Lokal · Lyon, Saint-Étienne und Paris

Französisches Gericht verurteilt Ex-Bürgermeister von Saint-Étienne Gaël Perdriau zu vier Jahren Haft wegen Erpressung mit Sexvideo

Das Berufungsgericht von Lyon bestätigte eine vierjährige vollstreckbare Haftstrafe gegen den ehemaligen Bürgermeister von Saint-Étienne, Gaël Perdriau, wegen Erpressung seines Stellvertreters mit einem heimlich aufgenommenen Video.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Mediapart, La Libre.be, 20minutes und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Lyon, Saint-Étienne, Paris · Frankreich
Wie es dazu kam
  1. 1.12.Strafgericht verurteilt Gaël Perdriau und seine Mitangeklagten in erster Instanz
  2. Juni 2026Berufungsgericht von Lyon hält Anhörungen im Berufungsverfahren ab
  3. 10.09.Berufungsgericht bestätigt vierjährige Haftstrafe und ordnet Inhaftierung an

Sofortige Rückkehr ins Gefängnis

Das Berufungsgericht von Lyon ordnete am 10. September 2026 die sofortige Inhaftierung von Gaël Perdriau an und bestätigte eine fünfjährige Haftstrafe mit einem Jahr auf Bewährung wegen politischer Erpressung. Der ehemalige konservative Bürgermeister von Saint-Étienne wurde zudem zu einer Geldstrafe von 50.000 Euro und einem zehnjährigen Verbot der Kandidatur für öffentliche Ämter verurteilt, womit die fünfjährige Amtsunfähigkeitsstrafe aus dem ersten Verfahren verdoppelt wurde. Das Gericht erließ einen sofortigen Haftbefehl und schickte den 54-jährigen Politiker zurück ins Gefängnis, nachdem er bereits zwei Monate nach seiner ersten Verurteilung im Dezember 2025 abgesessen hatte. Die Richter verurteilten Perdriau wegen krimineller Verschwörung, öffentlicher Erpressung und Veruntreuung öffentlicher Gelder durch fiktive kommunale Subventionen an zwei Vereine. Perdriau protestierte direkt im Gerichtssaal gegen die Entscheidung, als er die offiziellen Haftdokumente unterzeichnete.

„Madam, Sie haben gerade einen Unschuldigen verurteilt.“

Gaël Perdriau, Ehemaliger Bürgermeister von Saint-Étienne

Ursprünge des Erpressungskomplotts

Das Gerichtsverfahren geht auf eine politische Falle zurück, die gegen Gilles Artigues, einen zentristischen ehemaligen Abgeordneten und ersten stellvertretenden Bürgermeister von Saint-Étienne, gelegt wurde. Während einer Reise nach Paris Ende 2014 teilte Artigues ein Hotel mit dem Bildungsdezernenten Samy Kéfi-Jérôme, der eine Escort-Dame in ein mit versteckten Kameras ausgestattetes Zimmer bestellt hatte. Artigues wurde im Januar 2015 heimlich gefilmt, als er ohne sein Wissen oder Einverständnis eine intime Massage erhielt. Die Verschwörer, darunter der Bürgermeister-Stabschef Pierre Gauttieri und der Drahtzieher Gilles Rossary-Lenglet, nutzten das aufgezeichnete Material ab 2016, um Artigues' politischen Einfluss im Département Loire zu neutralisieren. Perdriau gab zu, 2018 bei einer wütenden Auseinandersetzung eine Audioaufnahme verwendet zu haben, beteuerte jedoch, er habe die Aufnahme nie in Auftrag gegeben.

„Ich habe sehr gelitten und komme aus diesen Jahren sehr müde und sehr niedergeschlagen heraus.“

Gilles Artigues

Urteile für die Mitverschwörer

Das Berufungsgericht verhängte auch Strafen für die anderen Hauptbeteiligten des Erpressungsrings nach Anhörungen im Juni 2026. Gilles Rossary-Lenglet, der das Videomaterial bearbeitet hatte, erhielt eine vierjährige Haftstrafe mit zwei Jahren auf Bewährung, womit seine ursprüngliche erstinstanzliche Strafe von vier Jahren mit einem Jahr auf Bewährung abgeändert wurde. Der ehemalige Bildungsdezernent Samy Kéfi-Jérôme, der nur seine Verurteilung wegen Erhalts veruntreuter Gelder angefochten hatte, wurde zu einer Geldstrafe von 40.000 Euro und einem fünfjährigen Verbot der Bekleidung öffentlicher Ämter verurteilt. Pierre Gauttieri, der ehemalige Stabschef, der während der Ermittlungen zugab, die Operation auf Wunsch des Bürgermeisters organisiert zu haben, legte gegen seine Verurteilung vom Dezember 2025 kein Rechtsmittel ein. Nach diesem ersten Urteil hatte das Gericht die vorläufige Vollstreckung angeordnet, die Perdriau seines Bürgermeisterpostens in Saint-Étienne enthob.

Amtsunfähigkeitsverbote in der Berufung verhängtJahre
Gaël Perdriau
10 Jahre
Samy Kéfi-Jérôme
5 Jahre

Daten aus dem Artikeltext

Verteidigung legt Kassationsbeschwerde ein

Verteidiger Jean-Félix Luciani kündigte an, dass Perdriau vor dem französischen Kassationsgerichtshof Rechtsmittel einlegen und einen sofortigen Antrag auf Haftentlassung stellen werde. Luciani hatte während der Anhörungen im Juni argumentiert, dass Perdriaus Verhalten eher rechtliche Drohungen als kriminelle Erpressung darstelle, ein Straftatbestand, der nach dem französischen Strafgesetzbuch mildere Strafen vorsieht. Der Skandal wurde am 26. August 2022 bekannt, nachdem ein investigativer Bericht von Mediapart die Existenz des kompromittierenden Videos enthüllte. Nach dem Urteil erklärte Artigues vor dem Gerichtssaal, er hoffe, dass die schwere Strafe andere gewählte Amtsträger davon abhalten werde, politische Rivalen zu vernichten. Alle vier Hauptfiguren des Saint-Étienne-Rathauskomplotts verbüßen nun Haftstrafen.

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