
Bellingham-Doppelpack schickt Norwegen in der Verlängerung nach Hause – England erreicht WM-Halbfinale in Miami
Jude Bellingham traf zweimal, darunter den Siegtreffer in der Verlängerung, als England Norwegen in einem angespannten, von Kontroversen geprägten WM-Viertelfinale in Miami mit 2:1 besiegte. Erling Haalands Norwegen führte durch einen Treffer von Andreas Schjelderup, bevor Bellingham spät in der ersten Halbzeit ausglich und in der 30-minütigen Verlängerung erneut zuschlug.
England erreichte das WM-Halbfinale nach einem 2:1-Sieg in der Verlängerung gegen Norwegen in einem stickigen Stadion in Miami. Jude Bellingham erzielte beide Tore und brach den skandinavischen Widerstand. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid hat nun sechs Tore im Turnier erzielt, genauso viele wie Harry Kane, und führte Thomas Tuchels Team durch einen weiteren nervenaufreibenden K.o.-Abend.
Norwegens taktische Disziplin und das Führungstor
Norwegen stellte sich in zwei kompakten Linien über etwa 40 Meter auf und verwehrte England den Raum, den sie zuvor im Turnier gegen Mexiko ausgenutzt hatten. Ståle Solbakkens Mannschaft absorbierte den Ballbesitz in der ersten Stunde bequem, während England den Ball sicher, aber ohne Durchschlagskraft bewegte. Nur Bellingham und Anthony Gordon boten Bewegung ohne Ball an. Die erste Trinkpause kam, ohne dass einer der Torhüter ernsthaft geprüft wurde.
Das Spiel änderte sich, als Norwegen begann, höher zu pressen. Ein schwerer Ballverlust von John Stones ließ Haaland fast durchkommen, und die Warnung wurde nicht beachtet. In der 32. Minute köpfte Haaland sanft auf Jordan Pickford – Norwegens erster Versuch. Kurz darauf zog Andreas Schjelderup von links nach innen und schloss mit einem Linksschuss ab, der an Pickford vorbei in den oberen rechten Winkel drehte und die englischen Fans verstummen ließ. Ob der Benfica-Flügelspieler eine Flanke oder einen Schuss beabsichtigte, blieb unklar, aber die 1:0-Führung war real.
Es war unmöglich zu wissen, welche Farbe die Handschuhe von Nyland und Pickford hatten, denn die Torchancen hatten beschlossen, nicht früh aufzustehen.
Norwegen hätte die Führung ausbauen können. Alexander Sørloth schoss aus dem Strafraum über das Tor, Martin Ødegaard prüfte Pickford aus der Distanz, und Sørloth vergab dann einen Zwei-gegen-Eins-Konter, bei dem Haaland frei stand. England lag am Boden.
Bellingham gleicht vor der Pause aus
Kurz vor der Halbzeit übernahm Bellingham die Kontrolle. Er erhielt einen Pass von Gordon an der Strafraumgrenze, zog an seinem Gegenspieler vorbei und schloss linksfüßig an Ørjan Nyland vorbei ab. Das Tor veränderte die Dynamik und gab England einen Halt, der ihnen 40 Minuten lang gefehlt hatte.
Bellingham beschloss, das Schicksal seines Landes auf seine Schultern zu nehmen.
Kontroverse und die Entscheidung in der Verlängerung
Die zweite Halbzeit brachte keine weiteren Tore, aber sie lieferte den umstrittensten Moment des Spiels. Ein norwegisches Tor wurde wegen eines Schubsers von Haaland in der Entstehung nicht anerkannt. Später wurde die Entstehung des englischen Ausgleichs zum Gegenstand hitziger Debatten: Eine weite Abwehr von Nyland soll angeblich das Kabel einer Überkopfkamera getroffen haben, wodurch der Ball senkrecht zu einem englischen Spieler fiel. Die FIFA bestritt den Vorfall unter Berufung auf die Daten des internen Chips im Ball, aber die Sequenz nährte das Gefühl der Ungerechtigkeit an diesem Abend.
Die Verlängerung brachte die Entscheidung. Bellingham, der mit offensiver Freiheit agierte, erzielte sein zweites Tor zum 2:1. Norwegen, das Haaland vor Schluss aufgrund von Erschöpfung verloren hatte, konnte nicht reagieren. England hielt durch und sicherte sich einen Platz im Halbfinale, 60 Jahre nach ihrem einzigen WM-Triumph.
- Keine klaren Chancen; England dominiert sterilen Ballbesitz; erste Trinkpause eingelegt.
- Haaland köpft sanft auf Pickford – Norwegens erster Versuch.
- Schjelderup schlenzt einen Linksschuss in den oberen Winkel und bringt Norwegen mit 1:0 in Führung.
- Sørloth vergibt zwei Chancen und lässt einen Zwei-gegen-Eins-Konter liegen; Ødegaard prüft Pickford.
- Bellingham erhält von Gordon, zieht nach vorne und schließt linksfüßig zum 1:1-Ausgleich ab.
- Norwegisches Tor wegen Haaland-Schubser aberkannt; FIFA bestreitet Kamera-Kabel-Kontakt bei der Entstehung des englischen Ausgleichs.
- Bellingham erzielt sein zweites Tor; Haaland wegen Erschöpfung ausgewechselt; England gewinnt 2:1.
Was als Nächstes kommt
England zieht ins Halbfinale ein, immer noch abhängig von Bellinghams Eingreifen in Krisenmomenten. Norwegen verabschiedet sich mit einer Leistung, die breite Anerkennung fand, aber auch mit anhaltenden Fragen zur Schiedsrichterleistung von Clément Turpin und der Unfähigkeit, klare Chancen in der zweiten Halbzeit zu nutzen. Das Turnier geht ohne Haaland weiter, dessen Suche nach seinem ersten WM-K.o.-Tor noch vier Jahre warten muss.


