
Tuchels Halbzeit-Funken entzündet England – Three Lions bezwingen Kroatien 4:2 im WM-Auftakt
Thomas Tuchels Debüt als englischer Nationaltrainer endete mit einem 4:2-Sieg über Kroatien, nachdem eine Halbzeitansprache seine Spieler aufforderte, ihre Hemmungen abzulegen. Das Spiel im AT&T Stadium sah den deutschen Coach zudem bei der FIFA darum bitten, die Position der Fotografen zu ändern, die ihm die Sicht auf die Nationalhymne versperrten.
Spielübersicht
England begann seine WM 2026 mit einem wilden 4:2-Sieg über Kroatien in der Gruppe L im AT&T Stadium. Harry Kane eröffnete in der 8. Minute per wiederholtem Elfmeter die Torfolge, doch Martin Baturinas Weitschuss glich in der 35. Minute aus. Kane brachte England mit einem Kopfball nach einer Ecke von Declan Rice kurz vor der Pause erneut in Führung, nur um von Petar Musa tief in der Nachspielzeit per Abstauber ausgeglichen zu werden. Jude Bellingham brachte England zwei Minuten nach Wiederanpfiff mit einem energischen Lauf und Abschluss endgültig in Führung, und der eingewechselte Marcus Rashford entschied die Partie in der 85. Minute nach einem fließenden Konter. Englands 22 Schüsse, drei Viertel davon nach der Pause, unterstrichen den Umschwung zwischen den Halbzeiten.
Tuchels Halbzeit-Eingriff
Angesichts eines 2:2-Rückstands zur Pause nutzte Thomas Tuchel die Halbzeitpause, um seine Spieler zu befreitem Spiel aufzufordern. Kapitän Harry Kane gab die Botschaft weiter:
Co-Trainer Anthony Barry gab später zu, dass die erste Halbzeit eine Rückkehr zu „ängstlichen Mustern“ gewesen sei, eine Formulierung, die weithin als Kritik an den konservativen Gewohnheiten der Gareth-Southgate-Ära verstanden wurde. Tuchel sagte seinem Team, sie würden „es auf unsere Art“ machen, selbst bei einer Niederlage, und die Wirkung war sofort. England presste höher, erspielte sich in den 15 Minuten nach der Pause sieben klare Chancen, und Bellinghams Tor fiel, bevor Kroatien sich sortieren konnte.Er sagte uns, wir sollen die Fesseln ablegen, runterkommen und loslegen. Was soll schon Schlimmstes passieren?
Frustration über Fotografen
Trotz des Sieges war Tuchel sichtlich verärgert über die Platzierung von rund 50 Fotografen direkt vor der Trainerbank während der Nationalhymne vor dem Spiel. „Ich bitte die FIFA inständig, die Position der Fotografen zu ändern, weil ich während der Nationalhymne mein Team nicht sehen konnte – und ich hatte auf diesen Moment gewartet“, sagte er.
Tuchel und sein Stab mussten die Spieler auf der riesigen Stadionleinwand verfolgen.Es war ein sehr, sehr besonderer Moment heute, und ich stand vor 50 Fotografen einen halben Meter entfernt und konnte keinen einzigen Spieler sehen. Das hat mir das Erlebnis heute ein wenig verdorben.
- 8. Minute: Harry Kane verwandelt wiederholten Elfmeter (1:0)
- 35. Minute: Martin Baturina gleicht mit Weitschuss aus (1:1)
- 42. Minute: Kane bringt England per Kopf nach Ecke wieder in Führung (2:1)
- 45.+5. Minute: Petar Musa staubt zum zweiten kroatischen Ausgleich ab (2:2)
- Halbzeit: Thomas Tuchel fordert Spieler auf, die Fesseln abzulegen
- 47. Minute: Jude Bellingham erzielt das entscheidende dritte Tor (3:2)
- 85. Minute: Marcus Rashford sichert den Sieg nach Konter (4:2)
Ein Bruch mit der Vergangenheit
Englands zweite Halbzeit wurde sofort als Abkehr vom vorsichtigen Stil früherer Turniere gefeiert. Der Guardian beschrieb die Mannschaft als hätte sie ein Abbild ihrer selbst verbrannt. Tuchel selbst sagte später, er habe Emotionen und Verbundenheit zu den Fans daheim vermitteln wollen.
Der Ansatz erzeugte anhaltenden Druck und ein Gefühl der Befreiung, und Jude Bellingham war sichtlich bewegt, als die Fans nach dem Schlusspfiff „Hey Jude“ anstimmten.Ich hatte in der zweiten Halbzeit einen Gedanken: ‚Den Leuten in den Pubs wird das gefallen.‘
Für mich persönlich war es schön, etwas von dem Lärm beiseite zu schieben und einfach meinem Land und meinen Teamkollegen zu zeigen, wie sehr ich mich dafür einsetze, ihnen zu helfen, Fußballspiele zu gewinnen.
Nächste Schritte und Kaderbreite
Englands Gruppe-L-Kampagne geht am Dienstag gegen Ghana und vier Tage später gegen Panama weiter. Diese Begegnungen, auf dem Papier weniger anspruchsvoll, geben Tuchel Raum für Rotation. Es gibt eine Verletzungssorge um Mittelfeldspieler Declan Rice, aber die Besessenheit des Trainers mit der Brüderlichkeit im Kader wurde durch das vierte Tor bestätigt, das von drei Einwechselspielern (Bukayo Saka, Morgan Rogers, Djed Spence) vorbereitet und von Rashford vollendet wurde. Das Ergebnis lieferte eine frühe Bestätigung für Tuchels aggressive Philosophie und entfachte die Hoffnung, dass England eine tiefe Turnierrunde erreichen kann.


