
England besiegt Frankreich 6:4 in rekordverdächtigem 10-Tore-Spiel um WM-Platz 3 – Mbappé wird Rekordtorschütze
Bukayo Sakas Hattrick und ein Doppelpack von Kylian Mbappé, der ihn zum Rekordtorschützen der WM-Geschichte machte, prägten Englands 6:4-Sieg über Frankreich in Miami.
Erste Halbzeit: Angriffswelle
England brauchte nur drei Minuten, um in Führung zu gehen. Declan Rice fing einen Fehlpass von Désiré Doué ab, sprintete nach vorne und überwand Mike Maignan mit einem flachen Rechtsschuss aus 20 Metern. Bukayo Saka glaubte in der 12. Minute, die Führung verdoppelt zu haben, nachdem er auf der rechten Seite davongerannt war und flach abschloss, aber das Tor wurde wegen Abseits aberkannt. Ezri Konsa machte sechs Minuten später das 2:0, als er eine Rice-Ecke per Kopf verwertete. Frankreich hatte seit einem 2:2-Unentschieden gegen Rumänien im Oktober 2008, als Florentin Petre und Dorin Goian früh trafen, nicht mehr zweimal in den ersten 20 Minuten kassiert. Marcus Rashford erzwang in der 33. Minute eine Parade von Maignan, und Kylian Mbappé wurde am anderen Ende von Dean Henderson gestoppt. Saka schlug dann noch vor der Pause zweimal zu: Er vollendete in der 37. Minute einen Konter, nachdem Maignan seinen ersten Versuch abgewehrt hatte, und legte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nach einem von Rashford abgefälschten Schuss seinen zweiten Treffer nach. England ging mit 4:0 in die Kabine und bescherte Frankreich die höchste WM-Niederlage.
Deschamps‘ Wechsel entfachen Aufholjagd
Didier Deschamps wechselte in der Halbzeit vier Spieler ein, und die Partie drehte sich. Kylian Mbappé verkürzte in der 48. Minute auf 1:4, indem er einen Pass von Michael Olise verwertete. Bradley Barcola traf in der 54. Minute zum 2:4, nach Vorarbeit von Mbappé. Der französische Kapitän traf dann in der 66. Minute erneut – sein flacher Schuss senkte sich unter Dean Henderson hindurch zum 3:4. Es war Mbappés 22. Tor in WM-Endrunden, womit er an Lionel Messi als Rekordtorschütze des Turniers vorbeizog. Der Rekord gilt nur bis zum Sonntagsfinale, wenn Messi ihn zurückerobern könnte, falls Argentinien auf Spanien trifft.
Saka gelingt Hattrick, Bellingham macht den Deckel drauf
England fing sich wieder und bekam in der 87. Minute einen Elfmeter zugesprochen, den Saka zum 5:3 verwandelte und damit seinen Hattrick perfekt machte und den Zwei-Tore-Vorsprung wiederherstellte. Ousmane Dembélé traf in der sechsten Minute der Nachspielzeit zum 5:4, doch Jude Bellingham traf fast im direkten Gegenzug zum 6:4-Endstand. England sicherte sich seine erste WM-Bronzemedaille, nachdem es die Spiele um Platz drei 1990 (gegen Italien) und 2018 (gegen Belgien) verloren hatte. Frankreich wurde Vierter und verhinderte damit eine halbseitig schon erwartete historische Klatsche.
Ein widerwilliger Klassiker
Das Zehn-Tore-Spektakel stellte einen neuen Rekord für ein WM-Spiel um Platz drei auf und übertraf die neun Tore aus Frankreichs 6:3-Sieg über Westdeutschland im Jahr 1958, eine Marke, die 68 Jahre lang Bestand hatte. Vor dem Spiel hatte Deschamps die Ambivalenz um diese Partie eingeräumt.
England will dieses Spiel nicht spielen und wir auch nicht.
Beide Trainer rotierten ihre Mannschaften und brachten Spieler mit weniger Einsatzminuten im bisherigen Turnierverlauf. Der Sieg beendete Frankreichs Ungeschlagen-Serie von vier Pflichtspielen gegen England (zwei Siege, zwei Unentschieden) seit einer WM-Niederlage 1982 und bescherte Thomas Tuchels Mannschaft eine gewisse Revanche für die Viertelfinal-Niederlage 2022.
- Declan Rice eröffnet den Torreigen für England
- Ezri Konsa köpft eine Ecke zum 2:0
- Bukayo Saka vollendet einen Konter zum 3:0
- Saka erzielt sein zweites Tor, England führt zur Halbzeit 4:0
- Kylian Mbappé verkürzt für Frankreich auf 1:4
- Bradley Barcola macht das 2:4
- Mbappé trifft erneut, Frankreich verkürzt auf 3:4
- Saka verwandelt einen Elfmeter zum 5:3 und vollendet seinen Hattrick
- Ousmane Dembélé erzielt mit einem Schuss den Treffer zum 5:4
- Jude Bellingham macht den 6:4-Sieg Englands klar

