FC Basel entlässt Cheftrainer Stephan Lichtsteiner nach 226 Tagen im Amt
Der Schweizer Super-League-Klub entließ den 42-jährigen ehemaligen Nationalmannschaftskapitän am Mittwoch nach aufeinanderfolgenden Heimniederlagen und einer nicht autorisierten Ansprache an die Spieler.
Abrupter Abgang nach Kabinenansprache
Der FC Basel kündigte den Vertrag von Cheftrainer Stephan Lichtsteiner am 9. September 2026 und beendete damit seine Amtszeit nach 226 Tagen. Die Entscheidung fiel schnell, nachdem der 42-jährige Trainer am Mittwochmorgen nach dem Training mit seiner Mannschaft gesprochen hatte. Lichtsteiner informierte die Spieler aus eigener Initiative darüber, dass er nur bis zur am 21. September beginnenden Länderspielpause im Verein bleiben wolle. Die Klubführung wurde vor der Rede nicht konsultiert und handelte sofort, um ihn zu entlassen, als die Nachricht von der Kabinenansprache die Führungsebene erreichte. Die Entscheidung beendete auch die kurze Amtszeit von Co-Trainer Mario Cantaluppi, der im Sommer auf Lichtsteiners ausdrücklichen Wunsch zum Stab gestoßen war.
Unser Vertrauen in Stephan Lichtsteiner war an die Erwartung geknüpft, dass eine klare sportliche Entwicklung und ein Aufwärtstrend mittelfristig sichtbar werden. Leider haben wir diesen Aufwärtstrend in den letzten Wochen nicht gesehen, und es fehlte die Überzeugung, dass sich dies in einem angemessenen Zeitrahmen ändern würde.
Nachlassende Ergebnisse und Rekordtief beim Punkteschnitt
Der Trainerwechsel beendet eine turbulente siebenmonatige Periode, die mit Lichtsteiners Ernennung am 26. Januar 2026 mit einem bis 2029 laufenden Vertrag begann. Basel startete als Titelverteidiger in die Saison 2025/26, rutschte aber unter Lichtsteiner auf den fünften Platz ab, verpasste die Qualifikation für den Europapokal und schied im Schweizer Cup aus. In den ersten sieben Runden der Super-League-Saison 2026/27 holte Basel zehn Punkte, darunter einen einzigen Punkt aus drei Spielen während einer kürzlichen Dreifachspielwoche. Aufeinanderfolgende Heimniederlagen gegen den FC Sion (2:1) und den FC Lugano (3:1), beide nach Basler Führung, veranlassten die Fans, den ehemaligen Schweizer Nationalmannschaftskapitän am Sonntag bei seinem Abgang vom Platz auszubuhen. In 27 Pflichtspielen unter seiner Leitung verbuchte Lichtsteiner zehn Siege, drei Unentschieden und 14 Niederlagen, was einem Punkteschnitt von 1,22 pro Spiel entspricht.
- Fabio Celestini
- 1.89 PPS
- Ludovic Magnin
- 1.58 PPS
- Guillermo Abascal
- 1.38 PPS
- Timo Schultz
- 1.27 PPS
- Stephan Lichtsteiner
- 1.22 PPS
- Heiko Vogel
- 0 PPS
Taktische Anpassungen und Kabinenzwist
Reibungen innerhalb des Kaders begleiteten taktische Umstellungen und Auswahlentscheidungen, darunter der Wechsel zu einer 4-3-3-Formation, die die Spielzeit etablierter Kräfte einschränkte. Mittelfeldspieler Andrej Bacanin drückte seine Erleichterung über den Abgang aus, indem er auf Instagram ein Bild mit verschränkten Armen und zerbrochenen Ketten-Emojis postete, bevor er den Beitrag Stunden später löschte. Der 19-Jährige hatte in der Saison 2026/27 nur einen Einsatz absolviert, 90 Minuten gespielt und beim 2:0-Sieg im Schweizer Cup gegen Courtetelle getroffen. Interne Klubdiskussionen hatten auf Kommunikationsprobleme und zwischenmenschliche Spannungen zwischen Lichtsteiner und mehreren Spielern der ersten Mannschaft hingewiesen. Am Sonntag hatte Sportdirektor Valentin Stocker versucht, den Cheftrainer vor der wachsenden öffentlichen Kritik zu schützen.
Ich möchte mich jetzt nicht viel zur Trainerfrage äußern. Für mich steht sie derzeit nicht zur Debatte.
Interimsleitung und Trainersuche
Co-Trainer Luigi Nocentini wird die Mannschaft interimistisch betreuen, während der Vorstand ein formelles Rekrutierungsverfahren durchführt. Basels Klubpräsident David Degen erklärte in einer offiziellen Klubmitteilung, die Führung habe eine weitere sportliche Verschlechterung und eine negative Tabellendynamik ohne sofortige Veränderung befürchtet. Lichtsteiner ist der zweite Cheftrainer, den Basel innerhalb von weniger als zwölf Monaten entlassen hat, nach dem Abgang von Ludovic Magnin im Januar. Die Klubführung hat den ehemaligen FC-Luzern-Trainer Mario Frick ausgeschlossen und konzentriert ihre Suche auf angehende Cheftrainer, die außerhalb der Schweiz arbeiten. Der neue Trainer wird eine Mannschaft übernehmen, die von Xherdan Shaqiri angeführt wird, vor Basels Rückkehr in den Ligabetrieb.
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- Entlassen, nachdem er seinen geplanten Abgang den Spielern in der Kabine angekündigt hatte

