
Electrolux setzt 1.700 Entlassungen und Werksschließung für 50 Tage aus, nachdem Rom den Plan als „inakzeptabel“ bezeichnete
Der schwedische Haushaltsgerätehersteller hat zugestimmt, die Entlassung von 1.700 Mitarbeitern sowie die Schließung seines Werks in Cerreto d'Esi für 50 Tage auszusetzen, nachdem die italienische Regierung den Plan als inakzeptabel zurückgewiesen und eine Alternative gefordert hatte.
Der Plan und die Reaktion der Regierung
Electrolux hatte eine Umstrukturierung angekündigt, die rund 1.700 Arbeitsplätze betrifft, sowie die Schließung des Werks in Cerreto d'Esi in der Region Marken, in dem Dunstabzugshauben hergestellt werden. Bei einem Treffen im Ministerium für Unternehmen und Made in Italy (Mimit) am 15. Juni eröffnete Minister Adolfo Urso die Sitzung, indem er den Vorschlag als „unannehmbar und inakzeptabel, industriepolitisch defätistisch und aufgrund seiner sozialen Auswirkungen untragbar“ bezeichnete.
Der vom Unternehmen vorgelegte Plan ist unannehmbar und inakzeptabel, industriepolitisch defätistisch und aufgrund seiner sozialen Auswirkungen untragbar.
Urso bestand darauf, dass Electrolux nicht einseitig vorgehen dürfe, und forderte einen neuen, gemeinsamen Vorschlag, der Arbeitsplätze und Produktionskapazitäten schützt. Der Präsident der Region Marken, Francesco Acquaroli, erklärte, die Region sei bereit, jedes verfügbare Instrument einzusetzen, um die Beschäftigung und die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Die Aussetzung
Auf die Forderungen des Ministers hin erklärte der CEO von Electrolux Italien, Massimiliano Ranieri, dass das Unternehmen während der Diskussion keine einseitigen Maßnahmen ergreifen werde, und stimmte der Erarbeitung eines gemeinsamen Weges zu. Das Ergebnis war eine 50-tägige Aussetzung des kollektiven Entlassungsverfahrens und der geplanten Werksschließung. Dieser Zeitraum soll für intensive Gespräche zwischen dem Unternehmen, den Gewerkschaften, der Regierung und den regionalen Behörden genutzt werden.
Die Situation ist noch nicht endgültig geklärt, aber der Plan ist ausgesetzt und das Unternehmen wird keine einseitigen Maßnahmen einleiten. Ich denke, das ist ein erster Schritt nach vorne, den wir mit vorsichtigem Optimismus begrüßen können.
- Erstes Treffen im Mimit: Electrolux stellt der italienischen Regierung und den Gewerkschaften seinen Umstrukturierungsplan vor.
- Zweites Mimit-Treffen: Minister Urso lehnt den Plan ab, Electrolux stimmt einer 50-tägigen Aussetzung der Entlassungen und der Schließung zu.
- Zieltermin für eine ausgehandelte Einigung vor der Sommerpause, wie von Minister Urso erklärt.
Gewerkschaftsreaktion: „Waffenruhe“
Gewerkschaftsführer begrüßten den Stopp, warnten jedoch, dass der Kampf noch lange nicht vorbei sei. Der Sekretär der Fiom-Cgil, Michele De Palma, bezeichnete dies als „Waffenruhe“ und betonte, dass die Arbeiter mobilisiert bleiben müssten. Er merkte an, dass das Unternehmen ursprünglich bereit gewesen sei, Mobilitätsverfahren in Cerreto d'Esi einzuleiten, aber der gemeinsame Druck von Gewerkschaften, Regierung und Institutionen habe einen Kurswechsel erzwungen.
Wir haben sie gestoppt, ihr habt sie gestoppt, aber es ist eine Waffenruhe zwischen uns und Electrolux.
Der Generalsekretär der Fim Cisl, Ferdinando Uliano, sagte, das am Verhandlungstisch gegebene politische Versprechen sei bedeutsam, müsse sich aber an der Umsetzung messen lassen. Der neue Generalsekretär der Uilm, Davide Sperti, sprach von einem „ersten Schritt nach vorne“. Ein Vertreter der Cisl warnte vor einem „Theater“, bei dem Versprechungen gemacht würden, um die Arbeiter anschließend allein zu lassen.
Wie es weitergeht
Das 50-tägige Zeitfenster zielt auf eine ausgehandelte Einigung vor der Sommerpause im August ab, mit einem anvisierten Datum um den 6. bis 7. August. Der Minister hat einen straffen Zeitplan für Folgetreffen gefordert, und alle Regionalregierungen mit Electrolux-Werken haben finanzielle Unterstützung für einen Alternativplan zugesagt. Das Unternehmen verwies jedoch auf einen stagnierenden europäischen Markt, die Präferenz für Billigprodukte und die wachsende Konkurrenz durch asiatische Hersteller als strukturelle Herausforderungen, die angegangen werden müssten, um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen.
Zwei Prinzipien dürfen nicht in Frage gestellt werden: die Sicherung der Beschäftigung und der Schutz der produktiven und industriellen Kapazität, die dieser Standort repräsentiert.


