
Nachbeben erschüttert Caracas: Erdbeben-Todeszahl in Venezuela übersteigt 1.450; EU und China schicken Hilfe
Ein starkes Nachbeben erschütterte am Montagmorgen Caracas und La Guaira, fünf Tage nachdem ein doppeltes Erdbeben mindestens 1.450 Menschen getötet und Zehntausende vermisst zurückgelassen hatte. Die Europäische Union und China haben humanitäre Nothilfe zugesagt.
Das Doppelbeben und seine Bilanz
Am Mittwoch, dem 24. Juni, erschütterten zwei schwere Erdbeben den Küstenstaat La Guaira und die Hauptstadt Caracas. Die vorläufige Todeszahl liegt nach Regierungsangaben zwischen 1.450 und 1.500, Zehntausende werden noch vermisst. Die Rettungsarbeiten stehen vor großen Herausforderungen: 774 Gebäude wurden beschädigt und 189 völlig zerstört, so offizielle Quellen. Die Katastrophe traf eine ohnehin durch jahrelange Krise geschwächte Wirtschaft; Analysten warnen vor schweren wirtschaftlichen Folgen zusätzlich zur humanitären Not. Unter den Toten sind die Frau und zwei Kinder von Lucas Trejo, einem argentinischen Fußballspieler des örtlichen Zweitligisten Maritimo La Guaira.
Nachbeben am Montag
Fünf Tage nach der ersten Katastrophe traf am Montag, dem 29. Juni, kurz nach 7 Uhr Ortszeit (11:00 GMT) ein starkes Nachbeben Caracas und La Guaira. Das Beben erschütterte bereits beschädigte Gebäude und verstärkte die Angst der Bewohner. Zunächst wurden keine weiteren Opfer gemeldet.
- Zwei schwere Erdbeben erschüttern Venezuela, töten mindestens 1.450 und beschädigen Hunderte von Gebäuden.
- Ein starkes Nachbeben erschüttert Caracas und La Guaira.
- Europäische Kommission kündigt 5 Millionen Euro Nothilfe an.
- China sagt 100 Millionen Yuan Hilfe und Satellitenbilder zu.
Internationale Hilfsreaktion
Die internationale Gemeinschaft begann mit der Mobilisierung von Hilfe. Die Europäische Kommission kündigte am Montag ein Nothilfepaket in Höhe von 5 Millionen Euro an, das vorrangig Unterkunft und Gesundheitsversorgung für die betroffenen Gemeinden vorsieht. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, erklärte, Peking schicke Hilfsgüter im Wert von 100 Millionen Yuan (ca. 12,9 Millionen Euro) sowie Satellitenbilder zur Unterstützung der Rettungsarbeiten.
Die Hilfe wird so schnell wie möglich geliefert. China ist bereit, je nach Entwicklung der Lage weitere Unterstützung zu leisten.
- Europäische Union
- 5 Mio. €
- China
- 12.9 Mio. €
Plünderungen und Verzweiflung
In den verwüsteten Gebieten sind Plünderungen ausgebrochen; Überlebende nehmen Waren aus eingestürzten Geschäften und Apotheken mit. In sozialen Medien kursierende Videos zeigen Menschen, die Kartons mit Haushaltsgeräten aus einem zerstörten Laden reichen, und andere, die Waren auf Fahrzeuge laden. Es gibt auch Vorwürfe gegen Polizei und Soldaten, die angeblich aus Häusern und von Toten stehlen. Die Bewohner beschreiben eine Mischung aus Opportunismus und schierer Verzweiflung, ausgelöst durch Verluste und die langjährige wirtschaftliche Not.
Einige, wie die 34-jährige Jenifer Mayora, sagen, Ladenbesitzer hätten die Erlaubnis gegeben, das Nötigste mitzunehmen, da noch keine offizielle Hilfe eingetroffen sei.Sie haben sogar die Tapeten von den Wänden gerissen. Sie nahmen alles mit, sogar die Kabel.
Die Regierung hat den Zugang nach La Guaira eingeschränkt und verlangt von Militär ausgestellte Genehmigungen.Ich warte schon eine Weile auf eine Matratze, damit meine Kinder schlafen können.


