ADAC-Test: Fast jeder zweite unbewirtschaftete Autobahn-Rastplatz fällt mit 'mangelhaft' oder 'sehr mangelhaft' durch
Der ADAC hat 50 unbewirtschaftete Rastplätze an deutschen Autobahnen getestet und stellt eine deutliche Verschlechterung des Zustands fest.
Der ADAC hat 50 unbewirtschaftete Rastplätze an deutschen Autobahnen getestet und bei fast der Hälfte erhebliche Mängel festgestellt. 23 der Anlagen (46 Prozent) wurden mit "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft" bewertet. Nur 18 Prozent der Plätze erreichten die Note "gut". Ein "sehr gut" vergab der Automobilclub kein einziges Mal. Bereits 2022 hatte der ADAC eine identische Stichprobe erhoben. Seither hat sich der Zustand bei zwei Dritteln der Anlagen weiter verschlechtert.
- Sehr gut
- 0 %
- Gut
- 18 %
- Ausreichend
- 36 %
- Mangelhaft
- 46 %
Toiletten als zentrale Schwachstelle
Vor allem die sanitären Einrichtungen zogen die Gesamtnote nach unten. In fast zwei Dritteln der Fälle lautete das Urteil hier "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft". Toilettenpapier fehlte vielfach, Seifenspender und Handtrockner funktionierten nicht, und die Sauberkeit ließ nach Angaben der Tester stark zu wünschen übrig. Teilweise waren die Toiletten sogar komplett gesperrt. Auch die Ausstattung barrierefreier WCs entsprach oft nicht den Erwartungen.
Damit erweisen sich die Sanitäranlagen als zentrale Schwachstelle unbewirtschafteter Rastplätze, sind aber gleichzeitig der häufigste Grund für deren Nutzung.
Abwärtstrend gegenüber 2022
Die jetzt geprüften Anlagen waren vor vier Jahren schon einmal getestet worden. 2022 hatten noch 40 Prozent der Plätze die Note "gut" erhalten. Seither verschlechterte sich das Ergebnis bei zwei Dritteln der Rastplätze. Nur jede zehnte Anlage konnte ihr Resultat verbessern. Fielen 2022 noch elf Plätze durch, waren es bei der aktuellen Stichprobe bereits 23.
- Note 1–2 (gut/sehr gut)
- 40 %
- Note 4–5 (mangelhaft/sehr mangelhaft)
- 22 %
Baden-Württemberg vorne, Bayern hinten
Bundesweit am besten schnitt der Rastplatz Linsenbühl an der A6 in Baden-Württemberg ab. Die Anlage erhielt die Note "gut" und verpasste eine noch bessere Bewertung nach ADAC-Angaben nur äußerst knapp. In der Kategorie Sanitäre Anlagen vergaben die Tester hier die Note "eins". Auch der Rastplatz Kochertalbrücke Süd an der A6 bei Braunsbach erreichte ein "gut". In Bayern hingegen blieb die beste vergebene Note ein "ausreichend" (Schlossberg an der A93). Vier bayerische Anlagen schnitten "mangelhaft" ab, eine mit "sehr mangelhaft" (Fuchsberg West an der A8).
Parken, Sicherheit und Aufenthaltsqualität
In der Kategorie Verkehr und Parken erreichten die Rastplätze im Schnitt die Note "gut". Sie seien verkehrssicher angelegt, doch auf 38 Prozent der Anlagen fehlten Stellplätze für Gespanne, Personenwagen mit Anhängern und Wohnmobile. Die Außenanlagen lagen auf mittlerem Niveau. Grundlegende Einrichtungen waren zwar meist vorhanden, es mangele jedoch an Aufenthaltsqualität. Nur zwei von 50 Rastplätzen verfügen über einen Kinderspielplatz. Keine Anlage bot Frischwasserversorgung für Wohnmobile. Defizite sieht der ADAC auch beim Sicherheitsgefühl: So wurde die Beleuchtung der Parkflächen ebenso bemängelt wie die Einsehbarkeit von Toilettengebäuden. Auf jedem fünften Platz fehlt eine Notrufmöglichkeit.
- 2022
- 40 %
- 2026
- 18 %
Betreiber geloben Besserung
Die getesteten unbewirtschafteten Rastplätze unterscheiden sich von bewirtschafteten Raststätten oder Autobahn-Tankstellen. Sie verfügen über keine Servicebetriebe wie Tankstellen und Restaurants, sind in der Regel aber mit einem WC-Gebäude ausgestattet. Zuständig für ihren Unterhalt ist die Autobahn GmbH des Bundes.


