
Norddeutschland ächzt unter Rekord-Hitzewelle im Juni – Waldbrandgefahr steigt auf Stufe 4
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor extremen Temperaturen, die am Samstag bis zu 39 °C erreichen, während die Waldbrandgefahr in Schleswig-Holstein auf die zweithöchste Stufe angehoben wird.
Temperaturvorhersage und Warnungen
Ein kräftiges Hochdruckgebiet namens „Hartmut“ treibt die stärkste je gemessene Juni-Hitzewelle über Norddeutschland. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat Hitzewarnungen für Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern herausgegeben. Am Freitag werden die Temperaturen im Binnenland auf 36 °C in Hamburg und Schleswig-Holstein und bis zu 38 °C in Niedersachsen steigen. Der Samstag soll mit Werten von 39 °C im Binnenland und 26 bis 31 °C an den Küsten der heißeste Tag werden. Der DWD beschreibt die Luftmasse als sehr feucht und labil, sodass sich eventuelle Gewitter sofort zu Unwettern entwickeln können.
Das ist die stärkste Hitzewelle, die wir je im Juni gesehen haben. Es war noch nie so früh im Jahr so heiß und über einen so langen Zeitraum.
Der bisherige Juni-Temperaturrekord für Norddeutschland wurde am 20. Juli 2022 aufgestellt, als Hamburg 40,1 °C und die niedersächsische Station in Barsinghausen-Hohenborstel 40,0 °C maßen. Meteorologen zufolge könnten diese Rekorde an diesem Wochenende geknackt werden. Die Wassertemperaturen an der Nordseeküste liegen derzeit bei 18 bis 19 °C und an der Ostsee bei 17 bis 20 °C, etwa zwei bis drei Grad über dem saisonalen Durchschnitt.
- Temperaturen erreichen 35 °C im Norden; DWD gibt erste Hitzewarnungen heraus.
- Im Binnenland 36 °C bis 38 °C; Waldbrandgefahr in Schleswig-Holstein auf Stufe 4 erhöht.
- Höchsttemperatur von 39 °C erwartet; am Abend wahrscheinlich Gewitter.
- Hitze lässt auf 37 °C nach; weiterhin Risiko von Starkregen und Gewittern.
- Temperaturen fallen stark, die Hitzewelle endet.
Waldbrandgefahr und Vorsichtsmaßnahmen
Mit der Intensivierung der Hitzewelle wurde die Waldbrandgefahr in Schleswig-Holstein auf Stufe 4 von 5 angehoben, die zweithöchste Warnstufe, mit steigender Tendenz. „Anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen führen dazu, dass Brände auf Feldern, Wiesen oder in Wäldern extrem schnell um sich greifen können. Oft reicht schon eine kleine Unachtsamkeit, um ein Feuer auszulösen“, sagte Landesbrandmeister Jörg Nero. Er appellierte an die Bevölkerung, in Waldnähe keinerlei offenes Feuer zu entzünden und keine Zigarettenkippen in der Natur zu entsorgen.
Mehr als 90 Prozent der Waldbrände werden durch Menschen verursacht, entweder absichtlich oder durch Fahrlässigkeit.
Förster bitten Besucher außerdem, Autos nicht auf trockener Vegetation abzustellen, Rettungswege freizuhalten und niemals Glasflaschen oder Scherben zurückzulassen. Huma merkte an, dass die strukturreichen Mischwälder mit einem hohen Laubbaumanteil, die vom Landesforstbetrieb unterhalten werden, die beste Brandschutzstrategie seien und dass die enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Feuerwehren in den letzten zehn Jahren größere Brände verhindert habe.
Veranstaltungsabsagen und Gesundheitshinweise
Mehrere Open-Air-Veranstaltungen in Schleswig-Holstein und Hamburg wurden aufgrund der extremen Bedingungen abgesagt. Ein Mädchenfußballturnier in Osterrönfeld, ein Agility-Wettbewerb in Brunsbek und das Dorffest in Wohltorf finden nicht statt. Auch der für Sonntag geplante Hamburg-Halbmarathon wurde abgesagt. Veranstalter, die durchführen, stellen Rasensprenger und zusätzliche Trinkwasserstationen bereit.
Die Gesundheitsbehörden erinnern die Bevölkerung daran, mindestens zwei Liter Wasser gleichmäßig über den Tag verteilt zu trinken, sich während der heißesten Nachmittagsstunden nicht im Freien aufzuhalten und lauwarme oder leicht gekühlte Getränke eiskalten vorzuziehen. Alkohol und zuckerhaltige Getränke sollten vermieden werden, da sie den Kreislauf zusätzlich belasten. Schwangere, ältere Menschen, Kleinkinder und Menschen mit chronischen Erkrankungen sind am stärksten gefährdet. Auch Waldtiere leiden: Amphibien und Jungtiere sind besonders betroffen, da Wasserstellen austrocknen, während Rehe und Wildschweine sich durch das Aufsuchen schattiger Bereiche anpassen können.
Klimakontext
Daten des Umweltbundesamtes zeigen, dass die durchschnittliche Anzahl der Tage über 30 °C in Deutschland trotz großer jährlicher Schwankungen gestiegen ist – ein Trend, der eindeutig mit dem Klimawandel zusammenhängt. Die Initiative World Weather Attribution hat wiederholt nachgewiesen, dass Hitzewellen weltweit durch die vom Menschen verursachte Erwärmung intensiver und wahrscheinlicher geworden sind. Die aktuelle Hitzewelle in Norddeutschland fügt sich in dieses langfristige Muster ein.


