IVF-Klinik in Mailand implantiert falschen Embryo nach Namensverwechslung – alle Eingriffe gestoppt
Einer Frau, die sich einer IVF im Mailänder San-Raffaele-Krankenhaus unterzog, wurde am 23. Juli der Embryo eines anderen Paares eingepflanzt, nachdem das Personal die Namen der beiden Frauen verwechselt hatte. Der Fehler wurde acht Minuten später bemerkt und der Embryo entfernt, das zweite Paar wurde jedoch zunächst nicht informiert.
Was geschah
Am Morgen des 23. Juli 2026 trafen zwei Paare, die auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen konnten, im Mailänder San-Raffaele-Krankenhaus für geplante Embryotransfers ein. Laut einem ersten Untersuchungsbericht, der von La Repubblica zitiert wird, erhielt die erste Frau kurz nach 11:00 Uhr einen Embryo, aber es war nicht ihr eigener. Das Personal hatte die Namen der beiden Frauen verwechselt, und der implantierte Embryo gehörte dem zweiten Paar.
Der Fehler wurde etwa acht Minuten später entdeckt, als einer der beiden beteiligten Biologen den Namen noch einmal überprüfte. Gemeinsam mit dem Paar wurde beschlossen, den falsch implantierten Embryo abzusaugen. Der eigene Embryo des Paares, der nicht verwendet worden war, wurde konserviert und wieder eingelagert.
- Erste Frau erhält falschen Embryo im San-Raffaele-Krankenhaus, Mailand
- Ein Biologe überprüft den Namen und der Fehler wird acht Minuten später entdeckt
- Falscher Embryo abgesaugt; zweites Paar erhält noch am selben Tag seinen eigenen zweiten Embryo
- La Repubblica berichtet über den Vorfall; Gesundheitsbehörden stoppen alle derartigen Verfahren in der Klinik
Das zweite Paar
Das Paar, dessen Embryo versehentlich implantiert worden war, erhielt noch am selben Tag seinen eigenen zweiten Embryo. Die Ärzte entschieden sich jedoch zunächst, sie nicht über den Fehler zu informieren. Der Grund, wie La Repubblica berichtet, war, „emotionalen und psychologischen Stress in den Tagen, in denen sich der Embryo einnisten könnte“, zu vermeiden. Das zweite Paar wurde inzwischen über das Geschehene informiert.
Reaktion der Klinik und Ermittlungen
Die Gesundheitsbehörden ordneten die vorübergehende Aussetzung aller Embryotransfer-Verfahren im San-Raffaele-Krankenhaus an. Sie werden erst nach einer gründlichen Überprüfung der Ursache der Verwechslung wieder aufgenommen. Das Krankenhaus wird in beiden Berichten als renommierte Einrichtung in der norditalienischen Stadt beschrieben.
IVF in Italien
Mehr als 80.000 Paare in Italien versuchen jedes Jahr, durch In-vitro-Fertilisation ein Kind zu zeugen. Im Durchschnitt nistet sich ein Embryo nach einem solchen Transfer in etwa 30 bis 40 Prozent der Fälle erfolgreich in der Gebärmutter ein, so die im La-Repubblica-Bericht zitierten Zahlen. Der Vorfall im San-Raffaele-Krankenhaus, obwohl schnell erkannt, wirft Fragen zu den Identifikationsprotokollen in einem Bereich auf, in dem selbst ein kurzer Fehler irreversible Folgen haben kann.


