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Migration·vor 3 Std.

Globale Vertreibung erstmals seit einem Jahrzehnt rückläufig – Millionen kehren gezwungenermaßen in unsichere Länder zurück, zeigt UNHCR-Bericht

Die Zahl der gewaltsam vertriebenen Menschen ist 2025 um 4 % auf 117,8 Millionen gesunken – der erste Rückgang seit einem Jahrzehnt. Dieser Rückgang ist jedoch darauf zurückzuführen, dass 4,4 Millionen Flüchtlinge unter Druck gesetzt wurden, in Länder zurückzukehren, in denen noch immer Konflikte herrschen, so der neueste Global Trends Report des UNHCR.

Ein irreführender Rückgang

Die Gesamtzahl der gewaltsam vertriebenen Menschen sank 2025 auf 117,8 Millionen – ein Rückgang um 5,4 Millionen gegenüber dem Vorjahr und der erste Rückgang innerhalb eines Jahrzehnts. Das UNHCR warnt jedoch, dass dieser Rückgang nicht auf Verbesserungen in den Konfliktgebieten zurückzuführen ist. Vielmehr kam es dazu, weil Aufnahmeländer Millionen von Flüchtlingen zur Rückkehr drängten, oft unter Zwang.

Manchmal sind die Bedingungen so schwierig und feindselig, dass die Menschen das Gefühl haben, keine andere Wahl zu haben. Das ist keine freie Entscheidung.

Erzwungene Rückkehr im Iran und Pakistan

Afghanistan trug die Hauptlast der erzwungenen Rückkehr. Fast 2 Millionen Afghanen wurden 2025 aus dem Iran und Pakistan ausgewiesen. Pakistans „Repatriierungsplan für illegale Ausländer“ umfasste Nachtrazzien ohne Durchsuchungsbefehl, Lagerabrisse und Erpressung, was zu 1 Million Ausweisungen führte. Der Iran zog mit Einschränkungen bei Aufenthalt und Beschäftigung, willkürlichen Festnahmen und dem Ablauf von Volkszählungsdokumenten nach und zwang rund 1,4 Millionen registrierte Flüchtlinge zur Rückkehr. Viele Rückführungen führten zu Familientrennungen und zur Abschiebung unbegleiteter Minderjähriger.

Syrien, Sudan und Europa

Mehr als 1,3 Millionen Syrer kehrten ebenfalls unter feindseligen Bedingungen zurück, ebenso wie 651.500 Sudanesen trotz anhaltender Gewalt in beiden Ländern. Die 90-prozentige Konzentration auf Afghanistan, Syrien und Sudan unterstreicht, dass die Rückführungen auf Länder abzielen, die sich noch immer in einer Krise befinden. In Europa nahm Deutschland Verhandlungen mit den Taliban auf, um afghanische Flüchtlinge abzuschieben, obwohl es die Taliban nicht als legitime Regierung anerkennt. Der UNHCR-Bericht bezeichnet viele dieser Rückführungen als „unter Zwangsbedingungen und extremer Feindseligkeit“.

Flüchtlingsrückkehrer 2025 nach Ländern · Personen
Afghanistan
1950000 Personen
Syrien
1300000 Personen
Sudan
651500 Personen

Das umfassendere Vertreibungsbild

Neue grenzüberschreitende Vertreibungen blieben hoch: 5,4 Millionen Menschen flohen 2025 in ein anderes Land, wobei über 70 % aus Afghanistan, dem Südsudan, dem Sudan, Syrien, der Ukraine und Venezuela stammten. Die Gesamtzahl der Flüchtlinge ging um 3 % auf 41,6 Millionen zurück, darunter 35,6 Millionen Menschen unter dem Mandat des UNHCR und 6 Millionen palästinensische Flüchtlinge unter dem Mandat des UNRWA. Die Zahl der Binnenvertriebenen sank auf 68,6 Millionen (minus 4,9 Millionen). Dennoch leben 70 % der Flüchtlinge in anhaltender Vertreibung, während die Zahl der Asylsuchenden auf fast 9 Millionen gestiegen ist.

Ein schmaler Lichtblick

Der Bericht vermerkt, dass 46.000 Staatenlose im Jahr 2025 in 24 Ländern die Staatsbürgerschaft erlangten. Barham Salih, der neue UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, bezeichnete die anhaltenden Vertreibungszahlen als „inakzeptabel hoch“ und drängte auf dauerhafte Lösungen, um zu verhindern, dass humanitäre Hilfe zum „endgültigen Ziel“ werde.

Genf · Kabul

4 Quellen

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