremacism, und erklärt, er könne es kaum erwarten, Inder zu töten. Am Samstag, dem 10. Oktober, soll er einem weiteren Mitarbeiter gesagt haben, er plane etwas in einem Hindu-Tempel in Aurora, einer Stadt rund 40 Meilen (65 km) südwestlich von Palatine, und der Sonntag werde ein besonderer Tag. Die Polizei geht davon aus, dass er am 11. Oktober zuschlagen wollte, das konkrete Ziel ist jedoch nicht bestätigt und Gegenstand der Ermittlungen.
- Laut Staatsanwaltschaft sagte er einem Mitarbeiter, er plane etwas in einem Hindu-Tempel in Aurora
- Die Polizei von Palatine nimmt ihn beim Verlassen seines Hauses fest, nachdem er einem Kollegen eine blockierte Waffe gemeldet hatte
- Die Polizei gibt die Verbrechensvorwürfe bekannt, ein Richter ordnet in einer Haftprüfung seine Untersuchungshaft an
- Nächster angesetzter Gerichtstermin
Sichergestellte Gegenstände, das Manifest und das blockierte Gewehr
Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden Ermittler nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft ein Gewehr ohne Seriennummer, mehrere geladene Magazine, Hunderte Schuss zusätzliche Munition, einen Körperschutz sowie eine taktische Weste mit einem Aufnäher, der auf extremistische White-Supremacy-Symbolik verweist. Die Beamten fanden zudem einen Gaskanister mit einer südasienfeindlichen Beschimpfung und mehrere Gegenstände mit NS-Symbolik. Die Ermittler erklärten, auf seinen elektronischen Geräten sei ein Dokument mit dem Titel "Why I Fought" sichergestellt worden. Ein Gerichtsdokument, das der Associated Press vorliegt, beschreibt einen achtseitigen Text, in dem der Verfasser einen Plan darlegt, so viele indische, jüdische und afroamerikanische Menschen wie möglich zu töten. Medienberichten zufolge scheiterte der mutmaßliche Anschlag nur, weil das Gewehr vor Ort blockierte; die Staatsanwaltschaft erklärte, er habe an jenem Tag einen Kollegen angerufen und berichtet, seine Waffe habe blockiert.
Der Polizeichef von Palatine, William Nord, sagte, der Schutz von Gotteshäusern habe für die Strafverfolgungsbehörden Priorität.
Die Ernsthaftigkeit dieser mutmaßlichen Bedrohung lässt sich kaum in Worte fassen.
Vorwürfe und Gerichtsverfahren
Paporakis wird wegen des Verbrechens der terroristischen Drohung und des unerlaubten Waffenbesitzes beschuldigt; Letzteres bezieht sich auf ein Gewehr mit einem Lauf von weniger als 16 Zoll Länge. Die Polizei erklärte, die Vorwürfe seien nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft des Cook County erhoben worden. In einer Haftprüfung am Mittwoch, dem 14. Oktober, ordnete ein Richter seine Untersuchungshaft bis zum Prozess an; sein nächster Gerichtstermin ist für den 30. Oktober angesetzt. Ob er anwaltlich vertreten ist, war zunächst unklar. Das FBI unterstützt die Ermittlungen, und nach Angaben der Polizei ist der Fall weiterhin offen.
Reaktionen aus Indien und Washington
Das indische Außenministerium äußerte tiefe Besorgnis über den Fall und bezeichnete seinen anti-hinduistischen und rassistischen Charakter als besonders beunruhigend. In der Erklärung des Ministeriums hieß es:
Wir erwarten, dass die US-Behörden die Angelegenheit gründlich untersuchen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen und alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um solche Vorfälle zu verhindern.
Die Erklärung erfolgte vor einer geplanten Indien-Reise des US-Außenministers Marco Rubio, zu einem Zeitpunkt, da die Bemühungen um ein bilaterales Handelsabkommen erneut ins Stocken geraten sind. Raja Krishnamoorthi, der örtliche Kongressabgeordnete, sagte, er sei entsetzt über den Vorfall, und veröffentlichte eine Erklärung auf Facebook.
Jeder Amerikaner verdient es, ohne Angst zu leben und seinen Glauben auszuüben, und wir müssen gemeinsam gegen Hass in all seinen Formen einstehen.