Gesundheit & Bildung · Lissabon, Setúbal und Seixal

Portugiesische Eltern verklagen Bildungsministerium, da 550 Schüler in Lissabon keinen Schulplatz haben

Hunderte Schüler im Großraum Lissabon begannen das neue Schuljahr zu Hause ohne zugewiesenen öffentlichen Schulplatz, was eine organisierte Gruppe von Familien dazu veranlasste, rechtliche Schritte gegen den Staat einzuleiten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Jornal Expresso, SAPO und Notícias ao Minuto. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Lissabon, Setúbal, Seixal · Portugal
Wie es dazu kam
  1. Ende Juli 2026Familien reichen Ummeldeanträge für öffentliche Schulen für das kommende Schuljahr ein
  2. In den letzten MonatenDie DGEstE wird aufgelöst und durch die neu geschaffene AGSE-Agentur ersetzt
  3. 11. September 2026Das Schuljahr beginnt offiziell, während über 550 Lissabonner Schüler weiterhin ohne Platz sind

Platzierungsrückstand zu Schuljahresbeginn

Der offizielle Start des portugiesischen Schuljahres am 11. September 2026 kam mit Hunderten von Schülern, die ohne Platz im öffentlichen Schulsystem blieben. Allein in der Gemeinde Lissabon stehen mehr als 550 Kinder und Jugendliche von der 1. bis zur 12. Klasse auf Wartelisten ohne zugewiesene Schule. Die Situation betrifft zahlreiche Familien, die ihre Kinder von privaten Einrichtungen auf öffentliche Schulen ummelden wollten, darunter Schüler des Colégio São José und Avé Maria. Auf der offiziellen Anmeldeplattform Portal das Matrículas zeigen diese Schüler weiterhin den Status „Nicht zugewiesen“. Viele Haushalte berichten von wachsender Verzweiflung, da die erste Schulwoche ohne Tische, Lehrbücher oder zugewiesene Lehrer begann.

„Heutzutage ist es schwieriger, in eine öffentliche Schule zu kommen als an eine Universität.“

Rui Boavida

Klage gegen das Bildungsministerium

Angesichts des anhaltenden Schweigens der Behörden bereitet eine organisierte Bewegung betroffener Familien eine Klage gegen das Bildungsministerium vor. Die Gruppe richtete eine gemeinsame Kontaktadresse ein (naosomosbonecos@gmail.com), um sich mit anderen Eltern im Großraum Lissabon abzustimmen. Der Sprecher der Bewegung, Rui Boavida, der seit Ende Juli auf die Umschulung seiner Zwillinge in die 9. Klasse wartet, erklärte, dass die rechtlichen Schritte darauf abzielen, den Staat für seine Vernachlässigung des Bildungswesens zur Rechenschaft zu ziehen. Während Bildungsminister Fernando Alexandre an der offiziellen Eröffnungsfeier des Schuljahres in Setúbal teilnahm, wiesen die Familien auf die eklatante Kluft zwischen offiziellen Ereignissen und ihrer häuslichen Realität hin. Einige Haushalte schrieben ihre Kinder aus Verzweiflung wieder in Privatschulen ein, während Familien ohne die finanziellen Mittel für private Schulgebühren in der administrativen Schwebe stecken bleiben.

„Die Kinder sind heute zu Hause. Sie haben keine Bücher, keine Schule, keinen Lehrer. Wir wollen den Staat dafür zur Rechenschaft ziehen, wie er mit Kindern und Familien umgeht.“

Rui Boavida

Verwaltungsumstellung von DGEstE auf AGSE

Die Platzierungskrise fällt mit einer internen Umstrukturierung des Bildungsministeriums zusammen, die Schulleiter als verwirrend und langsam bezeichnen. Die Zentralverwaltung löste die Generaldirektion für Schuleinrichtungen (DGEstE) auf und übertrug ihre Aufgaben auf die neu geschaffene Agentur für das Management des Bildungssystems (AGSE). Im vorherigen Rahmen betrieb die DGEstE ein persönliches öffentliches Dienstleistungsbüro auf der Praça de Alvalade in Lissabon, in dem Familien Platzierungsstreitigkeiten von Angesicht zu Angesicht lösen konnten. Eltern beklagen, dass die neue Agentur ohne physische Anlaufstellen arbeitet, sodass Anfragen unbeantworteten Telefonleitungen und automatisierten E-Mail-Weiterleitungen überlassen bleiben.

„Es gibt keine Möglichkeit des persönlichen Kontakts. Anscheinend ist diese neue Agentur etwas Ätherisches, sie existiert nur virtuell.“

Rui Boavida

Administrative Engpässe in Schulclustern

Schulleiter und Pädagogen berichten, dass dezentrale Verfahren die Verteilung der Schüler erschwert haben. Obwohl Schulcluster mehr administrative Autonomie bei der Bearbeitung von Anmeldungen erhielten, betonen die Lehrer, dass Autorität allein die physischen Kapazitätsgrenzen nicht lösen kann. Patrícia Gramaxo, eine Lehrerin am Schulcluster Restelo (Agrupamento de Escolas do Restelo), merkte an, dass die Mitarbeiter, wenn ein Cluster keine Plätze mehr hat, keine direkte Möglichkeit haben zu erfahren, welche Alternativen in benachbarten Schulen noch offen sind. Platzmangel wird auch in früheren Bildungsstufen stark spürbar, mit akuten Defiziten in der 1. Klasse, Kindergärten und Krippen in Gemeinden wie Seixal.

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