
Globale Fan-Koalition startet Petition, die Rücktritt von FIFA-Präsident Gianni Infantino fordert
Fangruppen aus sechs Kontinenten haben eine Online-Petition gestartet, die den Rücktritt von Gianni Infantino fordert, nachdem ein geplanter Verkauf von WM-Rechten an Private Equity gescheitert ist.
Globale Fan-Koalition fordert Rücktritt
Unterstützerorganisationen aus sechs Kontinenten starteten am 20. August 2026 eine internationale Petition, die den sofortigen Rücktritt von FIFA-Präsident Gianni Infantino fordert. Die unter dem Kampagnenbanner InfantinOut auf Change.org laufende Initiative verlangt eine Überholung der Weltfußballführung nach Infantinos gescheitertem Versuch, Turniererlöse zu privatisieren. Die Koalition vereint kontinentale Verbände, darunter Football Supporters Europe, Football Supporters Africa und den North American Independent Supporters Council, sowie rund 40 nationale Fangruppen aus Ländern wie Deutschland, Brasilien, Indonesien und Neuseeland. Zu den deutschen Unterzeichnern zählen Unsere Kurve, F_in Frauen im Fußball, BAFF und Queer Football Fanclubs.
Die Petition wirft dem 56-jährigen Schweizer Funktionär ein grundlegendes Führungsversagen vor und argumentiert, dass die Entscheidungsfindung zentralisiert und intransparent geworden sei.
Der schändliche Versuch einer einzelnen Person – des FIFA-Präsidenten selbst –, die Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, offenbarte einen Verrat, den der Fußball nie vergessen wird.
Kommerzieller Plan scheitert am institutionellen Widerstand
Die Kampagne folgt dem Scheitern des FIFA Forward Enterprise-Schemas, einem kommerziellen Spin-off, der im Juli 2026 angekündigt wurde. Im Rahmen des Vorschlags wollte die FIFA einen 20-prozentigen Anteil an den kommerziellen Rechten für Männer- und Frauen-Weltmeisterschaften für schätzungsweise 20 Milliarden Dollar an private Investoren verkaufen. Die Initiative stieß auf Widerstand von regionalen Verbänden. Drei Kontinentalverbände sandten einen offenen Brief, in dem sie Infantino Täuschung darüber vorwarfen, wie der Vorschlag erstellt und präsentiert wurde.
Der europäische Fußballverband UEFA drohte mit einem Boykott der FIFA-Turniere und erklärte öffentlich, das Vertrauen in Infantino verloren zu haben. Auch die Confederation of North, Central America and Caribbean Association Football (CONCACAF) und der Asiatische Fußballverband (AFC) lehnten den Plan ab, sodass Infantino keine Unterstützung der 211 FIFA-Mitgliedsverbände sichern konnte.
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Akkumulierte Missstände und Forderungen nach Strukturreformen
Fanvertreter bezeichnen den Private-Equity-Plan als den letzten Höhepunkt einer längeren Reihe umstrittener Politiken. Die Unterzeichner verwiesen auf Infantinos Beteiligung an Diskussionen um die Europäische Super League, einen früheren Vorschlag, die Weltmeisterschaft alle zwei Jahre auszutragen, und die Ticketpreispolitik für die Weltmeisterschaft 2026. Die Petition fordert eine formelle Vertretung von Fans, Vereinen, Spielern und Ligen in künftigen Governance-Mechanismen sowie vollständige Transparenz bei wichtigen institutionellen Entscheidungen.
Ronan Evain, Geschäftsführer von Football Supporters Europe, argumentierte, dass die Entfernung des Präsidenten nur dann erfolgreich sein werde, wenn sie von strukturellen Sicherungen begleitet werde.
Der Abgang von Gianni Infantino ist ein erster und notwendiger Schritt, aber das kann nur positive Auswirkungen haben, wenn Reformen des Amtes und der Führung folgen.
Politische Abwägung vor der Wahl 2027
Infantino hat Rücktrittsforderungen widerstanden und bereitet sich darauf vor, bei der nächsten FIFA-Präsidentschaftswahl am 18. März 2027 eine weitere Amtszeit anzustreben. Trotz des Verlusts an Unterstützung in Europa, Nordamerika und Teilen Asiens behält Infantino politische Rückendeckung bei den nationalen Verbänden in Südamerika und Afrika.
Nach den FIFA-Regeln benötigt ein Kandidat 106 Stimmen der 211 nationalen Mitgliedsverbände, um gewählt zu werden. Infantino hat auf Social Media aktiv Unterstützungsbekundungen einzelner nationaler Verbände veröffentlicht, um die für den Erhalt seiner Präsidentschaft erforderliche arithmetische Mehrheit zu festigen.
- Gesamtzahl der Mitgliedsverbände
- 211 Stimmen
- Für die Wahl erforderliche Stimmen
- 106 Stimmen


