
Kölner Dom erhebt ab 1. Juli Eintrittsgebühr von 12 Euro – Gottesdienstbesucher und Kinder bleiben frei
Ab 1. Juli zahlen Touristen 12 Euro, um den Innenraum des Kölner Doms zu besichtigen, während Gottesdienstbesucher und Kinder weiterhin kostenlos eintreten können. Mit der Maßnahme sollen sechs Jahre Defizite ausgeglichen werden.
Neue Eintrittsgebühr
Erstmals in seiner Geschichte erhebt der Kölner Dom eine Eintrittsgebühr für den Innenraum. Ab Mittwoch, dem 1. Juli 2026, müssen Besucher 12 Euro zahlen, um das UNESCO-Weltkulturerbe zu betreten. Das Domkapitel gab die Änderung bekannt, nachdem der Dom seit 2019 jedes Jahr Verluste verzeichnet und seine Rücklagen aufgebraucht hat.
Ausnahmen und kostenfreier Zugang
Mehrere Gruppen sind befreit. Kinder bis 13 Jahre und Menschen mit schwerer Behinderung treten kostenlos ein. Gottesdienstbesucher, Menschen, die zum Beten kommen, und Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins können das Nordportal ohne Eintrittskarte nutzen. Der Westeingang bleibt für zahlende Touristen reserviert. Ermäßigte Karten für 6 Euro gibt es für Schulkinder und ihre Begleitpersonen, Studierende, Auszubildende und Inhaber von Sozialpässen in Nordrhein-Westfalen.
Der frei zugängliche Gebetsbereich ist ein wichtiger Bestandteil des neuen Besucherkonzepts. Der Kölner Dom wird ein Haus Gottes bleiben, das den Menschen zum Gebet und zur persönlichen Einkehr offen steht.
Zudem ist der Dom an bestimmten Tagen für alle kostenlos: vom 6. Januar (Heilige Drei Könige) bis zum darauffolgenden Sonntag, am 1. Mai (Tag der Arbeit), am 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) und während der Dreikönigswallfahrt Ende September.
Grund für die Änderung
Das Domkapitel erklärte, dass der Dom seit 2019 sechs Jahre in Folge Verluste geschrieben habe. Die Rücklagen, die die Defizite viele Jahre lang ausgeglichen hatten, seien nun erschöpft. Dompropst Guido Assmann wies darauf hin, dass Touristen etwa 99 % der Besucher ausmachen, und die Gebühr dazu dienen soll, den langfristigen Erhalt des Bauwerks zu sichern und seinen spirituellen Charakter zu stärken.
Die Besichtigungsgebühr kann dazu beitragen, den Dom wieder greifbarer als Haus Gottes und heiligen Raum zu machen. Ich bin zuversichtlich, dass wir in einigen Jahren sehen werden, dass sowohl der langfristige Erhalt des Doms als auch sein spiritueller Charakter von diesem Schritt profitiert haben.
Erwartete Auswirkungen und Reaktionen
Die Verantwortlichen rechnen am ersten Tag nicht mit Chaos. Markus Frädrich bezeichnete den Start als „Phase der Neuorientierung“ und sagte, dass das Personal geschult und die Besucherströme angepasst worden seien. Seit dem 15. Juni ist ein Online-Ticketportal verfügbar. Das Domkapitel erwartet, dass die neuen Regeln die tägliche Atmosphäre im Dom spürbar beruhigen werden.
Wir erwarten kein Chaos, sondern eine Phase der Neuorientierung. Wir gehen davon aus, dass sich die neuen Abläufe zunächst einspielen müssen – sowohl für unser Personal als auch für die Besucher.
Am Nordportal gibt es keine formelle Überprüfung der Absichten. Assmann räumte das Risiko ein, dass manche Touristen vorgeben könnten, Gottesdienstbesucher zu sein, um die Zahlung zu umgehen, sagte aber, dass das Aufsichtspersonal für respektvolles Verhalten sorgen werde, ohne eine „Gesinnungsprüfung“ durchzuführen.


