
Moldau schränkt Aufzugsnutzung ein und reduziert Beleuchtung, während sich die Energiekrise verschärft; Rumänien startet Heizkraftwerk wieder
Die Krisenkommission Moldaus verabschiedete am 3. August weitreichende Beschränkungen, darunter die Empfehlung, Aufzüge während der morgendlichen Stoßzeiten zu meiden, während Rumänien ein Bukarester Heizkraftwerk wieder in Betrieb nahm, um sein Netz zu stabilisieren.
Notfallmaßnahmen in Moldau
Am 3. August verabschiedete die Nationale Krisenmanagementkommission Moldaus ein Maßnahmenpaket, um die schwindende Stromverfügbarkeit und die niedrigen Wasserstände des Dnister zu bewältigen. Das Land hatte bereits am 28. Juli den Alarmzustand im Energiesektor und einen hydrologischen Alarm ausgerufen. Die Kommission ordnete an, dass das staatliche Unternehmen Moldelectrica die kommerziellen Stromexporte zwischen 18:00 und 22:00 Uhr aussetzt, außer für öffentliche Dienstleistungsverpflichtungen, um die inländische Versorgung während der Spitzenzeiten zu priorisieren. Öffentliche und gewerbliche Gebäude müssen die Innenbeleuchtung nach Möglichkeit um mindestens 30 % reduzieren, und dekorative, architektonische und Werbebeleuchtung muss zwischen 18:00 und 06:00 Uhr ausgeschaltet werden. Auch Springbrunnen werden in diesem Zeitfenster abgeschaltet.
Industrie- und Wassereinschränkungen
Energieintensive Industrieunternehmen sind verpflichtet, ihre Abläufe so umzustellen, dass der hohe Verbrauch außerhalb der Intervalle 06:00–09:00 und 18:00–23:00 Uhr liegt. Wasser- und Abwasserbetreiber müssen die Pumpenpläne anpassen, um den Energieverbrauch in denselben Zeiträumen zu senken. Gebäudeverwalter wurden angewiesen, die Bewohner zu beraten, während der morgendlichen Spitzenzeit (06:00–09:00 Uhr) keine Aufzüge zu benutzen, um zu verhindern, dass Personen bei Stromausfällen eingeschlossen werden. Auch nicht notwendige Wassernutzung – wie Straßen- und Gehwegwäsche – ist eingeschränkt. Der staatliche Energiehändler Energocom wurde beauftragt, alternativen Strom aus Rumänien, der Ukraine und anderen zugänglichen Märkten zu beschaffen, und muss Einkaufsszenarien für die nächsten 7–14 Tage vorlegen. Der Netzbetreiber Moldelectrica wird die Zusammenarbeit mit den Übertragungsnetzbetreibern in Rumänien und der Ukraine verstärken, während die Verfahren für den Anschluss von Batteriespeichern und neuen erneuerbaren Anlagen beschleunigt werden.
Energiealarm in Rumänien
Rumänien trat am 1. August in einen nationalen Energiealarm ein, nachdem einer der beiden Blöcke des Kernkraftwerks Cernavodă abgeschaltet wurde und der zweite aufgrund kritisch niedriger Donaupegel gefährdet war. Zusammen liefern die Reaktoren normalerweise etwa 20 % des Stroms des Landes. Der amtierende Ministerpräsident und Energieminister Ilie Bolojan forderte die Bürger auf, den Verbrauch am Abend zu reduzieren, und kündigte eine Vereinbarung mit der Ukraine über Stromimporte an. Verteidigungsminister Radu Miruță, ein ehemaliger Energieminister, machte jahrelange politische Versäumnisse dafür verantwortlich.
Rumänien hat Produktionskapazitäten in einem verrückten Tempo stillgelegt und an ihrer Stelle nur Versprechungen und Projekte präsentiert, die nie verwirklicht wurden.
In einem Zeichen der Solidarität erklärte der Holzplattenhersteller Kronospan – einer der größten industriellen Stromverbraucher Rumäniens –, dass er schrittweise einige Produktionslinien stilllegen werde, um seinen Verbrauch um bis zu 50 % zu senken, ohne die Kundenbelieferung zu beeinträchtigen. Inzwischen hat Electrocentrale București (ELCEN) das Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerk CET Grozăvești wieder in Betrieb genommen, das etwa 30 MW ins nationale Netz einspeist und rund 40 Gcal Wärmeenergie für das Bukarester Warmwasser liefert. Auch CET Sud läuft und produziert etwa 60 Gcal. ELCEN bereitet die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks CET Progresu bis Mitte August vor.
EU-Überwachung und nächste Schritte
Die Europäische Kommission erklärte, sie beobachte die Lage in Rumänien, Ungarn und der weiteren Region Südosteuropa genau.
In diesem Stadium besteht kein unmittelbares Risiko für die Versorgungssicherheit.
Die Kommission fügte hinzu, sie stehe in Kontakt mit den nationalen Behörden und ENTSO-E und sei bereit, eine Ad-hoc-Sitzung der Stromkoordinierungsgruppe einzuberufen, möglicherweise als regionale Diskussion unter Beteiligung der am stärksten betroffenen Mitgliedstaaten.
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