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Konflikte·vor 1 Std.

EU verlängert Russland-Sanktionen erstmals auf 12 Monate – Ungarn gibt Veto auf

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben in Brüssel vereinbart, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland von sechs auf zwölf Monate zu verlängern – erstmals seit der groß angelegten Invasion der Ukraine geht der Block über den kürzeren Zyklus hinaus.

Durchbruch beim Sechs-Monats-Zyklus

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben beschlossen, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland statt wie üblich für sechs nun für zwölf Monate zu verlängern. Die Entscheidung fiel beim Gipfeltreffen im Juni in Brüssel, wie ein Sprecher von Ratspräsident António Costa mitteilte. Der Wortlaut der Verlängerung soll in den kommenden Wochen formell vom Rat der Minister verabschiedet werden – ein Schritt, der als Formsache gilt.

Der Orbán-Faktor

Jahrelang hatte der frühere ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán eine einjährige Verlängerung blockiert und den Erneuerungszyklus auf sechs Monate gehalten, was Budapest Einfluss verschaffte. Mit Orbáns Abgang und der neuen Regierung unter Péter Magyar, der Russland deutlich kritischer gegenübersteht, haben erstmals seit Dezember 2024 alle 27 Mitgliedstaaten die Ukraine-Erklärung gebilligt.

Neue Maßnahmen in der Pipeline

In der Gipfelerklärung heißt es, die EU bleibe entschlossen, „den Druck auf Russland weiter zu erhöhen und seine Kriegswirtschaft zu schwächen, damit Russland seinen brutalen Angriffskrieg beendet und ernsthafte Friedensverhandlungen aufnimmt.“

den Druck auf Russland weiter zu erhöhen und seine Kriegswirtschaft zu schwächen, damit Russland seinen brutalen Angriffskrieg beendet und ernsthafte Friedensverhandlungen aufnimmt

Erklärung des EU-Gipfels

Zu den geplanten 70 neuen Maßnahmen gehören Schritte zur Verringerung der russischen Energieeinnahmen, zur Eindämmung der Aktivitäten der Schattenflotte und zur weiteren Einschränkung des russischen Bankensystems. Weitere 20 Tanker der Schattenflotte sollen auf die Sanktionsliste gesetzt werden.

Einstimmigkeit erreicht

Der Wechsel zu einem Zwölf-Monats-Zyklus verringert die Möglichkeit einzelner Mitgliedstaaten, eine Verlängerung zu blockieren. Die EU-Wirtschaftssanktionen umfassen Handel, Finanzen, Energie, Industrie, Transport und Luxusgüter, darunter ein Verbot der Einfuhr von russischem Rohöl auf dem Seeweg und der Ausschluss vieler russischer Banken aus SWIFT.

Brüssel

4 Quellen

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