
FIFA stellt Untersuchung zu mutmaßlichem White-Supremacist-Gesten-Vorfall bei WM ein
Shaun Evans erklärte, seine Handbewegung während einer Vorberichterstattung sei ein unwillkürliches Zucken gewesen; die Disziplinarkommission der FIFA stellte keinen Verstoß gegen ihren Verhaltenskodex fest.
Der Vorfall
Am Sonntag, während der Vorberichterstattung zum WM-Spiel zwischen Deutschland und Curaçao, war der Video-Assistent Shaun Evans dabei zu sehen, wie er mit seiner rechten Hand ein Symbol formte. Die Geste, bei der Daumen und Zeigefinger einen Kreis bilden, während die anderen Finger abgespreizt sind, ähnelt einem umgedrehten „OK“-Zeichen. Während das Symbol in einem harmlosen Kinderspiel verwendet wird, wurde es auch von rechtsextremen Gruppen als „White Power“-Zeichen übernommen. Die Anti-Defamation League stufte es 2019 als Hasssymbol ein.
Die verwendete Geste ähnelt eindeutig einem umgedrehten 'OK'-Handsymbol, das in globalen rechtsextremen Kreisen als 'White Power'-Symbol verwendet wird.
Das Fare network, der Partner der FIFA zur Überwachung von Diskriminierung, forderte den Ausschluss von Evans aus dem Turnier.
Evans' Reaktion
Evans gab eine Erklärung ab, in der er jede absichtliche Botschaft hinter der Geste bestritt. Er beschrieb die Bewegung als unwillkürliches, unterbewusstes Zucken und fügte hinzu, dass er sich dessen in diesem Moment nicht bewusst gewesen sei.
Ich habe nicht absichtlich eine Handgeste oder ein Symbol gemacht, um eine Botschaft, eine Zugehörigkeit, ein Spiel oder einen Glauben irgendeiner Art zu kommunizieren.
Er merkte an, dass spätere Bilder vom Spiel ihn zeigten, wie er die Bewegung wiederholte, während er einen Stift zwischen den Fingern hielt, was die Behauptung einer unbewussten Angewohnheit stütze. Evans sagte, er verstehe, wie die Geste interpretiert wurde, und bedauere dies, bestritt jedoch kategorisch, das Symbol wissentlich oder absichtlich gemacht zu haben.
FIFA schließt den Fall
Die unabhängige Disziplinarkommission der FIFA gab am Montag bekannt, dass sie die Angelegenheit geprüft und keine Beweise für einen Verstoß gegen den Disziplinarkodex gefunden habe. Die Kommission nahm die Stellungnahme von Evans zur Kenntnis und schloss die Voruntersuchung ab.
Die unabhängige Disziplinarkommission der FIFA kann bestätigen, dass sie nach Prüfung der Angelegenheit um den Video-Assistenten Shaun Evans keine Beweise für Verstöße gegen den FIFA-Disziplinarkodex gefunden hat.
Die Entscheidung beendete Spekulationen, dass Evans vom Turnier nach Hause geschickt werden könnte.
Änderungen bei der Übertragung
Nach dem Vorfall änderte sich die Fernsehpräsentation des VAR-Raums bei nachfolgenden Spielen. In den drei darauffolgenden Partien schauten die Video-Offiziellen bereits auf ihre Monitore, als das Bild zu ihnen geschaltet wurde, und keiner blickte direkt in die Kamera. Dies stand im Kontrast zu früheren Übertragungen, bei denen die Offiziellen während der Vorstellung nach vorne blickten.
Der kurze Vorfall schien das Spiel selbst nicht zu beeinflussen, das Deutschland mit 7:1 gegen Curaçao gewann. Evans bleibt für den Rest der Weltmeisterschaft Teil des Schiedsrichterteams.


