
Staatsschutz ermittelt nach mutmaßlicher Gleissabotage bei Backnang
Der Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen, nachdem durchtrennte Kabel bei Backnang zu Störungen der Bahnsignale und Telekommunikationsausfällen für 38.000 Einwohner geführt haben.
Durchtrennte Kabel und Signalstörungen
Am Sonntagnachmittag verschafften sich unbekannte Täter Zugang zu einem Betonschacht entlang der Bahnstrecke zwischen Backnang und dem Stadtteil Maubach, nordöstlich von Stuttgart in Baden-Württemberg. Der Schacht befindet sich unter einer Brücke am Fuß einer steilen Böschung in einem abgelegenen Gebiet am Stadtrand. In der Anlage wurden mehrere Kabel der Deutschen Bahn sowie eines Telekommunikationsanbieters mit Werkzeugen durchtrennt. Der physische Schaden löste automatische Fehlermeldungen im Netz aus, die eine falsche Gleisbesetztmeldung, bekannt als Rotausleuchtung, erzeugten. Diese Signalstörung zeigt an, dass ein Gleisabschnitt oder eine Weiche von Schienenfahrzeugen belegt ist, obwohl der Abschnitt frei ist. Infolgedessen mussten Züge, die das Gebiet durchquerten, auf Sicht fahren, was zu Reiseverzögerungen führte, während die Internet- und Telefonverbindungen in der Stadt mit rund 38.000 Einwohnern beeinträchtigt wurden.
Staatsschutzermittlungen und Beweise
Die Fachinspektion Staatsschutz der Polizei übernahm die Ermittlungen unter dem Verdacht der vorsätzlichen Sabotage. Die Ermittler inspizierten den schwer zugänglichen Schacht, dokumentierten mögliche Werkzeugspuren und sammelten forensisches Material, um auf DNA-Spuren zu untersuchen. Die Behörden schlossen versehentliche Bauschäden aus und stellten fest, dass die Deutsche Bahn keine planmäßigen Wartungs- oder Erdarbeiten entlang dieses spezifischen Streckenabschnitts durchgeführt hatte. Ein Polizeisprecher in Aalen erläuterte die Ergebnisse der ersten Inspektion des beschädigten Ortes.
Der erste Eindruck war nicht, dass ein Bagger dies versehentlich verursacht hat, sondern es sieht so aus, als hätte jemand es absichtlich durchtrennt.
Obwohl die Ermittler die Möglichkeit von Arbeiten Dritter nicht vollständig ausschlossen, stellten sie fest, dass der Bahnbetreiber keine Mitteilung über solche Arbeiten im Korridor erhalten hatte.
Nächtliche Reparaturen und Wiederherstellung des Betriebs
Techniker der Deutschen Bahn leiteten in der Nacht von Sonntag auf Montag Notfallreparaturen ein, um die Signal- und Telekommunikationskabel wiederherzustellen. Um die technischen Reparaturen sicher im engen Betonschacht durchführen zu können, sperrten die Behörden den Bahnkorridor zwischen Backnang und Maubach von etwa Mitternacht bis 3:30 Uhr morgens. Die Arbeiter schlossen die Neuverkabelung und Systemtests innerhalb dieses dreieinhalbstündigen Zeitfensters ab. Der Zugverkehr wurde am Montagmorgen wieder aufgenommen, wobei die Züge im betroffenen Korridor im Rems-Murr-Kreis weitgehend planmäßig verkehrten. Der Vorfall erforderte kurzfristige Anpassungen auf lokalen Transitstrecken, während die Telekommunikationsverbindungen für die Anwohner wiederhergestellt wurden.
- Täter durchtrennen Bahn- und Telekommunikationskabel in einem Betonschacht zwischen Backnang und Maubach.
- Falsche Gleisbesetztmeldungen zwingen Züge zur Sichtfahrt mit lokalen Verzögerungen.
- Die Deutsche Bahn sperrt die Strecke über Nacht, um Notfallkabelreparaturen abzuschließen.
- Der Bahnverkehr wird wieder normal aufgenommen, während der Staatsschutz seine Ermittlungen fortsetzt.
Zeugenaufrufe und Netzwerkschwachstellen
Die Polizeiermittler haben die Öffentlichkeit gebeten, Personen, die sich am Sonntag auf umliegenden Feldwegen und Wanderwegen aufgehalten haben, zu melden, wenn sie verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Der Aufruf richtet sich insbesondere an Informationen über Personen oder Arbeiter, die mit Werkzeugen in der Nähe der Eisenbahnbrücke gesehen wurden. Die Deutsche Bahn war in den letzten Jahren wiederholt mit Vorfällen von Kabelzerstörung und -störungen in ihrer bundesweiten Signalinfrastruktur konfrontiert. Kritiker der Bahnsicherheitsmaßnahmen haben wiederholt auf Schwachstellen beim Schutz kritischer Kabeltrassen entlang offener Bahnkorridore hingewiesen. Die Behörden haben noch keine konkreten Tatverdächtigen identifiziert oder ein Motiv für den Vorfall in Backnang ermittelt.


