Kurz gefasst
Nach US-Vermittlung akzeptierte die Hisbollah eine gegenseitige Einstellung der Feindseligkeiten, wie die libanesische Botschaft bestätigte. Israels Angriffe auf die Vororte Beiruts sollen dafür eingestellt werden.
Der israelische Ministerpräsident befahl der IDF, Ziele in Dahije aufgrund von Waffenstillstandsverstößen anzugreifen, und warnte, dass die Operationen im Süden fortgesetzt würden, falls der Raketenbeschuss nicht aufhöre.
Seit dem 2. März wurden über 1,2 Millionen Libanesen vertrieben und mehr als 3.370 getötet; 24 israelische Soldaten und vier Zivilisten kamen ums Leben.
Die Verhandlungen zwischen beiden Ländern sollen am 2. Juni in Washington wieder aufgenommen werden, mit Fokus auf einen umfassenderen Frieden und die Entwaffnung der Hisbollah.
Hisbollah-Abgeordneter Fadlallah sagte, die Gruppe unterstütze eine vollständige Waffenruhe als Schritt zu einem israelischen Abzug. Ihre Haltbarkeit werde sich in den kommenden Tagen zeigen.
- 15.05.Waffenruhe um 45 Tage verlängert, direkte Gespräche in Washington geführt.
- 30.05.Israelische Truppen erobern Burg Beaufort und einen Bergrücken im Südlibanon.
- 1.06.Trump erhält Zusage der Hisbollah, Angriffe einzustellen; Netanjahu ordnet Angriffe auf Dahije an; libanesische Botschaft bestätigt Zustimmung.
Hintergrund
Seit dem 2. März 2026 feuert die Hisbollah aus Solidarität mit dem Iran Raketen und Drohnen auf Israel ab, was eine verheerende israelische Antwort auslöste. Der Konflikt hat nach Angaben der libanesischen Regierung über 1,2 Millionen Menschen im Libanon vertrieben und mehr als 3.370 Menschen getötet. Israel gibt an, dass 24 seiner Soldaten und vier Zivilisten getötet wurden. Am 30. Mai besetzten israelische Streitkräfte die 900 Jahre alte Burg Beaufort und einen strategischen Bergrücken im Süden Libanons – der tiefste Vorstoß seit 26 Jahren.
- Getötete Libanesen
- 3370 Personen
- Getötete israelische Soldaten
- 24 Personen
- Getötete israelische Zivilisten
- 4 Personen
Daten aus dem Artikeltext
Verlängerung der Waffenruhe und direkte Gespräche
Eine erste Waffenruhe vom 16. April wurde am 15. Mai um 45 Tage verlängert, nach US-vermittelten Gesprächen in Washington – der Kontakt auf höchster Ebene zwischen Israel und dem Libanon seit Jahrzehnten. Die Delegation des Libanon, der Sicherheits- und Militärbeamte angehören, hat die Einstellung der Feindseligkeiten priorisiert, während Israel die Entwaffnung der Hisbollah fordert. Die Hisbollah, die direkte Gespräche ablehnt, setzt auf iranischen Druck, um ihre Ziele voranzutreiben. Die nächste Verhandlungsrunde soll am 2. Juni beginnen.
Diplomatisches Gewitter am 1. Juni
Am Montag gab Präsident Trump auf Truth Social bekannt, dass er über Mittelsmänner mit der Hisbollah gesprochen und eine Zusage zur Einstellung aller Angriffe erhalten habe. Ein libanesischer Beamter deutete an, dass die Hisbollah über Parlamentspräsident Nabih Berri ihre Bereitschaft signalisiert habe, die Angriffe einzustellen, falls Israel die Vororte Beiruts verschone.
„Ich hatte ein sehr produktives Gespräch mit Premierminister Bibi Netanjahu von Israel, und es werden keine Truppen nach Beirut gehen, und alle Truppen, die bereits unterwegs sind, wurden bereits zurückbeordert. Ebenso hatte ich über hochrangige Vertreter ein sehr gutes Gespräch mit der Hisbollah, und sie haben zugestimmt, dass jegliches Schießen aufhören wird.“
Annahme durch die Hisbollah und anhaltende Drohungen
Die libanesische Botschaft in Washington bestätigte später, dass die Hisbollah einen US-Vorschlag für eine gegenseitige Einstellung der Angriffe angenommen habe.
„Die libanesischen Behörden haben die Bestätigung erhalten, dass die Hisbollah den US-Vorschlag für eine gegenseitige Einstellung der Angriffe akzeptiert hat. Im Rahmen der vorgeschlagenen Regelung würden israelische Angriffe auf Dahije im Austausch für das Bekenntnis der Hisbollah, keine Angriffe gegen Israel zu starten, eingestellt, wobei der Waffenstillstandsrahmen auf das gesamte libanesische Hoheitsgebiet ausgeweitet werden soll.“
„Ich habe heute Abend mit Präsident Trump gesprochen und ihm gesagt, dass Israel terroristische Ziele in Beirut angreifen wird, wenn die Hisbollah ihre Angriffe auf unsere Städte und Bürger nicht einstellt. Israel hält an dieser Position unverändert fest.“
Breiterer Kriegskontext mit dem Iran
Die Libanon-Front ist ein wesentlicher Nebenschauplatz des US-israelischen Krieges mit dem Iran, der Anfang März begann. Der Iran hat als Teil eines möglichen Gesamtabkommens ein Ende des Krieges im Libanon gefordert. Trump dementierte Berichte, wonach Teheran die Verhandlungen ausgesetzt habe, und sagte, die Gespräche würden „zügig fortgesetzt“. Der Erfolg der Waffenruhe im Libanon könnte den Verlauf des breiteren Konflikts beeinflussen.