
Feijóo mobilisiert PP-Kandidaten für Kommunalwahlen 2027 und nennt Wahlurnen das ‚Urteil‘ über Sánchez’ Regierung
Bei einer Kundgebung in Santiago de Compostela stellte der PP-Vorsitzende 50 Kandidaten für die Kommunalwahlen am 23. Mai 2027 vor und forderte sie auf, die Rathäuser zu ‚Festungen gegen sozialistische Plünderung‘ zu machen.
Kundgebung in Galicien
Am Samstag versammelte Alberto Núñez Feijóo die 50 Kandidaten der PP für die Provinzhauptstädte in der Ciudad de la Cultura in Santiago de Compostela und läutete damit den Wahlkampf für die für den 23. Mai 2027 angesetzten Kommunalwahlen ein. Die fast dreistündige Veranstaltung wurde um zehn Monate vorgezogen, angesichts von Spekulationen, dass Ministerpräsident Pedro Sánchez vorgezogene Neuwahlen vor den Kommunalwahlen ansetzen könnte. Die Kandidaten waren am Vortag vom Wahlausschuss der Partei bestätigt worden. Einige sprachen kurz auf Katalanisch, Galicisch und Baskisch – eine Geste, die Feijóo später lobte: ‚Wir haben uns alle verstanden.‘ Er sagte den Kandidaten, die Wahlurnen würden ein Urteil über das fällen, was er ‚Sanchismo‘ nannte.
Der ‚Sanchismo‘ ist bereits in all seinen Formen der Korruption verurteilt worden, und die Wahlurnen werden auch sein Urteil sein, da können Sie sicher sein.
## Korruptionsvorwürfe Feijóo listete drei Gerichtsurteile auf, die seiner Aussage nach institutionelle, politische und familiäre Korruption belegten: den Fall der Generalstaatsanwältin, die Verurteilung des ehemaligen PSOE-Organisationssekretärs José Luis Ábalos und die Ermittlungen gegen David Sánchez, den Bruder des Ministerpräsidenten. Er behauptete, mehr als zehn Korruptionsfälle im Zusammenhang mit der Regierung seien noch vor Gericht anhängig. ‚Die Spanier haben die Skandale, Lügen, Privilegien, die Machtmissbrauch treibenden Personen und kriminellen Organisationen satt‘, sagte er. Er forderte PSOE-Kritiker auf zu handeln, nicht nur zu reden.
Wer in der PSOE wirklich glaubt, dass Sánchez gehen muss, der soll es sagen und handeln, um ihn zum Gehen zu bewegen. Wer schweigt, ist ein Komplize.
Fußballmetaphern und Teamgeist
Am Vorabend des WM-Finales zwischen Spanien und Argentinien griff Feijóo immer wieder auf Fußballbilder zurück. Er lobte das ‚Rezept‘ von Nationaltrainer Luis de la Fuente – Werte, harte Arbeit, Bescheidenheit und Glaube – und sagte, er wünsche sich, dass Spanien seiner Nationalmannschaft ähnlicher werde. Er zitierte auch den verstorbenen Luis Aragonés: ‚Gewinnen, gewinnen, gewinnen und wieder gewinnen.‘ Madrids Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida bezeichnete Feijóo als den ‚besten Auswahlspieler‘ und nannte einen Wahlsieg bei den Kommunalwahlen ‚den ersten Schritt zu einem nationalen Sieg‘. Feijóo distanzierte sich von einem personalistischen Führungsstil.
Ich will nicht, dass Sie mich ‚Chef‘ nennen. Ich bin nicht Sánchez. Parteivorsitz hat eine begrenzte Zeit. Wenn man gehen muss, gibt es kein Problem.
Wahlstrategie und Zeitplan
Die PP regiert derzeit in 30 der 50 spanischen Provinzhauptstädte, gegenüber nur acht im Jahr 2019. Feijóo forderte die Kandidaten auf, sich nicht mit diesem Ergebnis zufrieden zu geben, sondern es zu ‚verbessern‘ und ‚die PSOE auf null zu setzen‘. Er sagte, die Partei werde keine Stadt als unmöglich betrachten und keinen Wahlkampf als reine Formsache behandeln. Der Vorsitzende warnte zudem, dass vorgezogene Neuwahlen bereits im Februar oder März 2027 kommen könnten, je nachdem, wie lange sich das, was er eine ‚agonisierende Regierung‘ nannte, halten könne. Er betonte, dass der lokale Apparat der PP unabhängig davon, welche Wahl zuerst komme, voll mobilisiert sein müsse.
- 2019
- 8
- 2023
- 30
Forderung nach Integrität
Feijóo legte strenge ethische Maßstäbe für seine Kandidaten fest und verlangte ‚Anstand, Dienstbereitschaft und Ehrgeiz‘. Er warnte, dass jeder, der ein Amt zur persönlichen Bereicherung anstrebe, in der Partei nichts verloren habe. ‚Das eine ist, einen Fehler zu machen, und das andere ist, in die Kasse zu greifen. Das werde ich nicht dulden‘, sagte er. Der PP-Vorsitzende stellte seinen Ansatz dem der Regierung gegenüber und sagte, seine Partei habe ihre Fehler der Vergangenheit bereinigt und könne den Bürgern in die Augen schauen, was PSOE-Kandidaten seiner Aussage nach nicht könnten. Alfonso Rueda, Präsident der Xunta de Galicien, sagte Feijóo, dass die galicischen Kandidaten ihn nicht enttäuschen und die Bürgermeisterämter der größten Städte der Region erobern würden.


