Kurz gefasst
Chinesische Staatsmedien meldeten in einer am Freitag, 23. Oktober, veröffentlichten Aktualisierung mindestens 16 Tote und 54 Verletzte, nach 32 Verletzten in früheren Berichten.
Das Presseamt der Stadt Nagqu teilte mit, mindestens 339 Wohnhäuser seien eingestürzt; Staatsmedien berichteten von 20 zerstörten Ställen. Von den früheren 32 Verletzten befanden sich 11 in ernstem Zustand.
Staatsmedien berichteten von 1.000 Fertighäusern, rund 3.000 Zelten und mehr als 1.600 mobilisierten Menschen. Mehr als 300 Polizisten und fast 350 Feuerwehrleute und Rettungskräfte wurden mit 83 Fahrzeugen eingesetzt.
Das China Earthquake Networks Center maß 7,0 in 10 Kilometern Tiefe, das GFZ gab 7 bei 10 Kilometern an, und Indiens National Center for Seismology maß 7,0 bei 173 Kilometern.
Das Beben und seine Reichweite
Ein Erdbeben der Stärke 7,0 hat am Donnerstag, 22. Oktober 2026, um 22:33 Uhr Ortszeit Tibet erschüttert. Der US Geological Survey verortete das Epizentrum rund 191 Kilometer ostnordöstlich von Nagqu, einer Stadt im Norden der Autonomen Region, und gab eine Herdtiefe von 18 Kilometern an. Chinesische Seismologen lokalisierten das Epizentrum im Kreis Baqing bei 32,40 Grad nördlicher Breite und 93,79 Grad östlicher Länge, mit einer Tiefe von 10 Kilometern. Das China Earthquake Networks Center meldete zunächst eine Stärke von etwa 6,7 und korrigierte sie wenige Minuten später auf 7,0. Nach Angaben des USGS folgten sieben oder mehr Nachbeben der Stärke 4,3 bis 5,2. Internetnutzer berichteten laut dem Nachrichtenportal Jiemian von starken Erschütterungen in Lhasa, Nyingchi und Chamdo.
Opfer und Schäden
Mindestens 16 Menschen kamen ums Leben. Chinesische Staatsmedien meldeten in einer am Freitag, 23. Oktober, veröffentlichten Aktualisierung 54 Verletzte, nach 32 in früheren Berichten. In diesem früheren Stadium erklärte das Presseamt der Stadt Nagqu, 11 der Verletzten seien in ernstem Zustand und 21 leicht verletzt. Dasselbe Amt teilte mit, in Nagqu seien mindestens 339 Wohnhäuser eingestürzt; Staatsmedien berichteten, 20 Ställe seien zerstört worden. CCTV-Aufnahmen zeigten Rettungskräfte, die sich zwischen Gebäuden mit schweren strukturellen Schäden und eingestürzten Dächern bewegten.
- Getötet
- 16 Personen
- Verletzte, jüngste Aktualisierung der Staatsmedien (23. Oktober)
- 54 Personen
- Verletzte, frühere Berichte
- 32 Personen
Daten aus dem Artikeltext
Rettung und Hilfe
Rettungsteams von Polizei und Feuerwehr errichten Zelte für Menschen, die ihr Obdach verloren haben. Staatsmedien berichteten, 1.000 Fertighäuser, rund 3.000 Zelte, Klappbetten, Taschenlampen und Winterkleidung würden in das Gebiet gebracht. Mehr als 300 Polizisten sowie fast 350 Feuerwehrleute und Rettungskräfte wurden eingesetzt, dazu 83 Fahrzeuge; mehr als 1.600 Menschen aus der weiteren Umgebung wurden mobilisiert. Laut Xinhua forderte der chinesische Präsident Xi Jinping, alle nur möglichen Anstrengungen für Rettungseinsätze und medizinische Versorgung zu unternehmen. Die Behörden warnten vor schwierigen Wetterbedingungen; in den kommenden drei Tagen wird zeitweise Schneefall erwartet.
Verkehr und Kommunikation
Xinhua berichtete, in einigen der betroffenen Gebiete sei die Kommunikation unterbrochen. Die Bahnbehörden setzten Zugverbindungen aus, und Erdrutsche sperrten einen Abschnitt der Nationalstraße 317, die nur noch von Einsatz- und Versorgungsfahrzeugen passiert werden darf.
Messungen und Abweichungen
Das deutsche GFZ-Zentrum nannte unter Berufung auf Reuters ebenfalls eine Stärke von 7 und eine Tiefe von 10 Kilometern. Indiens National Center for Seismology maß 7,0, errechnete aber eine Herdtiefe von 173 Kilometern. Die Angaben zur USGS-Tiefe weichen voneinander ab: Eine Quelle nennt 10 Kilometer, andere 18 Kilometer. Die Tiefe ist wichtig, weil flache Beben an der Oberfläche deutlich stärker zu spüren sind.
- China Earthquake Networks Center
- 10 km
- GFZ (Deutschland)
- 10 km
- Indisches National Center for Seismology
- 173 km
Daten aus dem Artikeltext
Hintergrund und Gelände
Der Kreis Baqing hatte 2020 56.200 Einwohner auf fast 9.800 Quadratkilometern, was weniger als sechs Menschen pro Quadratkilometer ergibt – eine der am dünnsten besiedelten Regionen Chinas. Das Epizentrum liegt auf einer Höhe von fast 4.900 Metern. Nagqu liegt mehr als 300 Kilometer nördlich von Lhasa; andere Berichte verorten das Epizentrum rund 400 Kilometer von der Regionalhauptstadt entfernt. CCTV zufolge war das Beben das stärkste in der Region seit fünf Jahren. Chinesische Staatsmedien berichteten zudem, ein Erdbeben der Stärke 7,1 nahe Dingri, unweit der Grenze zu Nepal, habe im Januar 2025 126 Menschen getötet. Tibet liegt dort, wo die indische tektonische Platte gegen die eurasische Platte drückt – eine der seismisch aktivsten Zonen der Erde.