
US-FCC genehmigt 49,5 % ausländische Beteiligung an der Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount
Die Federal Communications Commission hat drei Staatsfonds aus dem Nahen Osten grünes Licht gegeben, um 24 Milliarden Dollar an stimmrechtslosen Eigenkapital für die 110 Milliarden Dollar schwere Fusion bereitzustellen, während die Stimmrechtskontrolle vollständig bei US-Eigentümern verbleibt.
Regulatorische Genehmigung und Eigentumsbedingungen
Die Federal Communications Commission hat am 17. September 2026 einen Antrag von Paramount Skydance genehmigt, ausländischen Unternehmen eine Beteiligung von bis zu 49,5 % am Eigenkapital der geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery zu gestatten. Nach den bundesstaatlichen Rundfunkregeln für die 28 Fernsehsender von Paramount ist eine ausländische Beteiligung von über 25 % einer speziellen Genehmigung der Kommission bedürftig. Die Entscheidung erlaubt drei Staatsfonds aus dem Nahen Osten – dem Public Investment Fund Saudi-Arabiens, der Qatar Investment Authority und der Abu Dhabi Investment Authority –, rund 24 Milliarden Dollar an stimmrechtslosem Eigenkapital für die Transaktion bereitzustellen. Der Gesamtunternehmenswert der Übernahme liegt zwischen 110 und 111 Milliarden Dollar, einschließlich Schulden. Die Fonds aus dem Nahen Osten werden 38,5 % des fusionierten Unternehmens halten, wobei der saudische Fonds eine Position von 15,1 % einnimmt, während für einzelne Investoren eine Obergrenze von 20 % gilt. Die stimmberechtigten Aktien bleiben zu 100 % unter der Kontrolle der Familie von Oracle-Mitbegründer Larry Ellison und der Private-Equity-Gesellschaft RedBird Capital Partners.
- Genehmigte Obergrenze für ausländische Beteiligung
- 49.5 %
- Staatsfonds aus dem Nahen Osten
- 38.5 %
- Standardmäßige gesetzliche Auslandsobergrenze
- 25 %
- Obergrenze für einzelne ausländische Investoren
- 20 %
- Beteiligung des saudischen PIF
- 15.1 %
Schutzmaßnahmen gegen ausländischen Einfluss und nationale Sicherheitsprüfung
Das FCC-Medienbüro entschied, dass die Genehmigung des Antrags im öffentlichen Interesse liege, und kam zu dem Schluss, dass der Zustrom internationalen Kapitals die Nachrichtenbeschaffungsfähigkeiten des Rundfunks verbessern würde, ohne die Kontrolle zu übertragen. Die Verfügung verbietet ausländischen Investoren, stimmberechtigte Aktien zu halten, im Vorstand mitzuwirken oder auf nicht-öffentliche Daten über US-Bürger zuzugreifen. Die regulatorischen Sicherheitsvorkehrungen schreiben außerdem vor, dass ausländische Fonds keine Inhaltsentscheidungen treffen, redaktionelle Kommentare abgeben oder die Unternehmensführung bei Sendern wie CBS News und CNN beeinflussen dürfen. Die Entscheidung folgte einer Bewertung durch den Ausschuss für die Bewertung ausländischer Beteiligungen im Telekommunikationsdienstleistungssektor der Vereinigten Staaten, woraufhin Paramount formelle Datenschutzverpflichtungen vorlegte. Die Kommission stellte fest, dass der Finanzierungsrahmen einen ausländischen staatlichen Einfluss auf amerikanische Rundfunklizenzen verhindert.
Die Kommission ging in ihrer formellen Entscheidung auf strukturelle Brandmauern ein.
Wir sind von Paramounts Argument überzeugt, dass die ausländischen Investoren daher keinerlei Einfluss, geschweige denn Kontrolle, über Entscheidungen in Bezug auf die Lizenznehmer ausüben können.
Politischer Widerstand und Einwände von Medieninteressengruppen
Die Genehmigung stieß bei demokratischen Abgeordneten und Interessengruppen auf Widerstand, die die Finanzierung des amerikanischen Journalismus durch ausländische Staaten kritisierten. Im März 2026 forderten mehrere demokratische Senatoren die FCC auf, eine umfassende Untersuchung der redaktionellen Unabhängigkeit von CBS News und CNN einzuleiten. Senatorin Maria Cantwell und andere Abgeordnete argumentierten im Mai 2026, dass der Communications Act das ausländische Staatseigentum an inländischen Rundfunklizenzen unabhängig vom Stimmrechtsstatus einschränke. Auch FCC-Kommissarin Anna Gomez, die einzige Demokratin in der Kommission, erhob während des Prüfverfahrens Einwände. Die Medieninteressengruppe Free Press lehnte den Antrag ab und erklärte, dass Beteiligungen ausländischer Regierungen an kommerziellen Nachrichtensendern ein Propagandariskio darstellten.
Free Press erläuterte ihre Bedenken in einer formellen Stellungnahme an die Regulierungsbehörden.
Die Kontrolle über gewinnorientierte, kommerzielle inländische Nachrichtenmedien durch eine Regierung ist eine außergewöhnliche Situation, die die meisten Amerikaner sicherlich als anstößig empfinden würden, gerade wegen der Nutzbarkeit der Nachrichtenmedien als Propagandainstrument für diese Regierungen.
Rechtsstreitigkeiten und anstehender Kartellprozess
Trotz der FCC-Entscheidung bleibt die Übernahme aufgrund eines Kartellrechtsstreits auf Bundesstaatsebene ausgesetzt. Kalifornien und elf weitere US-Bundesstaaten reichten im Juli 2026 eine Klage gegen die Fusion aus Wettbewerbsgründen ein; weitere Klagen wurden von der Writers Guild eingereicht. Ein Gerichtsverfahren zu der Kartellklage der zwölf Bundesstaaten soll im März 2027 beginnen. Außerhalb der Vereinigten Staaten hat die Europäische Kommission den Kauf von Warner Bros. Discovery durch Paramount genehmigt, der auch internationale Beteiligungen wie das polnische Fernsehnetzwerk TVN umfasst. Paramount-Chef David Ellison und sein Vater Larry Ellison, ein finanzieller Unterstützer des Deals und politischer Unterstützer von Präsident Donald Trump, bestreiten die Klagen der Bundesstaaten weiterhin vor dem Prozesstermin 2027.
- Demokratische Senatoren fordern die FCC auf, die Finanzierung durch Golf-Staatsfonds zu untersuchen
- Abgeordnete argumentieren, dass der Communications Act Beteiligungen ausländischer Regierungen an Rundfunksendern verbietet
- Kalifornien und elf weitere Bundesstaaten reichen eine Kartellklage zur Blockade der Fusion ein
- Die FCC genehmigt ausländische Beteiligung von bis zu 49,5 % mit strengen Governance-Beschränkungen
- Kartellprozess für die Klage mehrerer Bundesstaaten soll beginnen


