
FIFA leitet Untersuchung gegen VAR-Schiedsrichter wegen „White Power“-Geste bei der Weltmeisterschaft ein
Der Video-Assistent Shaun Evans zeigte während der Übertragung des Auftaktspiels zwischen Deutschland und Curaçao in Houston offenbar ein umstrittenes Symbol. Antidiskriminierungsgruppen forderten seine Abberufung, woraufhin die FIFA eine Untersuchung einleitete.
Die Geste während Deutschland gegen Curaçao
Am Sonntag, während der Übertragung des 7:1-Sieges Deutschlands gegen Curaçao, schalteten die Kameras in das Video-Review-Studio in Dallas, wo die VAR-Offiziellen saßen. Der australische Supervisor Shaun Evans, der hinter den sitzenden Schiedsrichtern stand, formte mit Daumen und Zeigefinger seiner rechten Hand einen Kreis und streckte die anderen drei Finger ab. Die Geste, die auf Taillenhöhe gehalten und in Richtung der Kamera gerichtet war, wurde vom Antidiskriminierungsnetzwerk Fare als ein umgedrehtes „OK“-Zeichen interpretiert, das als „White Power“-Symbol verwendet wird.
Unsere Experten raten dazu, dass die verwendete Geste eindeutig einem umgedrehten 'OK'-Handsymbol ähnelt, das in globalen rechtsextremen Kreisen als 'White Power'-Symbol verwendet wird.
Die Geste hat eine doppelte Bedeutung: Sie kann „OK“ signalisieren oder als Scherz im „Circle Game“ dienen, wurde jedoch in rechtsextremen Kreisen nach einem Hoax im Online-Forum 4chan vor etwa einem Jahrzehnt mit White Supremacy in Verbindung gebracht.
Untersuchung und Reaktionen
Die FIFA bestätigte, dass ihr der Vorfall bekannt sei und sie eine formelle Untersuchung eingeleitet habe, lehnte jedoch weitere Kommentare ab. Der Telegraph berichtete, dass Evans die Möglichkeit erhalten habe, über den Verband zu reagieren. Fare forderte seine sofortige Entlassung und erklärte, dass ein globales Publikum vor einem Spiel keine extremistischen Symbole sehen sollte.
Dieser Offizielle sollte eindeutig keine weitere Rolle bei dieser Weltmeisterschaft spielen.
Die Anti-Defamation League, die das Zeichen 2019 als Hasssymbol katalogisierte, mahnte zur Vorsicht. „Aufgrund der traditionellen Bedeutung der 'Okay'-Handgeste sowie anderer Verwendungen, die nichts mit White Supremacy zu tun haben, muss besonders darauf geachtet werden, keine voreiligen Schlüsse über die Absicht hinter der Geste einer Person zu ziehen“, heißt es auf ihrer Website.
Geschichte des Symbols und frühere Vorfälle
Das Symbol erlangte Berühmtheit, nachdem der australische Terrorist Brenton Tarrant es während eines Gerichtstermins 2019 nach seinem Angriff auf Moscheen in Christchurch, bei dem 50 Menschen starben, gezeigt hatte. Im Jahr 2024 wurde einem Offiziellen bei den Olympischen Spielen in Paris die Akkreditierung entzogen, weil er während des Skateboarding-Finales der Frauen eine ähnliche Geste gemacht hatte. US-Sportteams haben ebenfalls Maßnahmen ergriffen: DC United entließ einen Fitnesstrainer und die Chicago Cubs verbannten einen Fan wegen der Verwendung des Zeichens.
Änderung der Übertragung und nächste Schritte
Nach der Kontroverse änderten die Regisseure die Berichterstattung. In den darauffolgenden Spielen zwischen der Elfenbeinküste und Ecuador sowie Schweden und Tunesien wurde das VAR-Team bei der Arbeit gezeigt, anstatt für die Kamera zu posieren. Evans, ein regulärer Schiedsrichter in der australischen A-League, ist einer von 30 Analysten, die für das Turnier ausgewählt wurden, das von den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko ausgerichtet wird.
- Shaun Evans zeigt die Geste während der Live-Übertragung von Deutschland gegen Curaçao
- Das Fare-Netzwerk veröffentlicht eine Erklärung und fordert seine Abberufung
- Die FIFA leitet eine formelle Untersuchung der Geste ein
- TV-Regisseure stellen das VAR-Panel in nachfolgenden Spielen nicht mehr vor
Die FIFA-Untersuchung dauert an.


