Eisbomben, Duschen und Schatten: So halten Zoos in Mecklenburg-Vorpommern die Tiere bei Hitze kühl
Bei steigenden Temperaturen greifen Zoos in Rostock, Schwerin und Stralsund zu gefrorenen Leckereien, Wasserduschen und natürlichem Schatten, um Arten vom Eisbär bis zum Roten Panda Wohlbefinden zu verschaffen.
Zoos in ganz Mecklenburg-Vorpommern setzen eine Mischung aus gefrorenem Futter, Sprinklern und kühlen Unterkünften ein, um ihre Tiere durch die anhaltende Hitzewelle zu bringen. Der Ansatz variiert je nach Art, wobei Eisblöcke, Außenduschen und natürliche Baumkronen alle eine Rolle spielen.
Kühlende Leckereien und Duschen
Im Rostocker Zoo erhalten Seehunde sogenannte Eisbomben: zu großen Blöcken gefrorener Fisch, der ins Wasser geworfen wird, damit die Tiere mit ihrem Futter spielen und sich gleichzeitig abkühlen können. Auch die Eisbären des Zoos bekommen diese gefrorenen Fischblöcke, außerdem Zugang zu großen, schattigen Betongehegen, die auch bei hohen Außentemperaturen kühl bleiben.
An besonders heißen Tagen geben die Pfleger den Bären eine direkte, erfrischende Dusche.Da die Tiere in Europa geboren wurden, sind sie bis zu einem gewissen Grad an die hiesigen Temperaturen gewöhnt.
Artenspezifische Strategien
In Schwerin werden Ameisenbären aufgrund ihres dichten Fells abgespritzt. Zoodirektorin Anne Schilling erklärt:
Rote Pandas, die ursprünglich aus dem Himalaya stammen, ziehen sich in schattige Baumkronen zurück. Nashörner hingegen sind von der Hitze unbeeindruckt und sonnen sich sogar. Ein alter Tiger in Schwerin verbringt den Tag im kühlen, schattigen Gras und erhält ebenfalls Eisbomben. In Stralsund stammen Polarfüchse und Schneeeulen aus Regionen, in denen es im Sommer auch warm werden kann; sie nutzen den Schatten der Bäume im Zoo – ein Luxus, den es in ihrer Heimat Tundra nicht immer gibt.Es liegt einfach daran, dass sie relativ dichtes Fell haben, also gelegentlich Kühlung brauchen.
Die Natur spendet Erleichterung
Die Zoos heben ihre bewaldeten Standorte als natürlichen Vorteil hervor. Rostock beschreibt großzügige Schattenzonen auf Tiergehegen und Besucherwegen dank historischer, dichter Baumbestände. Schwerin liegt in einem Wald und wird von Seen gesäumt; Schilling schlägt vor, dass Besucher vor oder nach dem Zoobesuch im nahegelegenen Schweriner See oder Faulensee ein kurzes Bad nehmen könnten. Der Zoo hat außerdem kürzlich eine Sprinkleranlage vom örtlichen Wasser- und Abwasserversorger erhalten, die den Besuchern eine zusätzliche Möglichkeit zur Abkühlung bietet.
Besucher und Vorsichtsmaßnahmen
Derzeit gelten keine Besucherbeschränkungen. Der Stralsunder Zoo weist jedoch darauf hin, dass ein Rauchverbot auf den Wegen eingeführt werden könnte, falls eine anhaltende Dürre eine Waldbrandwarnstufe auslöst. Für die Tiere gilt bereits die einfachste Regel:
Letztendlich ist es wie bei Menschen: Die Aktivität wird entsprechend reduziert. Das ist kein Wetter, bei dem man Höchstleistungen erbringt.


