Konflikte · Paris und Berlin
Frankreich baut bis 2040 allein einen Kampfjet der nächsten Generation – FCAS-Programm gescheitert
Paris und Berlin haben das neun Jahre alte Future Combat Air System beendet. Frankreich verspricht, mit den bereits investierten 2,5 Milliarden Euro bis 2040 einen eigenen Kampfjet der sechsten Generation zu entwickeln.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Focus, SudOuest.fr, La Libre.be und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Bundeskanzler Merz und Präsident Macron beendeten das Programm am 8. Juni 2026 aufgrund eines unüberbrückbaren Streits zwischen Dassault und Airbus über Arbeitsanteile und Designführung.
Verteidigungsministerin Catherine Vautrin sagt, die bereits investierten 2,5 Milliarden Euro würden einen souveränen französischen Kampfjet der nächsten Generation finanzieren, angeführt von Dassault, Safran und Thalès.
Airbus wird am 11. Juni eine Absichtserklärung mit acht meist deutschen Unternehmen für einen Kampfjet der sechsten Generation unterzeichnen, Branchenquellen bezeichnen dies jedoch eher als Lobbying denn als tragfähiges Konsortium.
Merz möchte das FCAS-Digitalkommunikationssystem erhalten. Die Verteidigungsminister beider Länder werden bis zum bilateralen Gipfel im Juli einen Kooperationsplan vorlegen.
- 10.06.Vautrin teilt dem Senat mit, Frankreich werde bis 2040 einen Alleingang-Kampfjet bauen
- 11.06.Airbus soll in Berlin eine deutsch geführte Alternative ankündigen
- 31.07.Verteidigungsminister legen Kooperationsplan beim deutsch-französischen Gipfel vor
Das Ende eines Flaggschiffs
Das deutsch-französisch-spanische Future Combat Air System (FCAS, französisch SCAF) wurde offiziell aufgegeben. Bundeskanzler Friedrich Merz und Präsident Emmanuel Macron entschieden am Montag, dem 8. Juni, das Programm nach monatelangem Stillstand zwischen den beiden Hauptauftragnehmern Dassault und Airbus zu beenden. Das Projekt wurde 2017 von Macron und der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Leben gerufen, zwei Jahre später stieß Spanien dazu. Es sollte ab den 2040er-Jahren die französische Rafale und den deutschen Eurofighter Typhoon ersetzen.
„Acht Jahre Arbeit, 2,5 Milliarden Investitionen.“
Die französische Verteidigungsministerin Catherine Vautrin erklärte am Mittwoch, dem 10. Juni, vor dem Senat, dass fast die gesamte Summe es Frankreich ermöglichen werde, bis 2040 an einem Kampfjet weiterzuarbeiten. Sie bezeichnete das französische Industrieteam (Dassault, Safran, Thalès) als das einzige in Europa, das in der Lage sei, ein Kampfflugzeug vollständig autonom zu produzieren.
Warum es scheiterte
Die offizielle Erklärung verweist auf einen ungelösten industriellen Streit. Dassault, das Frankreich vertritt, forderte die Führung beim Kampfjet-Design. Airbus, das für Deutschland und Spanien spricht, wollte gleichberechtigte Entwicklungsrechte. Die politische Vermittlung scheiterte daran, die Kluft zu überbrücken. Abseits der Vorstandsetagen hat sich der strategische Kontext verschoben. Airbus-CEO Guillaume Faury erklärte Ende Mai, der Krieg in der Ukraine habe das Projekt obsolet gemacht. Der massive Einsatz von Drohnen habe die Grenzen bemannter Kampfjets aufgezeigt, und die Luftstreitkräfte hätten nun unterschiedliche Anforderungen, die Design-Kompromisse weniger akzeptabel machten.
„Ein Kompromiss beim Design ist immer weniger akzeptabel.“
Roland-Berger-Berater Florian Aknin merkte an, dass FCAS in einer Zeit konzipiert wurde, als die Verteidigungshaushalte stagnierten oder schrumpften und die Logik in der Kostenteilung lag. Heute steigen die Budgets, um der russischen Bedrohung und dem Rückzug der USA aus der NATO zu begegnen, was die Rechnung völlig verändert.
Frankreichs Alleingang
Vautrin betonte, dass die bereits bereitgestellten 2,5 Milliarden Euro nicht verloren seien. Die Hälfte floss in vollständig souveräne Entwicklung, die andere Hälfte in gemeinsame Arbeit. Sie stellte das Ergebnis als technischen Vorteil für die französische Souveränität dar. Dassault-CEO Éric Trappier hatte zuvor erklärt, sein Unternehmen könne bei Bedarf allein einen zukünftigen europäischen Kampfjet bauen. Der Wirtschaftswissenschaftler Julien Malizard vom Institut des hautes études de défense nationale warnte jedoch, dass ein Kampfjet der nächsten Generation einen Technologiesprung über die Mirage- und Rafale-Programme hinaus darstelle und die Finanzierung im Rahmen des aktuellen Militärprogrammgesetzes schwierig sein werde.
„Industriell hat Frankreich die Erfahrung der Mirage und der Rafale, die unsere Fähigkeiten zeigen, aber es gibt einen Technologiesprung. Es ist ein gigantisches Projekt, und angesichts des aktuellen Militärprogrammgesetzes wird es kompliziert sein, es zu finanzieren.“
Deutschlands nächster Schritt
Airbus wird voraussichtlich am Donnerstag, dem 11. Juni, in Berlin ein Bündnis von acht meist deutschen Unternehmen formalisieren, um einen alternativen Kampfjet der sechsten Generation zu entwickeln. Von AFP zitierte Branchenquellen bezeichneten den Schritt eher als Lobbying denn als ernsthaftes Konsortium und wiesen auf das Fehlen spanischer Firmen und die Einbeziehung des Raketenherstellers MBDA hin, der keine direkte Rolle bei der Flugzeugzellenentwicklung spielt. Ein Experte merkte an, dass Airbus nicht über die internen Fähigkeiten verfüge, einen Kampfjet von Grund auf zu bauen, da man sich beim Eurofighter auf BAE Systems und Leonardo gestützt habe.
Was vom FCAS übrig bleibt
Nicht jedes Element des Programms ist tot. Merz hat signalisiert, dass er andere FCAS-Arbeitsstränge mit Frankreich fortsetzen möchte, insbesondere die sichere digitale Gefechtswolke. Reuters berichtete, dass Systeme rund um den Jet unter dem Namen FCAS als Gesichtswahrungsmaßnahme weiterentwickelt werden könnten. Die Verteidigungsminister beider Länder wurden beauftragt, bis zum nächsten deutsch-französischen Regierungstreffen im Juli einen Kooperationsrahmen zu skizzieren.
Die Finanzierungsfrage
Das gesamte FCAS-Programm, einschließlich Drohnen und der Gefechtswolke, wurde auf über 100 Milliarden Euro geschätzt. Da Berlin aus dem Kern-Kampfjetprojekt ausgestiegen ist, bleibt die Frage offen, wie Frankreich einen Alleingang finanziert. Les Echos berichtet, dass die Antwort in den Gängen des Parlaments und des Verteidigungsministeriums schlicht „Joker“ (Pass) lautet. Die eigene F5-Standard-Upgrade der Rafale, die Drohnensteuerung und kollaborativen Kampf ermöglichen soll, steht bereits vor Schwierigkeiten, und die Vereinigten Arabischen Emirate waren zeitweise bereit, sich daran zu beteiligen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- FocusMerz und Macron beenden Projekt: Frankreich baut am FCAS-Kampfjet allein weiter
- SudOuest.frAvion de combat européen : Dassault, Airbus, coût... Après la fin du Scaf, quelles sont les pistes désormais à l'étude ?
- La Libre.beAvion de combat européen: le Scaf est mort et après?
- LesEchos.frL'abandon du SCAF, une mort à 100 milliards d'euros pour la France ?
- Catherine Vautrin
- Französische Verteidigungsministerin, die am 10. Juni 2026 vor dem Senat den französischen Alleingang-Kampfjetplan bestätigte
- Friedrich Merz
- Deutscher Bundeskanzler, der gemeinsam mit Macron die Beendigung des FCAS-Programms beschloss
- Emmanuel Macron
- Französischer Präsident, der FCAS 2017 mit Merkel startete und im Juni 2026 dessen Beendigung zustimmte
- Guillaume Faury
- Airbus-CEO, der Ende Mai 2026 erklärte, der Ukraine-Krieg habe FCAS obsolet gemacht
- Éric Trappier
- Dassault-CEO, der zuvor sagte, sein Unternehmen könne bei Bedarf allein einen zukünftigen europäischen Kampfjet bauen
- Mike Schoellhorn
- Airbus-Manager, verantwortlich für FCAS, der sagte, Design-Kompromisse seien zunehmend inakzeptabel
- Julien Malizard
- Verteidigungsökonom am IHEDN, der warnte, die Finanzierung eines französischen Alleingang-Kampfjets werde schwierig
- Antoine Kimmel
- Luft- und Raumfahrt- und Verteidigungsexperte bei Roland Berger, der sagte, die Debatte sollte sich auf Drohnen statt auf bemannte Kampfjets konzentrieren
- Florian Aknin
- Roland-Berger-Berater, der anmerkte, FCAS sei für eine Ära stagnierender Verteidigungshaushalte konzipiert worden
- Orte
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