
EZB erhöht Einlagensatz auf 2,5 % – Nahostkonflikt treibt Inflation im Euroraum
Die Europäische Zentralbank hat ihren Leitzins für Einlagen am Donnerstag um 25 Basispunkte auf 2,5 % angehoben, um auf die durch den Nahostkonflikt verursachten Energiepreissteigerungen zu reagieren.
Einhellige Zinserhöhung in Berlin
Am Donnerstag, dem 10. September 2026, tagte der EZB-Rat in Berlin und genehmigte einstimmig eine Erhöhung der drei Leitzinssätze um 25 Basispunkte. Der Einlagensatz stieg von 2,25 % auf 2,50 % und erreichte damit den höchsten Stand seit April 2025. Der Hauptrefinanzierungssatz wurde auf 2,65 % angehoben, der Spitzenrefinanzierungssatz stieg auf 2,90 %.
Der EZB-Rat hat beschlossen, die drei Leitzinssätze um 25 Basispunkte anzuheben. Der Konflikt im Nahen Osten erzeugt weiterhin Inflationsdruck, und die Inflation dürfte für längere Zeit deutlich über dem Zielwert bleiben.
- Einlagensatz
- 2.5 %
- Hauptrefinanzierungssatz
- 2.65 %
- Spitzenrefinanzierungssatz
- 2.9 %
Inflationsdruck durch Energiemärkte
Der Zinsentscheidung folgte eine Beschleunigung der Gesamtinflation im Euroraum, die im August 2026 auf 3,3 % anstieg, verglichen mit 2,9 % im Juli, und sich damit weiter vom Ziel der EZB von 2,0 % entfernt. Die Kerninflation sank um 0,1 Prozentpunkte auf 2,1 %, doch die Energieinflation stieg um 14,3 %. In Spanien erreichte das jährliche Verbraucherpreiswachstum 4,3 %. Der Preisanstieg ist auf den Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran zurückzuführen, der Ende Februar 2026 begann und zur Schließung der Straße von Hormus führte.
Die Blockade dieser Engstelle unterbrach die globalen Treibstofflieferungen und trieb die Brent-Rohöl-Futures am Mittwoch erstmals seit sieben Monaten über 100 Dollar pro Barrel, bevor sie am Donnerstag bei 101,68 Dollar gehandelt wurden. Die europäischen Benchmark-Erdgas-Futures Dutch TTF überschritten 80 Euro pro Megawattstunde und erreichten damit Dreijahreshochs. Seit Beginn des Konflikts hat Brent um über 37 % zugelegt (über 63 % seit Jahresbeginn) und Erdgas um 142 % (über 175 % seit Jahresbeginn).
Wachstumsrevisionen und politischer Kurs
Die Anpassung am Donnerstag ist die zweite Zinserhöhung der EZB im Jahr 2026. Die EZB hatte im Juni 2026 mit einer Erhöhung um 25 Basispunkte einen Lockerungszyklus beendet und im Juli eine Pause eingelegt. Die Bank hob ihre Wachstumsprognosen für 2026 und 2027 an, gestützt auf ein BIP-Wachstum im Euroraum von 0,6 % im zweiten Quartal 2026 nach einer Stagnation von 0,0 % im ersten Quartal. Allerdings erhöhte die EZB ihre Inflationsprognosen für 2027 und 2028, während die Prognose für 2026 unverändert blieb.
- Nahostkonflikt beginnt, die Straße von Hormus wird blockiert
- EZB erhöht die Leitzinsen erstmals seit drei Jahren um 25 Basispunkte
- EZB belässt die Zinssätze in ihrer geldpolitischen Sitzung unverändert
- Inflation im Euroraum steigt auf 3,3 %, Energiepreise um 14,3 % gestiegen
- EZB erhöht die Leitzinsen auf ihrer Sitzung in Berlin um 25 Basispunkte
Kreditkosten und Marktreaktion
Die geldpolitische Anpassung wirkte sich sofort auf die europäischen Kreditbenchmarks aus. Der 12-Monats-Euribor, der die Finanzierungskosten für variabel verzinste Hypotheken bestimmt, erreichte am 10. September 3,138 % und blieb damit im gesamten Monat über 3 %, nachdem er im August bei durchschnittlich 2,952 % gelegen hatte. Bei einer hypothetischen Hypothek von 150.000 € mit einer Laufzeit von 25 Jahren und einem Spread von 1 % bedeutet eine jährliche Neufestsetzung eine Erhöhung von etwa 75 € pro Monat, also 900 € pro Jahr.
Der Markt beginnt, ein anspruchsvolleres Jahresende zu erwarten. Ein Euribor von 3 % ist ein klares Zeichen für einen Zykluswechsel; Banken werden selektiver vorgehen, und Familien werden vor der Unterzeichnung viel besser vergleichen müssen.
Eine Reuters-Umfrage unter 65 Ökonomen hatte erwartet, dass diese Zinserhöhung der letzte Schritt des Straffungszyklus sei. Finanzmärkte und Institute wie Deutsche Bank, JP Morgan und BNP Paribas erwägen jedoch weiterhin die Möglichkeit einer weiteren Erhöhung um 25 Basispunkte auf 2,75 % vor Jahresende.


