Evenepoel gerät mit Co-Kapitän Lipowitz nach Tour-de-France-Bergetappe aneinander: „Ich hatte zu Recht Wut“
Remco Evenepoel kritisierte nach der 6. Etappe der Tour de France öffentlich seinen Co-Kapitän von Red Bull-Bora-hansgrohe, Florian Lipowitz, dem er vorwarf, sich im Zielsprint verweigert zu haben. Der Belgier sagte, er habe „zu Recht Wut“ und das Duo werde den Vorfall besprechen.
6. Etappe: erste Bergprüfung
Die erste Pyrenäenetappe der Tour de France endete in Gavarnie-Gèdre. Auf dem Col de Tourmalet attackierte Tadej Pogačar, Jonas Vingegaard folgte, während Remco Evenepoel rund 20 Sekunden auf seinen Co-Kapitän Florian Lipowitz verlor. Evenepoel holte den Deutschen auf der Abfahrt ein, und eine achtköpfige Verfolgergruppe bildete sich hinter Vingegaard. Die Gruppe verringerte den Rückstand auf unter eine Minute, konnte den Dänen aber nicht stellen und kam 19 Sekunden zurück ins Ziel. Pogačar gewann die Etappe mit einem Vorsprung von knapp drei Minuten.
Evenepoels Frustration
Nach dem Ziel war Evenepoel sichtlich verärgert. Er sagte dem belgischen Sender Sporza, er habe Lipowitz im letzten Kilometer um einen Anfahrer gebeten, was dieser verweigert habe. „Ich hatte zu Recht Wut“, sagte er. „Bei der Katalonien-Rundfahrt bin ich 30 Kilometer für ihn an der Spitze gefahren. Ich habe um einen Kilometer Arbeit gebeten, und es ist nicht passiert. Das hat mich frustriert, und wir werden heute Abend darüber reden müssen.“ Evenepoel kritisierte auch die Lidl-Trek-Fahrer Juan Ayuso und Mattias Skjelmose für ihre mangelnde Mitarbeit in der Verfolgung und sagte, sie hätten nichts zu verlieren gehabt.
Ich hatte zu Recht Wut. Bei der Katalonien-Rundfahrt bin ich 30 Kilometer für ihn an der Spitze gefahren. Ich habe um einen Kilometer Arbeit gebeten, und es ist nicht passiert. Das hat mich frustriert, und wir werden heute Abend darüber reden müssen.
Team und Lipowitz reagieren
Florian Lipowitz spielte den Vorfall herunter und sagte, die Zusammenarbeit mit Evenepoel habe gut funktioniert und er fühle sich „ganz happy“. Er erklärte, er habe nicht die Beine gehabt, um Pogačar oder Vingegaard zu folgen. Auch Red-Bull-Sportchef Zak Dempster wiegelte die Spannungen ab, bezeichnete den Tag als gut und versicherte, Lipowitz hätte mehr getan, wenn er gekonnt hätte.
Ich glaube, wir können optimistisch sein.
Auswirkungen auf die Gesamtwertung
Evenepoels vierter Platz, verbunden mit verpassten Bonussekunden, lässt ihn mit 3 Minuten 30 Sekunden Rückstand auf Pogačar auf dem vierten Gesamtrang liegen. Lipowitz liegt mit weiteren 30 Sekunden Rückstand auf Platz sieben. Der Vorfall wirft Fragen zur Doppelspitzen-Strategie des Teams auf, die Teamchef Ralph Denk vor der Tour verteidigt hatte.
- Evenepoel verliert 20 Sekunden auf Lipowitz; Pogačar und Vingegaard attackieren.
- Evenepoel holt Lipowitz und Paul Seixas ein und bildet eine achtköpfige Verfolgergruppe.
- Die Gruppe verfolgt Vingegaard, der Rückstand verringert sich auf unter eine Minute.
- Evenepoel bittet Lipowitz um einen Anfahrer; Lipowitz kommt der Bitte nicht nach.
- Evenepoel wird Vierter, 19 Sekunden hinter Vingegaard, geschlagen von Isaac del Toro.


