
Elfyn Evans gewinnt ersten WRC-Titel, nachdem Oliver Solberg auf der Schlussprüfung verunglückt
Der walisische Fahrer sicherte sich in Sardinien mit fünf Punkten Vorsprung die Rallye-Weltmeisterschaft 2026, nachdem Rivale Oliver Solberg 100 Meter vor dem Ziel der Schlussprüfung von der Strecke abgekommen war.
Titelentscheidung in Sardinien
Toyota-Fahrer Elfyn Evans sicherte sich am Sonntag bei der Rallye Italien Sardinien seinen ersten Titel in der Rallye-Weltmeisterschaft, nachdem Titelrivale Oliver Solberg in den letzten Metern der Schlussprüfung verunglückt war. Solberg, der für denselben Hersteller antrat, ging in die abschließende 7,1 Kilometer lange Power Stage in Argentiera mit der Vorgabe, Evans auf dieser Prüfung lediglich zu schlagen, um genügend Bonuspunkte für die Meisterschaft zu sichern. Der 25-jährige Schwede führte die Rallye an und war auf der Schotter- und Sandstrecke hinunter zum Mittelmeer bei jeder Zwischenzeit schneller als Evans. In der vorletzten Kurve jedoch, weniger als 100 Meter vor dem Zielbanner, rutschte Solberg von der Strecke.
Evans äußerte unmittelbar nach Abschluss der Prüfung sein Entsetzen über den Ausgang.
Ich war sicher, dass es vorbei war. Es tut mir leid für Oliver, er hatte ein unglaubliches Wochenende. Ich weiß nicht, was ich sagen soll.
WM-Stand und der Umschwung am Wochenende
Evans war mit 230 Punkten nach Italien gekommen und lag damit 17 Punkte vor seinem finnischen Teamkollegen Sami Pajari (213 Punkte) sowie 21 Punkte vor Solberg (209 Punkte). Die Saison 2026 umfasste nach der Absage der geplanten Rallye in Saudi-Arabien nur 13 Läufe. In Sardinien waren maximal 35 Punkte zu vergeben: 25 Punkte für die Gesamtwertung, fünf Punkte für die Super-Sunday-Wertung und fünf Punkte für die Power Stage. Evans hielt am Freitag und Samstag vorsichtig den fünften Platz, während Solberg die Rallye insgesamt anführte. Ein Reifenschaden auf der vorletzten 16. Prüfung kostete Evans entscheidende Zeit und warf ihn aus den Super-Sunday-Punkten, wodurch sein Vorsprung vor Solberg vor der Schlussprüfung auf einen Punkt schrumpfte. Nachdem Solberg von der Straße abgekommen war, sicherte sich Evans den fünften Platz in der Rallye und beendete sie mit 243 Punkten – fünf Punkte vor Solberg (238 Punkte) und sechs vor Pajari (237 Punkte).
- Elfyn Evans
- 243 Pkt.
- Oliver Solberg
- 238 Pkt.
- Sami Pajari
- 237 Pkt.
- Elfyn Evans
- 230 Pkt.
- Sami Pajari
- 213 Pkt.
- Oliver Solberg
- 209 Pkt.
Evans beendet fünfjährige Serie von zweiten Plätzen
Der Sieg bedeutet den ersten Weltmeistertitel für den 37-jährigen Waliser und seinen englischen Beifahrer Scott Martin in zwölf WRC-Saisons. Evans war zuvor fünfmal Vizeweltmeister geworden (2020, 2021, 2023, 2024 und 2025) und hatte im Finale 2025 vier Punkte hinter Sébastien Ogier gelegen. Damit ist Evans der erste walisische Fahrer, der die Rallye-Weltmeisterschaft gewinnt, und erst der dritte britische Fahrer nach Colin McRae 1997 und Richard Burns 2001.
Am Ziel angesprochen räumte Evans ein, dass der Titel bei ihm noch nicht wirklich angekommen sei.
Es ist noch nicht angekommen.
Rallye-Klassement und technische Meilensteine
Hinter Evans verzeichnete die Veranstaltung im Feld mehrere statistische Meilensteine. Der neunmalige Weltmeister Sébastien Ogier wurde in Sardinien Gesamtzweiter und absolvierte damit seinen 214. WRC-Start sowie seinen 121. Podestplatz – beides Rekorde in dieser Kategorie. Der französische Fahrer Adrien Fourmaux belegte für Hyundai den vierten Platz, nachdem ihn zwei Reifenschäden früher am Wochenende vom zweiten Platz verdrängt hatten. Die Rallye in Sardinien war zugleich der letzte Wettbewerb nach dem Rally1-Reglement, das als höchste Fahrzeugklasse der Meisterschaft gedient hatte.


