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Wirtschaft·vor 2 Std.

Factorial schließt Series D über 150 Mio. Dollar bei einer Bewertung von 2,5 Mrd. Dollar ab und wechselt von SaaS zu KI-Agenten

Die in Barcelona ansässige HR-Tech-Plattform sammelte 150 Millionen Dollar in einer von General Catalyst angeführten Runde ein, die zusätzlich 540 Millionen Dollar an nicht verwässerndem Kapital zusagte, um eine KI-gesteuerte Expansion in ganz Europa voranzutreiben.

Die Finanzierungsrunde

Das in Barcelona ansässige Unternehmen Factorial hat eine Series-D-Finanzierungsrunde über 150 Millionen Dollar abgeschlossen, die das Unternehmen mit 2,5 Milliarden Dollar bewertet. Die Runde wurde von der US-amerikanischen Risikokapitalgesellschaft General Catalyst angeführt, die zum ersten Mal eine direkte Beteiligung an Factorial erwirbt, mit Beteiligung der bestehenden Investoren Atomico und Four Rivers. Die Gründer verkauften etwa 6 % des Unternehmens im Rahmen der Transaktion.

Wir führen keine Kapitalerhöhung durch, weil wir sie brauchen – wir sind seit mehr als zweieinhalb Jahren nachhaltig –, sondern weil wir glauben, dass es Möglichkeiten gibt, zu investieren und noch mehr zu wachsen.

Nicht verwässerndes Kapital

Neben der Eigenkapitalrunde sagte General Catalyst bis zu 540 Millionen Dollar über seinen Customer Value Fund zu, ein nicht verwässerndes Finanzierungsinstrument, dessen Rendite ausschließlich an den Wert gebunden ist, der durch die mit diesem Kapital akquirierten Kunden generiert wird. Dadurch erhöht sich das insgesamt zugesagte nicht verwässernde Kapital auf über 700 Millionen Dollar, zusätzlich zu einer zuvor vereinbarten 200-Millionen-Dollar-Fazilität, die noch nicht vollständig in Anspruch genommen worden war.

Der KI-Wandel

Factorial positioniert sich neu von einem traditionellen SaaS-Unternehmen zu dem, was CEO und Mitgründer Jordi Romero ein „KI-first“-Unternehmen nennt. Das Unternehmen hat sein Produkt, seine Architektur und seine Kundenworkflows um KI-Agenten herum neu aufgebaut, die HR-Aufgaben wie Spesenabrechnung, Gehaltsabrechnung, Leistungsbeurteilung und sogar Gerätekonfiguration übernehmen. Romero stellte fest, dass der Investmentmarkt derzeit verwirrt und vorsichtig sei, wer am Ende auf der richtigen oder falschen Seite der KI-Disruption landen werde.

Vor zehn Jahren haben wir Factorial als SaaS-Unternehmen aufgebaut. Heute sind wir ein KI-first-Unternehmen: Wir entwickeln Agenten für unsere Kunden und tun dies bereits für mehr als 16.000 Unternehmen in Europa, mit der Disziplin, die unser erstes Jahrzehnt geprägt hat.

Wachstums- und Expansionspläne

Das Unternehmen bedient mehr als 16.000 Unternehmen in über 90 Ländern und stellt etwa 50 Personen pro Woche ein, wobei die Mitarbeiterzahl nun bei über 1.700 liegt. Factorial plant, das neue Kapital in erster Linie für anorganisches Wachstum durch Übernahmen von Wettbewerbern und angrenzenden Produkten zu verwenden, insbesondere in Europa. Deutschland ist der prioritäre internationale Markt nach Wachstumsrate, und das Unternehmen konzentriert sich auch auf Spanien, Frankreich, Portugal und Italien.

Finanzierungsrunden und Meilensteine von Factorial
  1. Series C: 120 Millionen Dollar unter Führung von Atomico, Bewertung erreicht 1 Milliarde Dollar (Einhorn-Status)
  2. Umsatz erreicht 39,8 Millionen Euro bei einem Nettoverlust von 33 Millionen Euro (laut Handelsregister)
  3. Series D: 150 Millionen Dollar unter Führung von General Catalyst, Bewertung erreicht 2,5 Milliarden Dollar

Finanzielle Entwicklung

Factorial hatte zuletzt im Oktober 2022 eine Series C über 120 Millionen Dollar abgeschlossen, angeführt von Atomico mit Beteiligung des singapurischen Staatsfonds GIC, Tiger Global, CRV, K-Fund und Creandum. Diese Runde bewertete das Unternehmen mit 1 Milliarde Dollar und verlieh ihm Einhorn-Status. Nach den neuesten Daten aus dem spanischen Handelsregister erzielte Everyday Software SL – die juristische Person von Factorial – im Jahr 2024 einen Umsatz von 39,8 Millionen Euro und einen Nettoverlust von 33 Millionen Euro. Das Unternehmen erwartet, in den kommenden Jahren die Nettorentabilität zu erreichen, wobei der genaue Zeitplan von der Akquisitionstätigkeit abhängt. Ein Börsengang ist für die Zukunft nicht ausgeschlossen, aber der aktuelle Fokus bleibt auf Wachstum durch Übernahmen.

Diese Runde schließt kein Kapitel ab: Sie eröffnet das, das wirklich zählt.

Barcelona

6 Quellen

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