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Diplomatie·vor 7 Std.

EU und Ungarn erzielen Einigung zur Freigabe von 16,4 Milliarden Euro eingefrorener Gelder, gekoppelt an Anti-Korruptionsreformen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar gaben am Freitag eine bedingte Einigung zur Freigabe von bis zu 16,4 Milliarden Euro an EU-Geldern bekannt – eine bedeutende politische Kehrtwende nach jahrelangen Blockaden aufgrund von Rechtsstaatsbedenken.

Nach intensiven Verhandlungen in Brüssel hat sich die Europäische Kommission darauf geeinigt, ein Paket eingefrorener Mittel für Ungarn freizugeben. Dies markiert einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen der EU und Ungarn. Der Schritt erfolgt nach der Wahlniederlage von Viktor Orbán und der Einsetzung einer neuen Regierung, die sich zu Reformen gegen den demokratischen Rückschritt verpflichtet hat.

Eine neue Ära der Zusammenarbeit

Kommissionspräsidentin von der Leyen sprach von einem spürbaren „Wind des Wandels“ in Budapest und lobte die neue Regierung für ihr entschlossenes und zügiges Handeln. Sie stellte fest, dass die Regierung Magyar innerhalb weniger Wochen seit ihrem Amtsantritt am 9. Mai „lang erwartete Reformen“ umgesetzt habe.

Wir haben eine sichere und solide Landezone erreicht. Vorbehaltlich der Annahme von Reformen und der Umsetzung von Investitionen können wir 10 Milliarden Euro für Ungarn freigeben.

Ministerpräsident Magyar bezeichnete die Vereinbarung als „historischen Durchbruch“ und fügte hinzu: „Wir haben um jeden Cent gefeilscht, selbst in nächtlichen Verhandlungen.“

Die Bestandteile des Abkommens

Das Gesamtpaket umfasst drei Hauptströme:

Freigegebene EU-Gelder für Ungarn (Milliarden Euro) · € billion
Aufbaufonds (RRF)
10 € billion
Kohäsionsfonds
4.2 € billion
Fonds für akademische Freiheit
2.2 € billion

Den Kern bildet die Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF) in Höhe von 10 Milliarden Euro, die 6,5 Milliarden Euro an Zuschüssen und den Rest in zinsgünstigen Darlehen umfasst. Weitere 4,2 Milliarden Euro aus Kohäsionsfonds, die seit Ende 2022 aufgrund von Governance-Mängeln eingefroren waren, werden ebenfalls freigegeben. Weitere 2,2 Milliarden Euro – eingefroren, nachdem die Orbán-Regierung die öffentliche Kontrolle über Universitäten abgeschafft hatte – werden freigegeben, sobald die verbleibenden Reformen abgeschlossen sind.

Reformen und Bedingungen

Der Zugang zu den Geldern ist an Bedingungen geknüpft. Ungarn muss Gesetze verabschieden, die die Anti-Korruptionsmechanismen stärken und undurchsichtige Finanzierungsstrukturen beenden. Péter Magyar hat formell den Beitritt Ungarns zur Europäischen Staatsanwaltschaft beantragt. „Wir haben vereinbart, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um ihre Freigabe zu ermöglichen“, sagte er.

Es war ein Wettlauf gegen die Zeit, aber wir haben gewonnen.

Der Kommentar bezieht sich auf eine Frist bis Sonntag, bis zu der Ungarn einen neuen Aufbauplan vorlegen muss, um die RRF-Mittel zu erhalten.

Ausgabenpläne

Magyar skizzierte wichtige Investitionsprioritäten: 2 Milliarden Euro für neue Regionalzüge, 1,5 Milliarden Euro für den Ausbau des Stromnetzes und einen breiteren Vorstoß in erneuerbare Energien, um die Abhängigkeit von russischem Öl und Gas zu verringern.

Heute ist ein historischer Tag, besonders für Ungarn. Wenn ich jedes Mal, wenn ich nach Brüssel komme, mit so viel Geld zurückkomme, werde ich noch viele weitere Male kommen.

Politische Auswirkungen

Das Abkommen unterstreicht einen dramatischen Wandel gegenüber der Orbán-Ära, in der der Großteil der EU-Mittel aufgrund des demokratischen Rückschritts eingefroren war. Brüssel signalisiert nun starke Unterstützung für die neue Regierung und hofft, dass der Geldzufluss die Wirtschaft stabilisieren, die öffentlichen Dienstleistungen wiederherstellen und die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen stärken wird.

Brüssel · Budapest

8 Quellen

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