Ekstraklasa sperrt Schiedsrichter Wójcik für zwei Jahre und sanktioniert Trainer Siemieniec wegen Textnachrichten
Die Komisja Ligi der Ekstraklasa hat Schiedsrichter Arkadiusz Kamil Wójcik für zwei Jahre gesperrt und Jagiellonia Białystoks Trainer Adrian Siemieniec wegen unzulässiger Kommunikation über Gelbe Karten für sechs Spiele suspendiert.
Disziplinarentscheidungen verkündet
Am 2. Oktober 2026 verhängte die Komisja Ligi der Ekstraklasa förmliche Disziplinarsanktionen gegen den Cheftrainer von Jagiellonia Białystok, Adrian Siemieniec, sowie die Unparteiischen Arkadiusz Kamil Wójcik und Paweł Raczkowski. Die Entscheidung verhängt eine Sperre von sechs Spielen und eine Geldstrafe von 100.000 PLN gegen Siemieniec, dazu ein zweijähriges Verbot der Teilnahme an Ekstraklasa-Wettbewerben, das für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Assistent Wójcik erhielt die härteste Strafe des Verfahrens: eine unbedingte zweijährige Disqualifikation nach Artikel 110 Absatz 1 Ziffer 2 der Disziplinarordnung des Polnischen Fußballverbands (PZPN). Der bei der FIFA gelistete Schiedsrichter Raczkowski wurde mit einer Geldstrafe von 50.000 PLN belegt, weil er die Fußballbehörden nicht rechtzeitig über den Kontakt informiert hatte. Die Komisja Ligi ordnete für alle drei Entscheidungen die sofortige Vollstreckbarkeit an.
Hintergrund der Textnachrichten
Der Disziplinarfall geht auf Vorgänge vor dem 33. Spieltag der Saison 2025/26 zurück, vor der Begegnung zwischen Jagiellonia Białystok und GKS Katowice. Siemieniec nahm per Textnachrichten Kontakt zu Wójcik auf und bat um Hinweise, wie er gegenüber Raczkowski mit Spielern umgehen solle, denen wegen der Anhäufung Gelber Karten eine Sperre drohte. Einzelheiten der Kommunikation wurden am 10. September 2026 öffentlich, nachdem PZPN-Gremien die Angelegenheit zuvor intern behandelt hatten. Die Komisja Ligi leitete eine eigene Untersuchung ein, nachdem die PZPN-Kommission für Trainerausbildung und Lizenzierung sowie das PZPN-Schiedsrichterkollegium es abgelehnt hatten, Sanktionen nach ihren jeweiligen Ordnungen durchzusetzen. Nach ihrer Prüfung stellte die Komisja Ligi förmlich fest, dass der Vorfall keine Korruption und keine Handlungen zur Beeinflussung des sportlichen Ergebnisses des Spiels umfasste.
- Siemieniec tauscht Textnachrichten mit Wójcik über Verwarnungen von Spielern vor dem Spiel gegen GKS Katowice aus
- Medienberichte veröffentlichen die Textnachrichten zwischen Siemieniec und Wójcik
- Die Komisja Ligi verkündet Sperren und Geldstrafen für Siemieniec, Wójcik und Raczkowski
Standards für das Verhalten von Schiedsrichtern
Die Komisja Ligi erklärte, Wójcik habe gegen die PZPN-Schiedsrichterordnung verstoßen, indem er Siemieniec Hinweise dazu gab, wie er seine Erwartungen an Raczkowski herantragen könne. Die Ordnung schreibt vor, dass Unparteiische Kontakte mit Vertretern von Vereinen derselben Wettbewerbsebene vermeiden und jeden Kontaktversuch den zuständigen Gremien melden müssen. In ihrer Entscheidung stellte die Kommission fest, dass Wójciks Verhalten die Unparteilichkeit und die Autorität der Ekstraklasa-Schiedsrichter beeinträchtigt habe. Raczkowski erhielt seine Geldstrafe von 50.000 PLN speziell für die verspätete Meldung des unzulässigen Kontakts; zum Zeitpunkt der Bekanntgabe bereitete er sich auf ein Spiel der UEFA Nations League in Tallinn vor. Die Kommission erklärte, ihr Disziplinarkatalog sei zwar enger gefasst als der der vollständigen Lizenzierungsgremien des PZPN, doch sei ein disziplinarisches Vorgehen nötig gewesen, um den Verstoß gegen die Verhaltensregeln zu ahnden.
- Adrian Siemieniec
- 100000 PLN
- Paweł Raczkowski
- 50000 PLN
Berufungen und externe Ermittlungen
Wójcik reagierte auf die zweijährige Disqualifikation mit einer Erklärung auf der Social-Media-Plattform X, in der er bestätigte, dass er gegen die Entscheidung Berufung einlegen will, sobald die förmliche Begründung zugestellt ist. Er gab an, die Komisja Ligi zuvor gebeten zu haben, das Disziplinarverfahren auszusetzen, bis eine Untersuchung durch die Strafverfolgungsbehörden abgeschlossen sei.
Ich bedauere, dass die Komisja Ligi der Ekstraklasa S.A. meinem Antrag nicht stattgegeben hat, das Verfahren gegen mich auszusetzen, bis der Fall von der Staatsanwaltschaft geklärt ist. Umso mehr, als die Arbeit der Staatsanwaltschaft Warschau-Ochota die Schlussfolgerungen der Kommission erheblich erschüttern und das Vertrauen in ihre Bewertungen künftig beschädigen könnte.
Wójcik fügte hinzu, dass er den Fall auf seinem digitalen Kanal ausführlicher kommentieren wolle. Die Disziplinarbeschwerden werden über die förmlichen Verbandskanäle weiterverfolgt, sobald die schriftliche Begründung den Beteiligten zugestellt ist.

