
Ein Toter, über 170 Gerettete nach Fährbrand zwischen Bali und Lombok
Eine Passagierfähre geriet in der Lombok-Straße auf dem Weg von Bali nach Lombok in Brand. Eine 19-jährige Frau kam ums Leben, 172 weitere Personen wurden bei starkem Wind und hohem Wellengang evakuiert.
Brand auf der Putri Yasmin
Die Passagierfähre Putri Yasmin geriet am frühen Morgen des 12. August in der Lombok-Straße auf der Überfahrt von Padang Bai auf Bali nach Lembar auf der Nachbarinsel Lombok in Brand. Nach Angaben der Hafenbehörde befanden sich 114 Passagiere und 17 Besatzungsmitglieder an Bord. Spätere Berichte von La Libre sprachen jedoch von 172 evakuierten Passagieren plus einem Todesopfer – eine Zahl, die mit den Angaben der Hafenbehörde in Konflikt steht und ungeklärt bleibt. Die Brandursache ist nicht ermittelt. Lokale Medien berichteten, das Feuer könnte von einem Lastwagen auf dem Fahrzeugdeck ausgegangen sein. Ein Sprecher der indonesischen Marineeinheit auf Lombok erklärte, die Fähre sei während des Vorfalls auf Grund gelaufen und manövrierunfähig gewesen.
Rettung unter schwierigen Bedingungen
Eine groß angelegte Rettungsaktion wurde gestartet, bei der mehrere Schiffe und ein Überwachungshubschrauber zum Unglücksort entsandt wurden, wie die Nachrichtenagentur Antara unter Berufung auf Rettungskräfte berichtete. Andere Schiffe und Fähren, die sich zufällig in der Nähe befanden, änderten ebenfalls ihren Kurs in Richtung der brennenden Fähre. Die Rettungsarbeiten wurden laut beteiligten Rettungskräften durch starken Wind, dichten Rauch und hohen Wellengang behindert. Die Passagiere wurden über mindestens drei verschiedene Schiffe evakuiert, darunter ein Marineschiff und eine weitere Fähre, so Muhamad Hariyadi, Leiter der Such- und Rettungsbehörde in Mataram auf Lombok. Suchschiffe und ein Überwachungshubschrauber blieben auch dann noch im Einsatz, nachdem alle sichtbaren Passagiere evakuiert worden waren.
- Putri Yasmin gerät in der Lombok-Straße zwischen Bali und Lombok in Brand, früher Morgen
- Mehrere Schiffe und ein Überwachungshubschrauber werden zum Unglücksort entsandt
- Mindestens 106 Menschen in Sicherheit gebracht, zu diesem Zeitpunkt keine Opfer gemeldet
- Alle sichtbaren Passagiere evakuiert, Berichte über einen möglichen Todesfall tauchen auf
- 19-jährige Indonesierin für tot erklärt, 172 Evakuierte laut letztem Bericht
Widersprüchliche Opferzahlen
Erste Meldungen der örtlichen Behörden in Mataram deuteten auf keine Opfer hin. Hariyadi sagte dem Sender Metro TV, dass Rettungsteams das Schiff erreicht und visuell bestätigt hätten, dass sich keine Passagiere mehr an Bord befänden. Ein früherer N-tv-Bericht vom 06:09 Uhr besagte, dass mindestens 106 Menschen bereits in Sicherheit gebracht worden seien, ohne dass zu diesem Zeitpunkt Opfer gemeldet wurden. Spätere Berichte von La Libre bestätigten jedoch, dass eine 19-jährige Indonesierin für tot erklärt worden sei, so Hariyadi. Ein AFP-Fotograf in Lembar beobachtete, wie eine Person in einem Leichensack an Land gebracht wurde. Die Berichte von N-tv und Tagesspiegel vom etwa 06:51 Uhr hatten bereits die Möglichkeit eines Todesfalls eingeräumt, ohne weitere Details zu nennen.
Überlebendenberichte
Kiky Okta Pradika, ein 25-jähriger Überlebender, sagte Journalisten in Lembar, er habe eine Rettungsweste gegriffen, bevor er gemeinsam mit mehreren anderen Passagieren über Bord gesprungen sei.
Es dauerte mehrere Stunden, bis Hilfe eintraf.
Sein Bericht deutet auf eine Verzögerung zwischen dem Ausbruch des Feuers und dem Eintreffen der Rettungsschiffe hin, obwohl kein offizieller Zeitplan veröffentlicht wurde.
Wiederkehrende Sicherheitsbedenken
Der Brand der Putri Yasmin folgt auf einen weiteren tödlichen Fährbrand etwa zehn Tage zuvor auf einem Schiff, das von Java nach Sulawesi unterwegs war. ZEIT ONLINE berichtete, dass sich mehr als 270 Menschen an Bord dieses Schiffes befanden. Die Zahl der Todesopfer des früheren Vorfalls wurde in den Quellen unterschiedlich angegeben: Eine frühe N-tv-Meldung nannte vier Tote, während spätere N-tv- und Tagesspiegel-Berichte von mindestens fünf Toten und Dutzenden Vermissten auf See sprachen. ZEIT ONLINE verwies auch auf eine Fährkatastrophe in Indonesien im Jahr 2006, bei der bis zu 500 Menschen ums Leben kamen. In Indonesien brauchen die Behörden oft Jahre, um Vermisste offiziell für tot zu erklären. Ob sich Ausländer unter den Passagieren der Putri Yasmin befanden, blieb unklar.

