
Madrider Richter überweist 'Caso Leire Díez'-Ermittlungen zu PSOE-Schmutzkampagne an Audiencia Nacional
Richter Arturo Zamarriego hat den gesamten 'Caso Leire Díez' an die Audiencia Nacional überwiesen und damit beide Ermittlungen unter Richter Santiago Pedraz vereint, nach einem Jahr paralleler Untersuchungen zu angeblichen PSOE-Schmutzkampagnen gegen Justizermittler.
Überweisung des Falls
Richter Arturo Zamarriego des Madrider Ermittlungsgerichts Nr. 9 hat zugestimmt, den gesamten "Caso Leire Díez" an die Audiencia Nacional zu überweisen, wo Richter Santiago Pedraz des Zentralen Ermittlungsgerichts Nr. 5 die Ermittlungen nun allein führen wird. In einem Beschluss vom Dienstag, 11. August 2026, akzeptierte Zamarriego den Inhibitionsantrag, den Pedraz wiederholt gefördert hatte, und vereinte beide Ermittlungen unter einer einzigen Sache. Die Staatsanwaltschaft unterstützte die Zusammenlegung mit der Begründung, dass alle Beweise zeigen, dass die Verfahren miteinander identisch sind und dass Pedraz' Fall breitere Fakten, mehr beschuldigte Personen und eine schwerwiegendere rechtliche Einstufung einschließlich krimineller Vereinigung umfasst, im Gegensatz zu Bestechung und Einflussnahme, die Zamarriego allein verfolgte.
Ursprünge der Ermittlungen
Zamarriego eröffnete seine Ermittlungen am 24. Juli 2025 nach einer Beschwerde des Vereins Hazte Oír. Die Beschwerde beruhte auf einem Treffen, bei dem Leire Díez angeblich dem Geschäftsmann Alejandro Hamlyn, der wegen Kohlenwasserstoffbetrugs ermittelt wurde, eine bevorzugte Behandlung im Austausch für Informationen anbot. Der Fall gewann an Fahrt, als die Staatsanwälte Ignacio Stampa und José Grinda Beschwerden einreichten. Stampa berichtete, dass ihm am 30. April 2025 ein vertrauenswürdiger Kontakt mitteilte, dass die Regierung ihn treffen wolle. Am 7. Mai nahm er an einem Treffen teil, bei dem anstelle des versprochenen PSOE-Organisationssekretärs Santos Cerdán eine Frau erschien, die sich als Leire vorstellte. Stampa zeichnete die Begegnung auf.
Eine Person meines Vertrauens übermittelte mir das Interesse der Regierung der Nation, mit mir Kontakt aufzunehmen.
Das aufgezeichnete Treffen
Während des Treffens beschrieb sich Díez als die Person, die die PSOE damit beauftragt hatte, angebliche Unregelmäßigkeiten in gerichtlichen Ermittlungen zu untersuchen, die die Partei betreffen.
Ich bin eine rechte Hand, die niemals in Erscheinung treten wird.
Zamarriego hatte für den 20. August 2026 ein Verfahren angesetzt, bei dem die Polizei die Aufnahme analysieren sollte, um Manipulationen auszuschließen, da sowohl Díez als auch der Geschäftsmann Javier Pérez Dolset behaupteten, das Audio könnte verändert worden sein. Dieses Verfahren wurde im Rahmen der Überweisung abgesagt.
Parallele Ermittlungen und Festnahmen
Während Zamarriegos Ermittlungen voranschritten, leitete Pedraz Ende 2025 seine eigenen Ermittlungen ein und verhaftete Díez und den ehemaligen SEPI-Präsidenten Vicente Fernández im Dezember 2025. Dieser Fall blieb bis zum 1. Juni 2026 unter Aktengeheimnis. Berichte der UCO (Zentrale Operative Einheit der Guardia Civil), die im Rahmen der parallelen Ermittlungen an die Audiencia Nacional gesandt wurden, gingen angeblich über Zamarriegos Erkenntnisse hinaus. El Confidencial berichtete, dass Zamarriego nie einen Grund sah, den Fall auf die PSOE-Führung oder Cerdán auszuweiten, den er sogar vor Fragen der Staatsanwaltschaft während seiner Zeugenaussage schützte, indem er darum bat, mit den Anschuldigungen gegen den ehemaligen PSOE-Führer "besonders vorsichtig" zu sein.
Beschuldigte Personen und offene Fragen
Zamarriego hatte Díez, Pérez Dolset und den Journalisten Pere Rusiñol beschuldigt, an einer koordinierten Verschwörung zur Beschaffung kompromittierender oder unregelmäßiger Informationen über UCO- und Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaftsbeamte beteiligt gewesen zu sein. Der Richter sah Anzeichen dafür, dass sie versuchten, gerichtliche Ermittlungen in relevanten Fällen, die Politiker und Geschäftsleute betreffen, zu annullieren oder zu behindern. Der Anwalt Jacobo Teijelo sagte nie aus, weil Zamarriego nie feststellte, ob er als Beschuldigter oder als Zeuge aussagen sollte. Alle anhängigen Verfahren fallen nun Pedraz zu.
- Staatsanwalt Stampa von vertrauenswürdigem Kontakt über Regierungsinteresse an Treffen informiert
- Stampa nimmt an Treffen teil; Leire Díez erscheint statt Santos Cerdán; Begegnung aufgezeichnet
- Richter Zamarriego eröffnet Ermittlungen in Madrid nach Beschwerde von Hazte Oír
- Díez als Beschuldigte zur Aussage geladen, vier Monate nach Ermittlungsbeginn
- Richter Pedraz verhaftet Díez und ehemaligen SEPI-Präsidenten Vicente Fernández
- Aktengeheimnis von Pedraz' parallelen Ermittlungen aufgehoben
- Zamarriego erlässt Beschluss zur Überweisung des gesamten Falls an Audiencia Nacional
- Abgesagt: von Zamarriego ursprünglich geplantes Verfahren zur Analyse der Aufnahme


