
Monaco-Staatsanwalt sagt: „Alle Spuren noch auf dem Tisch“ – Partnerin von Ermolaev weiter in Lebensgefahr nach Explosion
Der leitende Staatsanwalt von Monaco, Stéphane Thibault, erklärte am 10. Juli, dass das Motiv für die Explosion vom 29. Juni weiterhin unbekannt sei und die drei Opfer, darunter ein 13-jähriger Junge, noch im Krankenhaus lägen.
Der oberste Staatsanwalt von Monaco gab das erste formelle Update seit fast zwei Wochen zu dem Sprengstoffanschlag, der den in der Ukraine geborenen zypriotischen Geschäftsmann Wadim Ermolajew zum Ziel hatte. Dabei wurde bekannt, dass die Hauptverdächtige tot in der Ukraine aufgefunden wurde und zwei Männer, darunter ein aktiver Geheimdienstoffizier, festgenommen wurden.
Der Angriff vom 29. Juni und seine Opfer
Die Explosion, die am 29. Juni vor einem Luxuswohngebäude in Monaco ausgelöst wurde, verletzte drei Personen: Wadim Ermolajew (58), seine Partnerin und seinen 13-jährigen Sohn. In einer Pressekonferenz am 10. Juli bestätigte Generalstaatsanwalt Stéphane Thibault, dass alle drei weiterhin im Krankenhaus behandelt werden. Ermolajews Zustand habe sich seit kurz nach der Explosion verbessert, er sei jedoch noch nicht vernehmungsfähig.
Seine Partnerin erlitt sehr schwere Verletzungen und, so Thibault, „va un peu mieux mais son pronostic vital est toujours engagé“ (geht es etwas besser, aber ihre Lebensprognose bleibt kritisch). Der Sohn des Paares wurde weniger schwer verletzt als die beiden Erwachsenen, wurde jedoch noch nicht entlassen.
Das Kind ist noch im Krankenhaus. Der Frau, die schwer verletzt wurde, geht es etwas besser, aber ihr Leben ist weiterhin in Gefahr.
Thibault fügte hinzu, dass die ärztliche Schweigepflicht ihn daran hindere, weitere Details zum genauen Zustand der Opfer zu nennen.
Die in der Ukraine tot aufgefundene Verdächtige
Die monegassische Justiz hatte einen internationalen Haftbefehl gegen Anastassija Beresowska, eine 39-jährige Ukrainerin, erlassen, die verdächtigt wird, den Sprengsatz am Gebäudeeingang platziert und gezündet zu haben. Am Dienstag, dem 8. Juli, wurde sie tot auf ukrainischem Hoheitsgebiet mit Schusswunden am Kopf aufgefunden.
Zwei weitere Verdächtige wurden anschließend in der Ukraine festgenommen. Die dortigen Behörden identifizierten einen als ehemaligen Polizeibeamten und den anderen als aktiven Mitarbeiter der Hauptverwaltung Aufklärung (GUR) des ukrainischen Verteidigungsministeriums. Thibault bestätigte am 10. Juli, dass die Ermittlungen in enger Abstimmung mit seinem ukrainischen Amtskollegen voranschreiten und der formelle Austausch von Beweismitteln mit Kiew im Gange sei.
Ermolajews Hintergrund und mögliche Motive
Wadim Ermolajew, ursprünglich aus der Ukraine und heute zypriotischer Staatsbürger, lebt seit mindestens 2021 in Monaco. Er steht seit Dezember 2023 unter ukrainischen Sanktionen wegen geschäftlicher Aktivitäten auf der Krim, die 2014 von Russland annektiert wurde. Diese Sanktionen sind Teil des weiteren Kontextes des Falles.
Thibault stellte jedoch klar, dass noch kein Motiv festgestellt werden konnte. Die Ermittler befänden sich noch in der Phase der Beweissammlung und hätten kein Szenario ausgeschlossen. Auch die Art des Sprengsatzes sei noch ungeklärt.
Alle Spuren liegen noch auf dem Tisch und werden untersucht. Der verwendete Sprengstoff wurde noch nicht identifiziert, ebenso wenig das Motiv oder die Motive.
Zwei Untersuchungsrichter in Monaco wurden nun offiziell mit dem Fall betraut, den der Staatsanwalt als versuchten Mordanschlag bezeichnete.
Justizielle Zusammenarbeit und nächste Schritte
Monaco kooperiert nicht nur mit der Ukraine, sondern auch mit anderen nicht genannten Ländern, um für die Ermittlungen benötigtes Material zu beschaffen. Thibault sprach am 10. Juli mit seinem ukrainischen Amtskollegen, um das Verfahren der Rechtshilfe voranzutreiben. Die Staatsanwaltschaft gab keinen Zeitplan dafür, wann Ermolajew für vernehmungsfähig erklärt werden könnte, noch wann das nächste öffentliche Update erfolgen wird.


