
Die-Linke-Kandidatin Elif Eralp fordert mehr Personal und Spezialstaatsanwälte zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität in Berlin
In einem Interview vor der Landtagswahl am Sonntag forderte Berlins Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, Spezialstaatsanwälte und mehr Steuerfahnder zur Bekämpfung von Erpressung und Finanzkriminalität.
Programm zur organisierten Kriminalität
Elif Eralp, die Spitzenkandidatin der Linken für die Berliner Landtagswahl, hat einen politischen Schwerpunkt auf die Bekämpfung der organisierten Kriminalität in der deutschen Hauptstadt angekündigt. In einem Interview mit dem Nachrichtenportal t-online traf Eralp eine bewusste begriffliche Unterscheidung hinsichtlich illegaler Netzwerke in der Stadt. Sie erklärte, dass ihr politisches Programm die organisierte Kriminalität bekämpfe, nicht die Kategorie der Clan-Kriminalität. Eralp argumentierte, dass die Berliner Behörden Kürzungen bei Justiz und Strafverfolgung vermeiden müssten. Stattdessen forderte sie die Stadtverwaltung auf, zusätzliches Personal für die Ermittlung und Bekämpfung krimineller Organisationen bereitzustellen.
Ich spreche nicht von Clan-Kriminalität, sondern von organisierter Kriminalität. Und in diesem Bereich dürfen wir nicht kürzen, sondern müssen zusätzliches Personal einsetzen.
Forderung nach Spezialstaatsanwaltschaften und Ermittlern
Als zentrale strukturelle Maßnahme sprach sich Eralp für die Einrichtung von Spezialstaatsanwaltschaften aus, um komplexe Fälle in Berlin zu bearbeiten. Sie brachte organisierte Kriminalität direkt mit großangelegten Finanzdelikten in Verbindung und identifizierte Steuerhinterziehung als Schlüsselbereich, der eine verstärkte staatliche Durchsetzung erfordert. Eralp erklärte, der Staatskasse entgingen Millionen Euro, weil die Behörden derzeit zu wenige Steuerfahnder beschäftigten. Sie argumentierte, dass eine Aufstockung der Ermittler notwendig sei, um diese verlorenen öffentlichen Einnahmen zurückzugewinnen und Mittel für das Land zu sichern. Die Linken-Kandidatin verwies auf Finanzkontrollen und gezielte justizielle Verfolgung als unverzichtbare Instrumente zur Zerschlagung illegaler Geschäftsstrukturen.
Schutzgelderpressung und Sicherheitsbedenken der Bevölkerung
Neben Finanzbetrug sprach Eralp auch gewalttätige Kriminalität und Zwangssysteme in der Hauptstadt an. Sie bezeichnete Schutzgelderpressung als ein weitverbreitetes Problem, das Berliner Anwohner, Gewerbetreibende und lokale Geschäftsinhaber betrifft. Eralp erklärte, dass Erpressungsaktivitäten zu tödlicher Gewalt geführt hätten, und wies darauf hin, dass in der Stadt Menschen erschossen werden. Ihre Aussagen konzentrierten sich auf die unmittelbare physische Gefahr, die von organisierten Erpressernetzwerken in städtischen Bezirken ausgeht. Sie hielt daran fest, dass spezialisierte Strafverfolgung, mehr Ermittler und ausreichende Justizbesetzung notwendig seien, um gewalttätige Erpressungsaktivitäten zu stoppen.
Dabei denke ich auch an Steuerhinterziehung, die wir stärker bekämpfen müssen. Der Staat verliert Millionen, weil wir nicht genug Steuerfahnder haben. In Berlin ist Schutzgelderpressung ebenfalls ein riesiges Problem, Menschen werden erschossen.
Kontext der Berliner Abgeordnetenhauswahl
Eralp präsentierte diese Forderungen nach mehr Strafverfolgung und Haushaltsdisziplin in der Schlussphase des Landtagswahlkampfs. Die Berliner Wähler werden am Sonntag, dem 20. September 2026, ihre Stimmen zur Wahl eines neuen Abgeordnetenhauses abgeben. Die Wahl bestimmt die parlamentarische Vertretung des Bundeslandes und die politische Zusammensetzung der kommenden Legislaturperiode. Fragen der Justizbesetzung, der Haushaltskontrolle und der Kriminalitätsbekämpfung sind zentrale Diskussionsthemen der politischen Parteien im Vorfeld der Wahl am Wochenende. Eralp und die Linke nutzen die letzten Tage vor der Wahl, um Vorschläge für spezialisierte Strafverfolgung und mehr öffentliches Personal in Berlin zu unterbreiten.
- Elif Eralp stellt in einem Interview Vorschläge zur organisierten Kriminalität und Steuerpolitik vor
- Berliner Wähler geben ihre Stimmen zur Wahl eines neuen Abgeordnetenhauses ab


