Erste Verurteilung im Pariser Périscolaire-Skandal: Animateur zu 18 Monaten auf Bewährung wegen Übergriffs auf Kleinkind verurteilt
Ein 25-jähriger städtischer Angestellter wurde am Freitag für schuldig befunden, ein Mädchen im Alter von 3 bis 5 Jahren in einem Hort im 10. Arrondissement sexuell missbraucht zu haben. Er erhielt eine 18-monatige Bewährungsstrafe und ein lebenslanges Verbot, mit Minderjährigen zu arbeiten.
Ein Skandal, der die Hauptstadt erschütterte
Seit Ende 2025 hat eine Reihe von Vorwürfen körperlicher und sexueller Gewalt im Pariser Périscolaire-Bereich (Nachmittagsbetreuung) eine Krise ausgelöst. Dutzende städtische Angestellte wurden ab Januar 2026 suspendiert, hauptsächlich in der Hauptstadt. Zwei frühere Prozesse endeten mit Freisprüchen, was bei den Eltern Empörung auslöste und die Familien der Opfer ohne rechtliche Anerkennung zurückließ. Die Verurteilung am Freitag ist das erste Mal, dass ein Gericht einen Animateur in diesem sich ausweitenden Kinderschutzskandal zur Verantwortung gezogen hat.
Das Urteil
Am 10. Juli verurteilte das Pariser Strafgericht Souleymane D., 25 Jahre alt, wegen sexueller Übergriffe auf ein Kind, das seiner Obhut im Freizeitzentrum der Schule Aqueduc im 10. Arrondissement anvertraut war. Die Übergriffe fanden statt, als das Opfer zwischen drei und fünf Jahre alt war. Er erhielt eine 18-monatige Freiheitsstrafe auf Bewährung mit einer zweijährigen Bewährungszeit. Das Gericht verhängte ein Kontaktverbot zum Opfer, eine obligatorische psychologische Behandlung und die Eintragung in das Sexualstraftäterregister (Fijais). Am bedeutsamsten ist, dass ihm dauerhaft jede Tätigkeit mit Kontakt zu Minderjährigen untersagt ist. Der Angeklagte verließ den Gerichtssaal mit verdecktem Gesicht und machte keine Aussage gegenüber der Presse. Er hat zehn Tage Zeit, Berufung einzulegen.
Die Stimme des Kindes trug den Fall
Während der Verhandlung betonte das Gericht die Beständigkeit und Glaubwürdigkeit der Aussagen des kleinen Mädchens. Sie offenbarte den Missbrauch zunächst ihrem Vater und später ihrer Mutter, und die getrennten Schilderungen stimmten überein. Die Richter hoben die Kohärenz und besondere Glaubwürdigkeit der Aussagen des Kindes hervor.
die Kohärenz und besondere Glaubwürdigkeit der Aussagen des Kindes
Ihre beständige Erzählung stand im Gegensatz zu den sich wandelnden Aussagen des Angeklagten. Das Gericht fand keine Hinweise darauf, dass ihre Aussage durch ein anderes Verfahren beeinflusst worden war, obwohl sich an derselben Schule ein separater Fall sexueller Gewalt ereignet hatte.
Reaktion der Familie
Charles Héran, der Anwalt der Familie des Opfers, zeigte sich nach dem Urteil tief zufrieden.
Wir sind froh, dass die Stimme des Kindes gehört wurde. Diese Entscheidung ist äußerst ermutigend für das, was als Nächstes kommt.
Er sagte, er hoffe aufrichtig, dass der Verurteilte keine Berufung einlege, das Urteil akzeptiere und die erforderliche Behandlung antrete. Die Erleichterung der Familie steht vor dem Hintergrund früherer Freisprüche, die viele daran zweifeln ließen, ob das Justizsystem angemessen reagieren würde.
Ein Wendepunkt für die Périscolaire-Krise
Diese erste Verurteilung wird als entscheidender Schritt zur Behebung systemischer Versäumnisse im Hortbereich angesehen. Nachdem seit Januar 2026 Dutzende von Angestellten in ganz Paris suspendiert wurden, steht die Stadtverwaltung unter wachsendem Druck, die Einstellungs-, Aufsichts- und Kinderschutzprotokolle zu überarbeiten. Das Urteil bekräftigt auch den Rechtsgrundsatz, dass die beständige Aussage eines kleinen Kindes entscheidendes Gewicht haben kann, selbst wenn sie vom Angeklagten bestritten wird. Das lebenslange Verbot des Angeklagten, mit Minderjährigen zu arbeiten, sendet eine deutliche Warnung, während die Ermittlungen zu anderen Périscolaire-Fällen fortgesetzt werden.


